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Die Gruppe "CoronaHilfe2020" bietet eine Plattform für kleinere Unternehmen. SCREENSHOT

Selbsthilfegruppe für Unternehmer

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Wetteraukreis(hed). "Bis letzte Woche lief es ganz gut", sagt Thomas Alber über seinen Neuanfang. Der frühere Rosbacher Bürgermeister ist mittlerweile von seinem neuen Wohnort Flensburg aus als Tourveranstalter in Skandinavien und der ganzen Welt unterwegs. Bis Corona kam. Jetzt muss er sehen, wo er bleibt - und mit ihm fast alle selbstständigen Unternehmer. Mit dem Friedberger Golflehrer Robert Schmalfuß hat Alber eine Facebook-(Selbsthilfe-)Gruppe gegründet, die nach nur einer Woche eine beachtliche Anzahl von Personen erreicht.

Wo kann der Besitzer einer kleinen Kneipe, die nun geschlossen ist, Soforthilfe beantragen? Was können Vermieter tun, wenn ihnen bald Mieteinnahmen wegbrechen? Und was sind die besten Tools für das Homeoffice? Das sind nur einige der Fragen, die auf der Seite der "Corona Hilfe 2020" beantwortet werden. Die Facebook-Gruppe sei ein Sammelbecken für kleine und mittlere Unternehmen sowie für alle "Solotänzer", wie Alber sagt. Also auch für Selbstständige wie ihn, dem ebenfalls derzeit die Einnahmen wegbrechen. "Ich hatte für Juni bereits Touren geplant", sagt der ehemalige Hauptamtsleiter von Echzell und Rosbacher Ex-Bürgermeister. Er lässt sich - so kennt man ihn - den Optimismus jedoch nicht nehmen und versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Etwa, indem er sein Know-how zu Verwaltungsabläufen einbringt, um anderen zu helfen. Neben ihm sind bereits etliche Unternehmensberater und Businesscoaches, viele aus der Wetterau, in der Gruppe unterwegs und klären über Fördermittel, Kurzarbeit und Co. auf. Sie versuchen, die sich derzeit überschlagenden Ereignisse einzuordnen und für die betroffenen Unternehmer zu filtern. Aber es gibt auch moralische Aufbauhilfe - schließlich sitzen alle im selben Boot und der Austausch hilft. Eine Regel: "Kein Gejammer, Unterstützung Ideen und Antworten sind gefragt." Jeder wird ernst genommen, verspricht Alber. Und im Gegensatz zu anderen Gruppen gebe es bei "CH 20" keinen Spam. Zudem sei es eine Non-profit Plattform.

Die Gruppe entstand als Sofortmaßnahme, nachdem Robert Schmalfuß Mitte vergangener Woche mit einer von ihm organisierten Gruppe in Portugal gestrandet war, wie Alber erzählt. Nach Verdauen des ersten Schocks hätten sich die beiden ausgetauscht und noch in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag beschlossen, die Gruppe zu erstellen.

Nach einer Woche fast 400 Mitglieder

Alber: "Der Start erfolgte morgens um 7 Uhr und hatte schon am Abend die ersten 100 Mitglieder." Mittlerweile ist die Zahl der Mitglieder im Forum auf fast 400 angewachsen. Am Montag wurde erstmals eine Videoplattform zum Austausch angeboten. Business Coach Andreas Bellof aus Rosbach etwa ist täglich im Chat erreichbar, um Fragen zu beantworten.

Er freue sich über jeden, der mitmacht, sagt Alber: "Wir segeln hart am Wind, wollen als Betroffene mit den kleinen und mittleren Unternehmen gemeinsam durch diese stürmischen Zeiten gehen."

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