Streuobstwiesen bieten zahlreichen Tieren und Pflanzen ein Zuhause.	FOTO: MLELANIE JAKOB
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Streuobstwiesen bieten zahlreichen Tieren und Pflanzen ein Zuhause. FOTO: MLELANIE JAKOB

Zum Schutz von Wetterauer Streuobst

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Wetteraukreis (pm). In Streuobstwiesen leben viele Tiere und Pflanzen. Mit dem Thema Gefährdung, Schutz und Entwicklung von Streuobstwiesen im Wetteraukreis hat sich Melanie Jakob, Bachelorstudentin der Hochschule Geisenheim University, in ihrer Abschlussarbeit beschäftigt. Unterstützt wurde sie dabei vom Naturschutzfonds Wetterau.

Jakob untersuchte die gesetzlichen Grundlagen und die zahlreichen positiven Funktionen von Streuobstwiesen für Mensch und Natur, Fauna, Flora, Klima, Boden und Landschaftsbild. Zudem hatte sie einen Fragebogen für Bewirtschafter, Vermarkter und Kommunen erarbeitet. Die Auswertung der über 50 Fragebögen zeigte die Ursachen für die Gefährdung der Streuobstwiesen: Es sind vor allem klimatische Herausforderungen, mangelnde Pflege, die geringe Wirtschaftlichkeit sowie die Unwissenheit der Bevölkerung über die besondere Bedeutung der Streuobstwiesen und ihrer erzeugten Produkte. Daran anschließend erarbeitete die Studentin potenzielle Ziele und Maßnahmen zum Schutz und zur Entwicklung der Streuobstwiesen im Kreisgebiet. Dabei spielen, neben dem Artenschutz und dem Biotopverbund, die Pflege dieser Wiesen, die Wirtschaftlichkeit und das Erlangen von Fachwissen eine bedeutsame Rolle.

»Streuobstwiesen sind wichtige Biotope, die es zu schützen gilt«, begrüßt Landrat Jan Weckler den Ansatz. Das Zeitfenster für deren Rettung werde stetig kleiner. Alle Akteure müssten zusammenarbeiten. »Nur so kann die Sicherung des komplexen Gefüges von Natur, Artenvielfalt, Produkterzeugung und Erholungsraum gewährleistet werden.«

Neues Online-Portal

Über das Projekt »BioApfel« steht der Naturschutzfonds Wetterau den Bewirtschaftern beratend zur Seite. Er organisiert die Biozertifizierung, eine biozertifizierte Sammelstelle und vermarktet die Äpfel zu einem überdurchschnittlichen Preis. Wichtigster Kooperationspartner ist dabei die Kelterei Rapps in Karben, die die gesamte Erntemenge der Äpfel aufkauft und zu Bioapfeldirektsaft verarbeitet.

Infos und Ansprechpartner zum Thema sind auf dem neuen Portal »streuobst-frm.de« des Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main zu finden. Erster Beigeordneter Rouven Kötter erläutert: »Der Regionalverband möchte zum Schutz der Streuobstwiesen beitragen, indem er auf den Wert dieser für das Rhein-Main-Gebiet typischen Kulturlandschaft aufmerksam macht, die Freunde des Streuobstes vernetzt und zum Mitmachen animiert.«

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