Ein paar Klicks und das Parkticket ist bezahlt: Bürgermeister Dirk Antkowiak (l.) und Erste Stadträtin Marion Götz präsentieren auf der Kaiserstraße das bargeldlose Bezahlen am Ticketautomaten. Das ist jetzt in der ganzen Stadt möglich.		FOTO: NICI MERZ
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Ein paar Klicks und das Parkticket ist bezahlt: Bürgermeister Dirk Antkowiak (l.) und Erste Stadträtin Marion Götz präsentieren auf der Kaiserstraße das bargeldlose Bezahlen am Ticketautomaten. Das ist jetzt in der ganzen Stadt möglich.

Kleingeldsuche fällt weg

Kleine Park-Revolution in Friedberg bringt einige Vorteile

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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Einkaufen mit dem Smartphone und Video-Konferenzen gehören längst zum Alltag der Deutschen. Auch Parkgebühren lassen sich per Handy bezahlen, seit Januar ist das in ganz Friedberg möglich.

Friedberg - Als Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) und Erste Stadträtin Marion Götz (SPD) am Montagvormittag auf der Friedberger Kaiserstraße das bargeldlose Bezahlen am Parkautomaten vorstellten, war es bitterkalt. Wer da versuchte, ein 50-Cent-Stück aus der Hosentasche zu friemeln, um den Automaten zu füttern, holte sich Frostbeulen an den Fingern. Gut, auch für die Bedienung des Smartphones muss man die Handschuhe ausziehen. Aber davon einmal abgesehen, bietet das digitale Bezahlen nur Vorteile.

Im Februar 2019 startete die Stadt ein Pilotprojekt. Die Parkscheinautomaten auf dem Philipp-Dieffenbach-Parkplatz an der Ockstädter Straße wurden mit digitaler Technik ausgestattet. Seitdem ist dort das Bezahlen per Handy möglich. Die Software kam von der Firma »Park & Pay«, die zeitweise ihren Sitz in Friedberg hat, mittlerweile aber ihren Geschäftsbetrieb eingestellt hat. Die Verträge mit der Stadt liefen zum 31. Dezember aus. Sollte das System fortgeführt werden, musste die Stadt einen neuen Anbieter finden. Das hat geklappt, es sind sogar sieben Anbieter geworden.

Der Dieffenbach-Parkplatz galt als Test. Die Nutzerzahlen seien zwar »nicht überragend«, sagte Bürgermeister Antkowiak. Schließlich war es auch nur ein Parkplatz, wo das System ausprobiert wurde. Es sei aber gut angenommen worden und einfach sehr praktisch, sagte Antkowiak.

Handy-Parken in Friedberg: Sieben Anbieter stehen zur Auswahl

Die nötigen Informationen finden sich auf Aufklebern, die seitlich an den Parkautomaten angebracht wurden. Die Reinigungsaktion »Sauberes Friedberg«, bei der Parkautomaten, aber auch Stromkästen, Mülleimer und Laternenpfähle von Aufklebern befreit wurden, macht’s möglich. Als Anbieter stehen »EasyPark«, »ParkNow«, »moBiLET«, »Yellowbrick/flowbird«, »PayByPhone«, »Parkster« und »Parco« zur Auswahl. Sie alle sind im Verein »Smartparking« zusammengeschlossen und bieten unterschiedlichen Service an. Bei dem einen Anbieter wird mit »PayPall« abgerechnet, bei anderen über Abbuchungen. Hier sollte sich jeder Nutzer, der sich eine der Apps a ufs Smartphone laden will, vorab informieren.

Eine Uhr zeigt an, wie lange man noch parken darf. Fünf Minuten vor Ablauf der Zeit wird der Nutzer benachrichtigt. Dann kann man (während des Einkaufs) die Parkzeit bis zur Höchstdauer verlängern.

Die Parkgebühren sind die gleichen wie beim Bezahlen mit Bargeld, das weiterhin möglich bleibt. Das digitale Bezahl-System ist mit den Smartphone-Apps der Ordnungspolizisten kompatibel. Die müssen mit ihren Handys nur das Nummernschild fotografieren, dann sagt ihnen die App, ob der Fahrer ein Ticket gelöst hat oder nicht. Auch das Knöllchen wird per App an den Falschparker verschickt.

Bargeldloses Zahlen bringe viele Vorteile mit sich, sagten Antkowiak und Götz, die das Projekt gemeinsam vorangetrieben haben. Den Nutzern bleibt mehr Zeit zum Einkaufen, der angstvolle Blick auf die Uhr und die Befürchtung, bei der Rückkehr zum Auto klemmt ein Knöllchen unter den Scheibenwischern, fallen weg. Die App kann nicht nur in Friedberg, sondern auch in 176 anderen deutschen Städten verwendet werden. Und sie bringt einen Vorteil mit sich: Die vom Automaten ausgespuckten Parkscheine, die während des Parkens hinter die Frontscheibe gelegt werden und danach üblicherweise in der Mittelkonsole landen, wo sie sich zum Teil über Jahre ansammeln, fallen beim digitalen Zahlen weg.

Vier Parkzonen in der Kreisstadt

Vier Parkzonen mit unterschiedlichen Gebühren gibt es in Friedberg. Zone 1 umfasst die Kaiserstraße von Burg bis Ockstädter Straße. Dies ist die teuerste Parkzone, die halbe Stunde kostet hier 0,75 Cent. In Zone 2 beträgt die Gebühr 50 Cent pro halbe Stunde. Diese Zone umfasst die öffentlichen Parkplätze in und auf Goetheplatz, dem nördlichen Teil des Stadtkirchenplatzes, Konrad-Adenauer-Platz, Ockstädter Straße (gegenüber dem Krankenhaus) und Schnurgasse (zwischen Färber- und Museumsgasse). In Zone 3 kostet die halbe Stunde ebenfalls 50 Cent; sie umfasst Haingraben, Bismarkstraße, Hanauer Straße, westliche Leonhardstraße (von Schützenrain bis Dieffenbachstraße), Ostseite der Lutheranlage und Bahnhofspassage. In der Zone 4 (Dieffenbach-Parkplatz in der Ockstädter Straße) kostet die halbe Stunde 25 Cent.

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