"Situation in den Schulbussen ist unhaltbar"

Friedberg (jw). Man kann sich den Termin im Kalender vormerken: Beginnt die Schule, beginnt auch der Ärger mit den Schulbussen. Die sind voll, Schüler bleiben stehen oder müssen lange Umwege in Kauf nehmen. Nach einiger Zeit regelt sich das dann mehr oder weniger, und dann beginnt auch schon das nächste Schuljahr.

Aufgrund der jüngsten Probleme in Nidda, Ortenberg, Rockenberg, Niddatal und Wöllstadt fordert die CDU-Fraktion im Wetterauer Kreistag einen "Runden Tisch": Kreis, Schulen, Eltern und VGO sollen nach Lösungen suchen. Der Kreistag diskutierte lange und verwies den Antrag zur weiteren Beratung in den Bildungsausschuss.

Das Problem brennt Eltern und Kindern unter den Nägeln, die CDU hatte daher einen Dringlichkeitsantrag gestellt. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Alexander Kartmann nannte es "unhaltbar", dass Kinder zu spät zum Unterricht kommen. Müssen sie an der Bushaltestelle warten, sei dies gefährlich. Sein Fraktionskollege Gerd Gries forderte, der "Runde Tisch" müsse in die Beratungen für den neuen Verkehrswegeplan einbezogen werden. Schuldezernent Helmut Betschel-Pflügel (Grüne) unterstrich: "Verantwortlich ist die VGO, nicht der Kreis.

" Der zahle jedes Jahr 8 Millionen Euro für Schülerfahrkarten an die Verkehrsgesellschaft Oberhessen. Die Schülerströme änderten sich jedes Jahr, die Verantwortlichen reagierten darauf.

Der Büdinger Bürgermeister Erich Spamer (FW) hatte da seine Zweifel. "Ich hab’ was dagegen, wenn Probleme schön geredet werden", meinte er. Ortenbergs Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring (SPD) sagte, die VGO sitze das Problem Jahr für Jahr aus, "zu Lasten der Kinder". Neben den Schulen im Ortenberger Stadtteil Konradsdorf habe es jüngst auch in Rockenberg, Niddatal und Wöllstadt Probleme gegeben, manche Busverbindungen im Ostkreis seien nicht sehr sinnvoll. Pfeiffer-Pantring: "Der ländliche Raum darf nicht abgehängt werden."

Michael Rückl (Grüne) sagte, das Problem sei die nicht ausreichende Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs. Laut dem Wirtschaftsplan der VGO "müssen wir ständig mehr an den Ballungsraum und den RMV abdrücken". Der Landrat als Mitglied des RMV-Aufsichtsrats müsse da mal nachhaken. Auch für die SPD-Fraktionsvorsitzende Cäcilia Reichert-Dietzel stand am Ende fest, dass die Angelegenheit im Ausschuss besprochen werden sollte. Vielleicht kommt dann auch zur Sprache, worüber Wöllstadts Bürgermeister Alfons Götz (CDU) am Rande der Sitzung schimpfte: nämlich die "blödsinnige Informationspolitik der VGO", die erst am Samstag vor dem Schulbeginn mit einer "Mini-Notiz" in der Zeitung auf die Busfahrpläne hingewiesen habe.

"Es ist ein Geschiebe und Gedränge"

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare