Manch einer ruft an, weil er die nette Stimme von Susanne Lindenthal noch einmal hören will. FOTO: PRW
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Manch einer ruft an, weil er die nette Stimme von Susanne Lindenthal noch einmal hören will. FOTO: PRW

Schwierige Ermittlungsarbeit

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Wetteraukreis(prw). Susanne Lindenthal hat sich freiwillig im Wetterauer Gesundheitsamt gemeldet, um die Folgen der Corona-Pandemie möglichst zu minimieren. Sie ist eigentlich Mitarbeiterin des Fachdienstes Landwirtschaft, und hier im Bereich Agrarfachaufgaben tätig, teilt der Wetteraukreis mit.

Die ausgebildete Friseurin hat vor einigen Jahren eine Umschulung zur Bürokauffrau gemacht und dann zunächst im Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen und später beim Wetteraukreis angeheuert.

Seit vier Monaten ist Susanne Lindenthal nur noch mit dem Thema Corona befasst. Sie verwaltet die Sammelstelle der Meldungen zu den Testungen in den Praxen und dem Testzentrum sowie die Ergebnisse aus den Laboren. Die Meldungen eines durchgeführten Tests werden erfasst und abgelegt und später mit den Testergebnissen abgeglichen. Erfolgt der Test über den Hausarzt, werden die Getesteten auch über die Hausarztpraxen informiert. Wurde der Test im Testzentrum Reichelsheim durchgeführt, erfolgt die Information über das Gesundheitsamt. Insbesondere bei den positiven Testergebnissen ergeben sich oft eine ganze Reihe von Fragen: Wie lange dauert die Quarantäne (Antwort: 14 Tage), muss man sich am Ende der Quarantäne noch einmal testen? (Nein), was ist mit den Familienangehörigen (Die gehen mit in die Quarantäne)? "Manche Menschen reagieren ziemlich gelassen auf das Ergebnis und haben eigentlich damit schon gerechnet, andere sind verzweifelt, weil sie berufstätig sind und deshalb in Schwierigkeiten kommen", berichtet Lindenthal. Nur wenige seien beratungsresistent und würden von Quarantäne und Einschränkungen nichts wissen wollen. "Dann setzt Susanne Lindenthal ihren ganzen Charme und ihre sympathische Stimme ein und kann dann doch die meisten überzeugen", heißt es in der Pressemitteilung des Kreises. Manch einer rufe gar zurück, "weil er die nette Stimme noch einmal hören wollte".

Auch auf Spezialaufträge, die sie immer wieder von Amtsarzt Dr. Reinhold Merbs erhalte, sei die 40-Jährige vorbereitet. "Vor allem geht es dann um die Ermittlung der Getesteten, etwa weil Telefonnummern oder der Name oder die Adresse fehlen. Manchmal gibt es nicht mehr als eine Patientennummer und ein Wohnort. Das macht die Ermittlungsarbeit schwierig", berichtet sie. Über die Hausarztpraxen gelinge es aber meist doch, wobei allein die Anrufe in den Praxen schon oft sehr zeitaufwendig seien. Lindenthal: "Wenn man lange recherchiert hat, dann ist es ein schönes Gefühl, am Ende alle wichtigen Daten gefunden zu haben."

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