Schulstart: Freude und Sorge

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Friedberg (pm). Fünf Monate lang haben sich Familien den Herausforderungen zwischen Home-Schooling oder Teil-Präsenz-Schule in wechselnden Konzepten in Verbindung mit Home-Office der Eltern gestellt. Nun soll es ab Montag wieder im Regelbetrieb losgehen. Der Kinderschutzbund Hessen mit Sitz in Friedberg begrüßt die Aufnahme des regulären Schulbetriebs in Hessen nach den Sommerferien 2020, »sofern es das Infektionsgeschehen zulässt und die notwendigen vorbeugenden Maßnahmen eingehalten werden.«

Die Corona-Krise hat die Kinder und ihre Familien belastet. Wissenschaftlich unumstritten ist: Kinder sind auf die sozialen Kontakte, die Förderung und Bildung, aber auch auf Bewegung und Spiel angewiesen. Laut einer Umfrage des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf fühlen sich mehr als 70 Prozent der befragten Kinder und Jugendliche durch die Corona-Krise seelisch belastet, sie geben an, unter Stress, Angst und Depressionen zu leiden.

Sorge bereitet Kindern, Eltern und Lehrpersonal, wie die Weitergabe von Infektionen in den Schulen eingedämmt werden können. »Wir bedauern, dass es vonseiten der beiden Ministerien keine genaueren Vorgaben für die Aufnahme des Regelbetriebs gibt, sondern jede Schule und jeder Einrichtungs-Träger sich sein eigenes Konzept erstellen muss, insbesondere zum Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung«, sagt die Landesvorsitzende Verone Schöninger.

Bangen vor dem nächsten Lockdown

Der Kinderschutzbund begrüße die Ankündigungen aus dem Kultus- und dem Sozialministerium, dass Lehrer und Erzieher sich regelmäßig auf Corona testen lassen können. Schöninger wünscht sich, dass auch für Familien, die eine Ansteckung fürchten, ein kostenfreier Test ermöglicht wird. »Ich hätte mir gewünscht, dass die sechs Wochen Sommerferien für eine gute Vorbereitungen für den Fall, dass eine Schulschließung erneut notwendig ist, besser genutzt worden wären.«

Schöninger weiter: »Wir brauchen entsprechende technische Ausrüstungen für die Schulen und die Schüler. Wir müssen darauf achten, allen Schülern gute Voraussetzungen für den Umgang mit digitalem Lernen und dem Home-Schooling zu schaffen.« In den Monaten des Home-Schooling habe man erlebt, dass Kinder aus Familien ohne Internet-Anschluss und entsprechender technischer Ausstattung abgehängt würden. »Das darf nicht noch einmal geschehen«, schreibt Schöninger.

Im Prozess der Schließung von Kitas und Schulen und auch bei der teilweisen Öffnung seien Kinder, Jugendliche und Eltern gar nicht oder nur sehr zögerlich beteiligt worden. »Als Kinderschutzbund ist es uns wichtig zu betonen, dass Kinder und Jugendliche ein Interesse daran - und ein Recht darauf - haben, sich und ihre individuellen Sichtweisen mitzuteilen und sich an den politischen Diskussionen - die sie nachhaltig betreffen - zu beteiligen«, heißt es abschließend.

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