Ab Montag steht in den Wetterauer Schulen Hygiene ganz oben auf dem Lehrplan.
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Ab Montag steht in den Wetterauer Schulen Hygiene ganz oben auf dem Lehrplan.

Hygienekonzept

Zum Schulstart im Wetteraukreis: Immer ein Handtuch dabeihaben

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Am Montag wird der Schulbetrieb schrittweise wieder gestartet. Wie der Schulalltag auszusehen hat, das hat der Wetteraukreis als Schulträger nun in einem Hygienekonzept festgelegt.

Während die Viertklässler und Förderschüler nach einem Urteil des Verwaltungsgerichtshof nun doch zu Hause bleiben, gehen die älteren Schüler aus den Abschlussklassen der Haupt- und Realschulen sowie der Gymnasien, wieder zum Unterricht.

Im Wesentlichen werden im Wetteraukreis die Vorgaben des Kulturministeriums aus dem »Hygieneplan Corona« angewandt: maximal 15 Schüler im Klassenraum, im Schulalltag ein Mindestabstand von 1,5 Metern, Schüler mit Symptomen werden isoliert. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung wird überall dort empfohlen, wo der nötige Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Eine Maskenpflicht besteht aber nicht, teilt Landrat Jan Weckler mit. »Derzeit sieht das Land Hessen keine Notwendigkeit für das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im Unterricht, selbstverständlich ist es aber auf freiwilliger Basis zulässig.«

Kreis: Kaltes Wasser ist ausreichend

In einem Begleitschreiben werden die Schulen gebeten, die notwendigen Hygienemittel wie Papierhandtücher und Seife in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen. »Wir haben uns bei den entsprechenden Bestellplattformen rückversichert, dass es zu keinen Lieferschwierigkeiten kommt. Sollte es dennoch zu Problemen kommen, werden wir bei der Beschaffung helfen«, verspricht Weckler.

Zudem wird jedem Schüler empfohlen, ein eigenen kleinen Handtuches sowie Seife in einem entsprechenden Behältnis mitzubringen.

Desinfektionsmittel sei nur dort sinnvoll, wo es keine Möglichkeiten zum Händewaschen gebe. Dieser Einschätzung des Landes schließt sich auch das Gesundheitsamt des Wetteraukreises an: »Desinfektionsmittel ist nach wie vor vorrangig für den klinischen und pflegerischen Bereich notwendig. Regelmäßiges gründliches Händewaschen mit Seife reicht aus, um die Hände ausreichend zu reinigen«, sagt Amtsarzt Dr. Reinhold Merbs. Wichtig sei dabei, dass die Hände 20 bis 30 Sekunden lang gründlich eingeseift werden. Dafür sei auch kaltes Wasser völlig ausreichend.

In den vergangenen Wochen seien die Schulen bereits gründlich gereinigt worden. Mit Aufnahme des Schulbetriebs würden die Reinigungsintervalle verkürzt. Böden und Oberflächen in den Klassenräumen, aber auch Verkehrs- und Aufenthaltsflächen würden täglich einmal gereinigt. Dabei stehe die Reinigung von Kontaktflächen wie Tischoberflächen, Türklinken, Fenstergriffen, Handläufen im Vordergrund. Die Sanitärbereiche sollen ebenfalls einmal täglich gereinigt werden; mit besonderem Augenmerk auf alle Kontaktflächen. Weckler. »Eine routinemäßige Flächendesinfektion ist indes auch nach den aktuellen Empfehlungen des Robert Koch-Institutes sowie den Einschätzungen des Landes nicht erforderlich.«

Im Krisenstab des Wetteraukreises und in kleineren Arbeitsgruppen sei die schrittweise Wiedereröffnung des Schulbetriebs detailliert geplant worden, teilt der Landrat mit. Man habe sich mit der Schulverwaltung, dem Gebäudemanagement, dem Staatlichen Schulamt und dem Gesundheitsamt abgestimmt.

Rüge des Landrats für »Aktionismus«

Der vom Kultusministerium vorgelegte Hygieneplan sei für den Wetteraukreis eine gute Grundlage gewesen, betont Weckler. In der aktuellen Situation sei es wichtig, dass die Konzepte der verschiedenen Ebenen von Bund, Land und Landkreisen aufeinander abgestimmt seien.

Der Landrat rügt den Aktionismus, den einzelne Einrichtungen gezeigt hätten. Sie hätten mit besonderen Regeln für Verwirrung und Verunsicherung gesorgt, noch bevor die Rahmenbedingungen des Landes Hessen überhaupt bekannt gewesen seien.

Masken können abgeholt werden

Das Land Hessen will am Wochenende 750 000 Schutzmasken 7000 Schutzhandschuhe, 4800 Schutzkittel sowie 18 000 Liter Desinfektionsmittel an die staatlichen Schulämter verteilen. Dort könnten die Schulen dann mit Beginn der Woche Schutzpakete abholen. Sie enthalten Mund-Nase-Schutz, Schutzhandschuhen, Schutzkittel sowie Händedesinfektionsmitteln. So seien die Schulen in der Lage, je nach örtlichen Gegebenheiten, die Hygieneschutzbestimmungen bestmöglich einzuhalten.

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