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Besuch in der Synagoge (v. l.): Bürgermeister Dirk Antkowiak, Britta Weber (Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit), Manfred de Vries mit der 400 Jahre alten Torarolle, Landrat Jan Weckler und Bad Nauheims Bürgermeister Klaus Kreß.

Solidarität mit Israel

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Friedberg/Bad Nauheim (prw). Vertreter des Wetteraukreises und der beiden Nachbarstädte Friedberg und Bad Nauheim haben ein Zeichen gegen antisemitische Äußerungen gesetzt. »Die Solidarität mit dem Staat Israel und sein Existenzrecht ist ein unverhandelbares Element unserer Staatsräson. Deshalb lehnen wir jegliche Art von Antisemitismus und Antiisraelismus auf das Schärfste ab«, teilt Landrat Jan Weckler mit.

Weckler steht im regelmäßigen Gespräch mit Manfred de Vries, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Bad Nauheim, der einzigen aktiven jüdischen Gemeinde im Wet-teraukreis.

Gemeinsam mit Friedbergs Bürgermeister Dirk Antkowiak und Bad Nauheims Bürgermeister Klaus Kreß sowie Britta Weber, 1. Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Wetterau, traf man sich dieser Tage zum Austausch, um gemeinsame Initiativen gegen Antisemitismus und Antiisraelismus zu besprechen.

Sowohl in Friedberg als auch in Bad Nauheim will man schon an den Stadteingängen ein sichtbares Zeichen gegen Antisemitismus setzen. In beiden Stadtverordnetenversammlungen soll demnächst ein Zusatzschild beschlossen werden, das an den Stelen angebracht wird, die auf die Partnerstädte hinweisen. In Friedberg soll es deutlich heißen: »Gegen Antisemitismus und Rassismus«. In Bad Nauheim wird die genaue Gestaltung des Schildes noch in den Gremien diskutiert.

Beide Bürgermeister sind optimistisch, dass sie möglichst einstimmig ein Votum für die Solidarität mit Israel setzen können. Britta Weber, Stadtverordnete in Bad Nauheim, hat für die FDP einen Antrag zur Aufnahme einer Städtepartnerschaft mit einer Kommune in Israel eingebracht.

Absolute Sicherheit gibt es nicht

Für Manfred de Vries steht fest, dass nach antisemitischen Demonstrationen schnell etwas getan werden muss. »Wir brauchen sichtbare Zeichen, dass Deutschland hinter Israel steht.« Was die Gefährdung der jüdischen Gemeinde, ihrer Mitglieder und der Synagoge angeht, ist de Vries klar, dass es absolute Sicherheit nicht geben kann. »An den wichtigen Feiertagen sind wir schon froh, wenn die Polizei an beiden Ausgängen steht.« Ansonsten will man sich aber auch nicht als jüdische Gemeinde verschanzen. »Wir sind Teil der Stadt Bad Nauheim, weil hier die einzige Synagoge im Wetteraukreis steht. Wir sind Teil der Stadt Friedberg, weil dort die bedeutende Mikwe erhalten ist. Wir sind aber auch mit unseren jüdischen Glaubensbrüdern und -schwestern Teil der anderen Städte und Gemeinden und wollen uns nicht abschotten.«

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