Hinter der Blüte wachsen die Bananen.
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Hinter der Blüte wachsen die Bananen.

Schulzes Dorheimer Bananenparadies

  • vonHarald Schuchardt
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Friedberg-Dorheim(har). Wer durch die Straße "Am Söderpfad" am westlichen Rand von Dorheim fährt, der findet - zumindest in der warmen Jahreszeit - das Haus von Ingrid und Günter Schulz, auch ohne die Hausnummer zu wissen. Direkt neben der Hoftür steht eine fast vier Meter große Bananenstaude - und das schon seit vielen Jahren. Zwei weitere prachtvolle Exemplare befinden sich im Garten des Ehepaares, das dieser Tage seine diamantene Hochzeit feiern wird. Das Besondere an den drei Bananenpflanzen: Sie überwintern im Freien, obwohl sie eigentlich tropisches bis subtropisches Klima lieben und Kälte nicht mögen. "Man sieht es auch jetzt schon an einzelnen Blättern. Sie werden schon braun, und der Wind hat so manches Blatt zerrupft", sagt Günter Schulz. Sobald die Blätter braun werden, ist radikales Runterschneiden angesagt.

Um die 50 Bananen geerntet

"Bis auf einen Meter Höhe wird alles abgeschnitten", erklärt Ingrid Schulz. Anschließend werden die Stümpfe in Laub fest eingepackt und eine Regentonne darübergestülpt. "Das schützt vor Kälte. Die Pflanzen halten das sehr gut durch", sagt die Dorheimerin, die schon im März einmal nachschaut, ob die ersten Triebe kommen, denn "ich bin sehr neugierig".

Erst Mitte bis Ende Mai wird der Winterschutz entfernt. Sollte es dann noch mal kalt und die gerade austreibenden Blätter braun werden, ist dies nicht besonders tragisch. Günter Schulz: "Dann werden die betroffenen Blätter abgeschnitten. Es dauert nicht lange, dann kommen neue."

Im Sommer 2019 blühte eine Staude, und das Ehepaar konnte schließlich um die 50 Bananen ernten. Auch derzeit blüht es an einer Pflanze. Hinter der Blüte kann man schon viele kleine grüne Bananen sehen. "Die Blüte kam dieses Mal leider zu spät. Mit einer Ernte wird das in diesem Jahr nichts mehr, weil die Wärme fehlt", weiß Ingrid Schulz, die gerne von den Anfängen der sehr erfolgreichen Bananenzucht erzählt.

Eine Freundin hatte in ihrem Garten in einem Topf eine Bananenpflanze stehen. Als die Freundin in eine Wohnung ohne Garten umzog, fragte sie: "Wollt ihr die Banane haben?". So kam die kleine Bananenpflanze zu den Schulzes. "Das ist jetzt um die 20 Jahre her", erinnert sich Günter Schulz.

In den ersten zwei, drei Jahren überwinterte die Pflanze noch im Flur, doch sie wurde immer größer, und "sie produziert jedes Jahr Kinder". So nennt Ingrid Schulz die Ableger, von denen das Ehepaar schon etliche verschenkt hat. So beschloss das Paar, die Pflanze in den Garten einzugraben. "Wir waren schon etwas skeptisch, denn Bananen lieben die Wärme, und sie brauchen auch viel Wasser. Aber es hat geklappt", freuen sich die beiden fitten 80-Jährigen, die seit 22 Jahren in Dorheim leben. Inzwischen sind es drei Pflanzen, eine am Tor und zwei im Garten. Schon jetzt freut sich das Ehepaar auf den kommenden Frühling und die ersten Triebe ihrer geliebten Bananenpflanzen.

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