Keine Schließungspläne: Im Gegensatz zu den Läden in Butzbach und Bad Vilbel bleibt der Telekom-Shop in der Bad Nauheimer Parkstraße, der von einem Franchise-Partner des Konzerns geführt wird, erhalten.
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Keine Schließungspläne: Im Gegensatz zu den Läden in Butzbach und Bad Vilbel bleibt der Telekom-Shop in der Bad Nauheimer Parkstraße, der von einem Franchise-Partner des Konzerns geführt wird, erhalten.

Sparkurs

Sparkurs bei der Telekom: Shops in der Wetterau schließen

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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Die Telekom setzt ihren Konsolidierungskurs fort. Teil der Pläne ist die Schließung von 100 der 500 eigenen Shops in Deutschland. In der Wetterau sind die Standorte Butzbach und Bad Vilbel betroffen.

Die Telekom will bundesweit 800 Stellen einsparen und dünnt deshalb ihr Filialnetz aus. Wie der gesamte stationäre Einzelhandel ist auch dieser Konzern von Umsatzrückgängen durch das Online-Geschäfte betroffen. Zudem gibt es selbst in kleineren Städten teilweise zwei oder drei Geschäfte, die Telekom-Geräte und -Verträge anbieten. Neben den von der Telekom selbst betriebenen 500 Shops existiert in ganz Deutschland eine etwa gleich große Zahl von Läden, die von Franchise-Nehmern geführt werden, oder Läden, die Partner der Telekom sind, also auch deren Produkte verkaufen.

Nach Angaben des Konzerns wird nach der Schließungswelle jeder Kunde im Land im Umkreis von 20 Kilometern einen Telekom-Shop finden. Das gilt laut Pressesprecher Georg von Wagner auch für die Wetterau, wo die Läden in Butzbach und Bad Vilbel - beide am Marktplatz angesiedelt, beide von der Telekom selbst betrieben - bereits Mitte dieses Jahres dem Sparprogramm zum Opfer fallen. »Die Butzbacher finden im zehn Kilometer entfernten Bad Nauheim einen Shop, die Bad Vilbeler müssen nur sechs Kilometer zurücklegen«, sagt von Wagner.

Sparkurs Telekom: Sozialplan für betroffene Mitarbeiter

Die betroffenen Mitarbeiter - in beiden Läden sollen insgesamt etwa zehn Angestellte tätig sein - seien über den Schritt informiert. Der Konzern hat mit dem Betriebsrat einen Sozialplan erstellt, der Abfindungen, Altersteilzeit oder Wechsel in andere Jobs innerhalb des Unternehmens vorsieht. Die Gewerkschaft Verdi, die an den Verhandlungen beteiligt war, begrüßt deren Ergebnis. Wie Pressesprecher von Wagner erklärt, bestehe noch ein kleine Chance, die Schließung der Läden in Butzbach und Bad Vilbel zu verhindern. Voraussetzung: Es muss sich jemand finden, der die Shops auf der Basis einen Franchise-Vertrags mit der Telekom weiterführt.

Ein Franchise-Nehmer in großem Stil ist die BVJ-Shopmanagement GmbH in Soest (Nordrhein-Westfalen). »Wir betreiben bundesweit 70 Telekom-Shops, auch den in Bad Nauheim«, sagt Geschäftsführer Dieter Bleicher. Der Laden in der Parkstraße mit seinen drei Beschäftigten soll über Ende 2021 hinaus Bestand haben.

Sparkurs Telekom: Probleme bei Personalsuche

»Wir spüren den Online-Handel ebenfalls, aber die Kundenfrequenz in Bad Nauheim ist gut, fällt nicht so stark ab. Die Leute informieren sich im Netz, aber kaufen im Laden«, erläutert der BVJ-Chef. In Südhessen, auch in Bad Nauheim, sei es eher problematisch, genügend qualifiziertes Personal zu finden.

Die wirtschaftliche Lage der BVJ-Telekom-Shops ist Bleicher zufolge regional ganz unterschiedlich. Das Franchise-Unternehmen wird deshalb möglicherweise manche seiner Läden schließen, aber auch Geschäfte übernehmen, die der Telekommunikations-Konzern aufgeben möchte.

Im Friedberger Shop in der Kaiserstraße wird die Telekom weiter selbst die Regie führen. Das kündigte Pressesprecher von Wagner an. Somit gibt es in der Kreisstadt zwei Anlaufstellen für die Kunden. Telekom-Produkte werden nämlich auch bei Expert-Klein angeboten.

Sparkurs Telekom: Stellenabbau und Auslagerung

Seit ihrer Privatisierung im Jahr 1995 hat die Telekom Zehntausende von Stellen abgebaut, wobei in der Regel auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet wurde. Jüngste Information aus Betriebsratskreisen: Die Technik-Belegschaft soll halbiert werden, 10 000 Beschäftigte könnten in den kommenden sieben Jahren ihren Job verlieren. Teil des Programms zur Kostenreduzierung ist auch die Auslagerung, etwa bei den Shops.

Nach Informationen von Dieter Bleicher, Chef der BVJ-Shopmanagement GmbH und Betreiber des Telekom-Ladens in Bad Nauheim, setzt der Konzern seit 2006 auf das Franchise-Modell. BVJ ist 2015 groß eingestiegen, übernahm damals rund 50 Telekom-Shops von einer englischen Firma. Ganz geradlinig wird der Konsolidierungskurs bei der Telekom allerdings nicht gefahren. 2013 weitete das Unternehmen die Zahl seiner selbst betriebenen oder ausgelagerten Läden zunächst auf 1100 aus, um wenig später wieder die Reduzierung zu starten.

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