Kurse bei der VHS

Spanisch, Italienisch, Dänisch: Die Freude an Fremdsprachen

  • Sabrina Dämon
    vonSabrina Dämon
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Die einen planen eine Reise, die anderen wollen auswandern - Gründe, eine fremde Sprache zu lernen, gibt es viele. Zum Tag der europäischen Sprachen haben Kursteilnehmer der VHS erzählt, warum sie eine Fremdsprache lernen.

Der Plan ist schon geschmiedet: Mit dem Auto geht es über den Brenner und dann in Etappen durch ganz Italien bis an den südlichsten Zipfel. Wenn alles klappt, wollen Gisela Broermann und Gabi Große Kreul kommendes Jahr losfahren. Bis dahin, sagen sie, möchten sie noch ein wenig Italienisch lernen. Und das machen sie auch. Die Freundinnen sind seit Kurzem im VHS-Anfängerkurs Italienisch. Jeden Freitagvormittag kommen sie nach Friedberg zum Sprachkurs. "Zwei, drei Wörter Italienisch spricht man ja", sagt Gabi Große Kreul. Solche wie grazie, ciao, arrivederci. "Aber es wäre schön, wenn wir ein bisschen mehr sprechen können. Sprachen haben mir sowieso schon immer Spaß gemacht." Und, sagt Gisela Broermann: "Wir sind in Rente. Wir haben Zeit."

Gisela Broermann und Gabi Große Kreul sind zwei Sprachkursteilnehmer von insgesamt rund 500, die bei der Volkshochschule eine Fremdsprache lernen. 21 Sprachen sind im Angebot, sagt Monika Packmohr, die als Programmbereichsleiterin das Sprachkursangebot koordiniert und organisiert. Die "großen Sprachen" sind dabei - Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch - und werden auch am meisten besucht. Aber es gibt auch Angebote, die eher selten gewählt werden. Japanisch zum Beispiel. Oder Norwegisch.

Zurzeit werden rund 120 Sprach-Kurse angeboten, sagt Packmohr. Die meisten Kursteilnehmer sind im Alter zwischen 50 und 65 (rund 200), danach kommen mit 167 Teilnehmern die über 65-Jährigen.

Um eine Sprache zu lernen, ist es eben nie zu spät, sagt Packmohr. "Und es ist eines der besten Mittel gegen Demenz" - das noch dazu viel Spaß machen kann.

Das sagt auch Jutta Ludszuweit. Die Karbenerin hat viele Jahre an einer Schule unterrichtet, u.a. Französisch und Englisch. Nun, mit der Pension, möchte sie selbst noch einmal eine Sprache lernen - und hat sich für Italienisch entschieden. Sie findet: "Spanisch klingt hart, Italienisch ist angenehmer." Außerdem gefalle ihr Italien sehr - "mein Mann und ich sind mit dem Wohnwagen durch ganz Europa getourt und waren oft in Italien."

Auch Karin Rupp hat viele Reisepläne. Sie zieht es allerdings eher in die spanischsprachigen Länder. Nach Südamerika will sie irgendwann einmal. Aber auch aufs spanische Festland und auf die Kanaren. Sie ist eine der Teilnehmerinnen des Spanischkurses, der kürzlich in den Räumen der VHS begonnen hat. Dass sie sich zum Sprachkurs angemeldet hat, hat mehrere Gründe. "Es ist schön, wenn man wenigstens im Restaurant sein Essen in der Landessprache bestellen kann", sagt sie. "Ich habe gemerkt, dass das gut ankommt." Außerdem mache es Spaß, sich geistig zu betätigen - Grammatik lernen, Vokabeln wiederholen: "Ich möchte mental fit bleiben."

Ute Pergandes sitzt im selben Kurs, ihre Motivation ist ähnlich: "Ich wollte meinen Grips wieder fordern." Und Spanisch wird an vielen Orten der Welt gesprochen. Auch sie hat die Erfahrung gemacht: "Ich war oft auf den Kanaren, die Leute freuen sich sehr, wenn man ein bisschen Spanisch spricht." Der Vorteil beim Lernen: "Ich kann Latein, das macht es einfacher." Gerade in der Schriftsprache, da viele Vokabeln ähnlich sind.

Schön am Sprachkurs sei auch die soziale Komponente. "Im Kurs habe ich gute Kontakte geknüpft", sagt Tischnachbarin Natalia Dezlow. "Die Zeit hier macht mir viel Spaß."

Für Lilit Arogian war ein anderer Grund für die Anmeldung im Spanisch-Kurs ausschlaggebend. "Mein Freund kommt aus Uruguay", sagt sie. Seine Muttersprache ist Spanisch. Da das Paar kürzlich ein Baby bekommen hat, das zweisprachig aufwächst, will die Mutter diese Sprache auch sprechen und verstehen.

Sprechen und verstehen - für Jutta Zinnel war es ein "Schlüsselerlebnis", als sie Gäste aus den USA hatte. "Ich habe gemerkt, dass mein Englisch nicht mehr flüssig ist", erzählt sie. "Und ich hatte ein bisschen Angst davor, Wörter auszusprechen." Das ist heute nicht mehr so. Seit einigen Jahren schon besucht sie einen VHS-Englisch-Kurs für Fortgeschrittene. Die Lehrerin ist Muttersprachlerin und spricht kaum Deutsch. Im Kurs wird daher für eineinhalb Stunden ausschließlich in Englisch kommuniziert.

Das sei sowieso sinnvoll, sagt Programmbereichsleiterin Packmohr: Dass die Lehrer so früh wie möglich beginnen, mit den Teilnehmern in der jeweiligen Sprache zu reden. Auch wenn man am Anfang noch nicht alles versteht. Das kommt mit der Zeit - und mit der Übung. Vor allem aber mit der Anwendung. Ob in Italien, auf den Kanaren oder in den USA.

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