Zum Schutz von Kiebitz und Co.

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Wetteraukreis(pm). Die Bestände bodenbrütender Vogelarten sind in Hessen weiter auf einem niedrigen Niveau. Obwohl in den vergangenen Jahrzehnten viele lebensraumverbessernde Maßnahmen für Arten wie den Kiebitz umgesetzt und großräumige Schutzgebiete ausgewiesen wurden, blieb der Bruterfolg häufig aus. So berichtet es das Regierungspräsidium Darmstadt nun in einer Pressemitteilung. Und, heißt es weiter: Ein wesentlicher Grund hierfür sei, dass es immer mehr Räuber wie Füchse und Waschbären gebe. Jetzt solle ein erfolgreiches Schutzprojekt in der Wetterau ausgeweitet werden.

2017 wurde in der Nähe des Flugplatzes Reichelsheim eine rund sechs Hektar große Fläche durch einen zwei Meter hohen Zaun sowie zusätzlich elektrisch gesichert. Dies sollte Fuchs und Waschbär daran hindern, hier Beute zu machen. Der Bruterfolg seltener Vogelarten sei seitdem enorm. Er wurde durch Ehrenamtliche der Arbeitsgemeinschaft (AG) Wiesenvogelschutz in der Wetterau der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz dokumentiert: Mittlerweile brütet rund ein Viertel der hessischen Gesamtpopulation des Kiebitzes innerhalb dieser Zaunanlage.

Aufgrund dieses Bruterfolgs will das Regierungspräsidium noch in diesem Jahr gemeinsam mit der AG Wiesenvogelschutz und dem Forstamt Nidda zwei weitere Zäune zum Schutz von Bodenbrütern fest installieren lassen: Einer befindet sich in den Niederwiesen von Ilbenstadt, der andere im Naturschutzgebiet Ludwigsquelle bei Karben. Beide Flächen werden bereits beweidet und im Sommer durch Weidezäune gesichert.

Nach der Brutzeit der Vögel und der Beweidung werden die Zaunanlagen geöffnet, so dass sie für Hasen, Rehe und andere wildlebende Tiere kein Hindernis mehr darstellen. Hauptursache für den starken Rückgang der Bodenbrüter seien in der Vergangenheit der Verlust von Lebensraum durch die Entwässerung von Feuchtwiesen und das frühe Mähen von Wiesen. Heute stelle vor allem der hohe Druck durch Räuber wie Fuchs und Waschbär ein wesentliches Problem dar.

In der Wetterau liegt ein Verbreitungsschwerpunkt des Kiebitzes. Das Forstamt Nidda setzt im Auftrag des RP das Gebietsmanagement für das EU-Vogelschutzgebiet Wetterau um.

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