Zum 14.Mal

Das sind die Macher hinter "Friedberg lässt lesen"

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Bereits zum 14. Mal geht die Reihe "Friedberg lässt lesen" in diesem Jahr an den Start. Von Anfang an mit: Ovag-Sprecher Andreas Matlé und Frederike Herrmann von der Buchhandlung Bindernagel.

Die Reihe "Friedberg lässt lesen" geht am 11. September in die 14. Saison. Bis zum 5. Juni kommen Schauspieler, Musiker und Autoren auf Einladung der Ovag, der Buchhandlung Bindernagel, der Sparkasse Oberhessen und der Stadt in die Wetterau, um Neues und Altes aus der Welt der Literatur auf ihre ganz eigene Art vorzustellen. Großen Anteil daran haben Andreas Matlé, Presseschef der Ovag, und Frederike Herrmann von Bindernagel, die die Reihe seit Anfang an organisieren. Ein Interview aus der Buchhandlung.

Welche Bedeutung haben Bücher Ihrer Meinung nach heute noch?

Frederike Herrmann: Es ist generell so, dass es etwas weniger wird. Wir merken das aber noch nicht so stark, wie das Untersuchungen vom Börsenverein oder anderen Institutionen postulieren. Ich glaube aber einfach, dass in der Freizeit, die einem zur Verfügung steht, Medien stärker miteinander konkurrieren – gerade mit Blick auf populäre Serien der Streamingdieste, die sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Dass da etwas wegfällt, ist klar. Ob das Buch am Ende gedruckt oder als E-Book verkauft wird, ist mir noch egal. Das Buch an sich ist seit 500 Jahren eigentlich ein perfektes Produkt, für das ich außer etwas Licht und etwas Zeit nichts weiter brauche.

Matlé: Ich habe leider auf lange Sicht die Befürchtung, dass die Kulturtechnik des Lesens längerer Texte wegbrechen wird. Ich prophezeie außerdem, dass nicht mehr viel geschrieben wird, weil man es mittels Spracherkennung auch selbst kann. Zudem ist auch das Handy ständiger Begleiter, auf das man schaut, sobald es blinkt. Viele junge Menschen haben nicht mehr die Fähigkeit, sich zwei Stunden konzentriert hinzusetzen und zu lesen oder ein Hörspiel zu hören.

Ist eine Lesung eine Gegenmaßnahme, weil man den Autoren zum Text mitgeliefert bekommt?

Matlé: Da bin ich Realist: Die, die zu einer Lesung kommen, sind in der Regel die Leute, die auch so schon lesen.

Herrmann: Die einzige Ausnahme sind fernsehbekannte Gesichter, bei dem die Leute sich das anschauen wollen. Da können auch mal nicht typische Leser im Publikum sein.

Matlé: Das hatten wir neulich bei einer Lesung im Vogelsberg, als ein junger Kollege Wolf-Christian Fuss eingeladen hat. Ich hatte eine Wette mit ihm laufen, dass keine zehn Leute kommen – am Ende waren es 200, die sich für das Buch des Fußballmoderators, den ich selbst gar nicht kannte, interessiert haben. Und es war ein anderes Publikum.

Warum kommen Menschen überhaupt zu einer Lesung?

Herrmann: Es ist in der Tat das Plus, dass man den, der das Buch geschrieben hat, auch zu Gesicht bekommt. Es ist normalerweise auch so, dass man im Anschluss Fragen stellen kann oder der Autor etwas erzählt, was ein sehr schönes Ende gibt.

Was sind die Höhepunkte im aktuellen Programm?

Herrmann: Ich freue mich natürlich extrem auf die Veranstaltungen, die hier in der Buchhandlung stattfinden werden, denn die habe ich selbst ausgesucht. Dann freue ich mich auf die Eröffnung, bei der mein Bruder Mathias Herrmann zusammen mit Hannes Schäfer sich den Balladen widmen wird. Und dann geht es genauso gut weiter (lacht).

Matlé: Was ich immer besonders gut finde, wenn man zur Lesung noch etwas draufsetzt, so wie an dem Abend, wo die Lyrik von Mascha Kaléko im Vordergrund steht oder bei der Lesung von Joe Bausch, der eine Bluesband passend zu seinem neuen Buch "Gangsterblues" mitbringen wird.

Herrmann: Das bekommt einen Eventcharakter, der die Lesung ausmacht. Dabei sieht man ganz deutlich, dass eine solche Veranstaltung auch ausmacht, dass man gemeinsam hingeht – mit einer Freundin, dem Partner oder den Eltern oder Kindern. Es ist ein Event für die Menschen. Das ist sehr schön.

Ist Ihnen die politische Dimension in den vergleichsweise unruhigen Zeiten besonders wichtig geworden?

Herrmann: Ich glaube, es spiegelt einfach wider, was einen selbst bewegt.

Matlé: Ich erinnere mich, dass wir im ersten Jahr schon den palästinensisch-israelischen Konflikt zum Thema hatten. Es sind einfach immer auch die Themen, die gerade in der politischen Debatte sind.

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