Spannende Ferienworkshops im Wetterau-Museum

Friedberg (pwz). "Klatsch" hallt es durch den Raum. Alle Kinder trommeln wie wild auf ihren Tonstücken rum, damit sie so platt wie Pfannkuchen werden. Und danach wird gerollt, was das Zeug hält, um viele dünne Tonwürste zu erhalten. All das brauchen sie für eine Öllampe, wie sie einst die Römer hergestellt haben.

Den Toten wurde sie damals mit ins Grab gelegt, zusammen mit Schmuck, Essen, Trinken und Kleidung. Warum die Menschen das gemacht haben und wie die Gräber in den unterschiedlichen Epochen aussahen, erfuhren die Kinder letzten Freitag beim Workshop "Was uns Gräber sagen" im Wetterau-Museum.

"Wir haben unsere Tagesmutter geärgert. Da hat sie uns hierhergeschickt", erzählen zwei Brüder. Doch jetzt seien sie froh, dass sie hier sind. Mit konzentrierter Miene kneten sie die hellbraune Tonmasse, bis sie einen glatten Kloß erhalten. "Es dürfen keine Luftbläschen mehr drin sein, sonst platzt eure Lampe, wenn sie gebrannt wird", erklärt Andrea Roh-Kippes, Leiterin der Veranstaltung. Alle sind vertieft in ihre Arbeit, man hört nichts außer gelegentlichem Stöhnen und dem Platschen des Tons. "Meine Knöchel haben gerade geknackst", lacht ein Junge und erhält Zustimmung von den anderen.

Die Kinder sollen nun in den plattgeklopften Kloß eine Geldmünze hineindrücken, damit sie den Boden der Öllampe ausschneiden können. Gesagt, getan. Die Reste des Tons, die sie zu Würsten gerollt haben, werden dann auf dem runden Boden übereinander gelegt. "Es ist wichtig, dass ihr nun die Einzelteile miteinander verbindet, indem ihr mit den Fingern über den Ton streicht. Sonst fällt das später auseinander", sagt Roh-Kippes und zeigt, wie es gemacht wird. Die fertigen, aber noch ungebrannten Öllampen dürfen die Kinder dann mitnehmen.

Eis essen in der Eisenzeit

Getroffen hat sich die Schar bereits um 10 Uhr. Im Wetterau-Museum lernen sie zuerst etwas über Gräber alter Zeiten. Die Reise beginnt in der Steinzeit und führt über die Bronze- und Eisenzeit bis zu den Römern. Zur Veranschaulichung der Zeitspanne hat Andrea Roh-Kippes einen bunten Zeitstrahl mitgebracht. Die Kinder hören ihr aufmerksam zu, und wenn sie eine Frage stellt, sind meistens alle Hände oben. Warum die Steinzeit so heißt? Die Menschen haben den Stein als Werkzeug entdeckt. In der Bronzezeit war die Entdeckung des Bronzemetalls namensgebend. Und die Eisenzeit? "Weil sie Eis gegessen haben?", fragt ein Mädchen. Nein, das Eisen wurde entdeckt, nicht das Eis.

Mit Hilfe der Ausstellung im Museum lernen die Kinder, wie die Menschen in den unterschiedlichen Zeiten begraben wurden, zum Beispiel in der Steinzeit mit dem Kopf Richtung Osten. Wahrscheinlich, so vermuten Forscher, haben die Menschen schon damals an eine Art Wiedergeburt geglaubt. Die Neandertaler hätten ihre Toten aber auch manchmal gegessen, damit sie nicht verloren gehen. "Das sind natürlich alles nur Vermutungen der Wissenschaftler", erklärt Roh-Kippes.

Mit Schätzen begraben

Bei den Kelten wurden die Toten verbrannt. Die keltischen Fürsten hingegen wurden in sogenannten Hügelgräbern mit vielen Schätzen begraben. Auch die Römer haben ihren Verstorbenen Geschenke mit ins Grab gelegt, unter anderem eine Öllampe. Warum? "Sie brauchen ja Licht in der Dunkelheit", vermutet ein Junge.

Kinder unterbrechen die sonst so bekannte Stille der Museen. In den Ferien bietet das Wetterau-Museum Workshops für Kinder ab sechs Jahren an. Dieses Jahr fanden schon 38 Veranstaltungen statt, in den Winterferien werden nochmal fünf angeboten. "Wir sind stolz auf die Vielfalt der Themen, die wir hier behandeln", sagt Dr. Ulrike Lischewsky vom Wetterau-Museum.

Die Ferienangebote würden gut ankommen, zumindest bei den Kindern zwischen sechs und zehn Jahren.

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