_3aLOKFBN29-B_105000_2_1_4c
+
_3aLOKFBN29-B_105000_2_1_4c

Sozialverträgliche Klimapolitik

  • VonRedaktion
    schließen

Wetteraukreis (pm). Zum Thema »Klimaschutz gestalten - sozial und ökologisch« hatte »Wetterau im Wandel« die Bundestagskandidatinnen und -kandidaten eingeladen. Beteiligt waren Michaela Colletti (Grüne), Natalie Pawlik (SPD), Julian Eder (Linke) und Peter Heidt (FDP). Armin Häuser (CDU) sagte aus Termingründen ab. Bedauert wurde, dass die CDU »das Angebot, einen Vertreter/eine Vertreterin zu entsenden, nicht wahrnahm«, schreibt das Bündnis in einer Pressemitteilung.

Grundlage des Gesprächs war ein gemeinsames Dokument des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) unter dem Motto »Eine Zukunftsagenda für die Vielen« (siehe Kasten). Michael Rothkegel, Geschäftsführer des BUND Hessen, stellte das Dokument kurz vor. Wichtig war ihm dabei, auf eine aus seiner Sicht notwendige Abkehr vom »Wachstumswahn« hinzuweisen. Besonders hob er den Rückgang der Artenvielfalt hervor, den die Politik zu wenig beachte. Unter Moderation von Frank Uwe Pfuhl (NABU, Umweltwerkstatt) folgte »eine interessante und faire Diskussion, ergänzt mit Beiträgen und Fragen aus dem Chat durch die Zuschauer/innen, die von Wolfgang Dittrich, Referent für gesellschaftliche Verantwortung beim evangelischen Dekanat Wetterau, in die Diskussion eingebracht wurden«, so die Mitteilung.

Beim Thema 130 km/h Maximalgeschwindigkeit auf Autobahnen kam es zu der »erwarteten Frontstellung« zwischen Peter Heidt und den anderen drei Bundestagskandidaten/innen. Während Heidt auf den nach seiner Ansicht geringen Klimaeffekt verglichen mit der Freiheitseinschränkung verwies, befürworteten die anderen diese Maßnahme eindeutig als leicht umsetzbare, wirksame und kostengünstige Maßnahme auch im Sinne einer sozialverträglichen Klimapolitik. Pawlik erwartet dabei außerdem noch eine weitere Absenkung der Unfallanzahl.

Übereinstimmung bei der Windkraft

Windkraft auch in der Wetterau wurde von allen befürwortet. Weitgehend einig war man sich auch darin, mit dem »guten Wetterauer Boden« sorgsam umzugehen. »Keiner legte sich dabei aber auf ganz konkrete weitergehende Forderungen wie die eines Baustopps oder etwa weiteres Versiegeln nur bei gleichzeitigem Entsiegeln an anderer Stelle, fest«, berichtet das Bündnis. Pawlik habe betont, dass man den Bau weiterer Wohnungen dringend vorantreiben müsse.

Beim Thema Kreislaufwirtschaft waren sich die Kandidatinnen und Kandidaten weitgehend einig, dass mehr vor Ort eingekauft und insgesamt im Sinne einer Regionalisierung die regionale Wertschöpfung erhöht werden sollte. »Durch welche Maßnahmen genau blieb allerdings vage - auch wie man systematisch zu mehr Recycling oder auch zu nachhaltigeren Produkten kommt«, schreibt das Bündnis.

Das Thema Pflege wurde von Rothkegel in Verbindung mit sozialer Gerechtigkeit angesprochen. Hier sprachen sich alle Kandidaten für eine Änderung der derzeitigen Situation aus. Besonders kritisiert wurde hierbei die Privatisierung von Alten- und Pflegeheimen und von Krankenhäusern.

Zum Klimaproblem verwies Julian Eder darauf, dass die großen multinationalen Konzerne auch die größten Klimasünder und der Kapitalismus insgesamt der wesentliche Treiber der Klimaproblematik seien. Er warb außerdem für die Einrichtung eines Transformationsfonds. Colletti wies auf die Notwendigkeit einer Energierevolution hin und forderte konkret die Wiederbelebung des Schienenverkehrs im ländlichen Raum.

Heidt warb für mehr technische Innovationen und noch mehr Marktwirtschaft - »trotz Widerspruchs aus dem Chat, dass der Markt allein die Probleme ja auch nicht gelöst hätte«, berichtet das Bündnis.

Pawlik wies im Sinne einer auch weltweit sozial gerechten Bewältigung der Klimaprobleme auf das gerade verabschiedete Lieferkettengesetz und die vorvereinbarte Mindeststeuer für Unternehmen hin. Außerdem meinte sie, dass »die Hauptbremser heute ja gar nicht am Tisch säßen«. »Summa summarum war es eine faire, sachliche Auseinandersetzung, die aber auch angesichts der komplexen Thematik und der begrenzten Zeit etwas an der Oberfläche blieb«, fasst Wetterau im Wandel die Diskussion zusammen.

_3aLOKFBN29-B_105000_1_1_4c
_3aLOKFBN29-B_105000_1_2_4c_1

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare