Manar Alkhatib (2. v. r.) präsentiert den Besuchern Gerhard Bohl, Gudrun Dietrich und Bernd Wagner (v. l.) von der Friedberger CDU ihre handgemachten Seifenkreationen. FOTO: PV
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Manar Alkhatib (2. v. r.) präsentiert den Besuchern Gerhard Bohl, Gudrun Dietrich und Bernd Wagner (v. l.) von der Friedberger CDU ihre handgemachten Seifenkreationen. FOTO: PV

"Seife ist mein Leben"

  • vonred Redaktion
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Friedberg(pm). "Ich hatte immer den Traum, selbstständig zu sein. Seit einem Jahr habe ich das Glück, mir hier in Friedberg mit meinen Seifenkreationen diesen Traum zu erfüllen", berichtete die 30-jährige Manar Alkhatib den Besuchern Bernd Wagner, Gerhard Bohl und Gudrun Diet-rich von der Friedberger CDU. 2015 kam sie zusammen mit ihrem Mann Mohammad und dem einjährigen Sohn aus Syrien nach Friedberg. Jetzt lebt die Familie in der Karlsbader Straße, wo auch die Seifen entstehen.

Alkhatibs Mann arbeitet als Zahntechniker in einer Praxis in Friedberg. "Früher habe ich in Bad Vilbel gearbeitet. Jetzt fahre ich mit dem Fahrrad zur Arbeit. So kann ich Manar bei ihrer Seifenherstellung unterstützen", erklärt Mohammed Alkhatib. "Und unser Sohn kommt nach den Sommerferien in die Schule. Da bleibt hoffentlich auch etwas mehr Zeit für mich", lacht Manar im Gespräch mit den Besuchern. Im letzten Jahr eröffnete sie ihre kleine Manufaktur "Manar Soap". Mit der Teilnahme an verschiedenen Märkten sowie einem Onlineshop und der Werbung in den sozialen Medien baut sie sich einen wachsenden Kundenstamm auf. Leider fallen seit April sämtliche Märkte aus, doch dafür läuft der Verkauf übers Internet recht gut. Manars Seifen werden in liebevoller Handarbeit im schonenden Kaltrührverfahren hergestellt. Die Rezeptur mit pflegender Kakao- und Mangobutter trocknet die Haut auch nach vielen Anwendungen nicht aus, die Haut wird sanft gereinigt und gepflegt. Das natürliche Glycerin, das während des Verseifungsprozesses entsteht, bleibt erhalten und wirkt feuchtigkeitsspendend. Jedes Stück ist ein Unikat - Abweichungen in Form, Farbe und Gewicht sind somit möglich. Nach dem Verseifungsprozess werden die Seifen von Hand geschnitten und reifen vier bis sechs Wochen. Während der Reifezeit trocknen die Seifen, werden fester und noch milder.

Ausgefallene Kreationen

Mit ätherischen Ölen, pflanzlichen Zusätzen und natürlichen Farben zaubert Manar ausgefallene Kreationen, beispielsweise Cupcake-, Latte-Macchiato-, Massage- und Wassermelonen-Seife. "Das sind echte Hingucker und ein Erlebnis für die Nase", meinte Gudrun Dietrich, Vorsitzende der CDU Bruchenbrücken. Manars Seifen sind vegan, ohne Palmöl, werden nicht in Plastik verpackt. Die Seifenherstellung hat in ihrer Heimat Syrien eine lange Tradition. In Aleppo wird seit dem achten Jahrhundert n. Chr. Seife gesiedet. Im Lauf der Jahrhunderte gelangte das zum Teil geheime Wissen der arabischen Seifensieder in den westlichen Mittelmeerraum. Alepposeife (arab. "Sapun Ghar", eigentlich: Lorbeer-Öl-Seife) wird aus Oliven- und Lorbeeröl gesiedet. Farbstoffe, künstliche Aromen oder Schaumstabilisatoren sind den Seifensiedern in Aleppo fremd. Alepposeife ist die älteste Seife der Welt.

"Jedes Mal, wenn ich Seifen aus der Form schneide, gibt es Überraschungen", sprudelt es aus Manar heraus. Bernd Wagner, Gerhard Bohl und Gudrun Dietrich spüren: Manar lebt für ihre Seifen. Doch zurzeit ist die Jungunternehmerin etwas beeinträchtigt, sie hat sich einen Finger gebrochen. "So habe ich etwas Zeit, mir neue Seifenkreationen auszudenken", lacht Manar.

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