Karin Becker leitet als Chefärztin die neue Fachabteilung in Friedberg.	FOTO: PM
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Karin Becker leitet als Chefärztin die neue Fachabteilung in Friedberg. FOTO: PM

Start für Psychosomatik

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Friedberg (pm). Zum ersten Mal seit der Eröffnung der Klinik für Spezielle Schmerztherapie und Palliativmedizin im Jahr 2009 erweitert das Gesundheitszentrum Wetterau (GZW) sein Spektrum um ein zusätzliches Feld. Mit der Einrichtung der neuen Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Bürgerhospital Friedberg am 1. Juli ergänzt das GZW das seit 2003 bestehende und immer wieder ausgebaute Angebot der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie um eine weitere wichtige Facette im Rahmen einer eigenständigen Fachabteilung.

40 Betten in der Abteilung

GZW-Geschäftsführer Dr. Dirk M. Fellermann hob anlässlich der Begrüßung von Chefärztin Karin Becker deren langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der psychosomatischen Medizin hervor. »Frau Chefärztin Becker wird die neue Klinik mit bewährten und neuen Konzepten leiten und das gesamte Spektrum der psychosomatischen Erkrankungen einbeziehen.«

Am Standort Friedberg entstehe mit der Erweiterung ein regionales Zentrum für psychische Gesundheit, bestehend aus der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie mit 80 vollstationären Betten und den drei Tageskliniken (in Friedberg, Bad Salzhausen und Bad Vilbel) mit jeweils 20 Betten sowie der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie mit 20 vollstationären Betten und 20 tagesklinischen Plätzen, erläuterte Fellermann.

Die Psychosomatik beziehe in besonderer Weise biologische, seelische und soziale Faktoren in der Krankheitsentstehung und auch in der Aufrechterhaltung von Symptomen ein, stellte Chefärztin Becker ihr Fachgebiet vor. In Deutschland sei die Psychosomatik ein eigenständiges Gebiet der Medizin mit einer mehrjährigen Ausbildung zum Facharzt und inhaltlich interdisziplinär aufgestellt. Einbezogen würden neurologische, orthopädische, gynäkologische, psychiatrische und internistische Aspekte, oft schon im Vorfeld bei der notwendigen Abklärung aufgetretener Körperbeschwerden.

Das therapeutische Spektrum der Psychosomatik ist nach Beckers Worten breit gefächert. Behandelt werden seelische Beschwerden, körperliche Beschwerden ohne organische Ursache, psychische Beschwerden, die in der direkten Folge einer Erkrankung stehen, sowie seelische Beschwerden, die bei der Verarbeitung einer körperlichen Erkrankung als Begleiterkrankung (Ko-Morbidität) auftreten können. Bei der Behandlung werden neben Ergotherapien, Kunst- und Musiktherapie, Bewegung und Körpertherapie sowie Gesundheitsbildung auch Intensiv-Psychotherapien in der Gruppe und im Einzelsetting eingesetzt. Psychotherapie werde nach wissenschaftlichen Erkenntnissen und Richtlinien durchgeführt und von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen als Leistung übernommen, heißt es in einer Pressemitteilung des GZW.

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