"Das ist er." Helmut Betschel-Pflügel mit dem Entwurf des Schulentwicklungsplans. Was drinsteht, weiß noch keiner. (Foto: hed)
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"Das ist er." Helmut Betschel-Pflügel mit dem Entwurf des Schulentwicklungsplans. Was drinsteht, weiß noch keiner. (Foto: hed)

Schulentwicklungsplan: Interna sorgen für Verunsicherung

Wetteraukreis (hed). Wie schon 2011, so dürfte auch bald wieder über die mögliche Schließung von Wetterauer Schulen diskutiert werden. Denn der neue Schulentwicklungsplan steht vor der Tür.

Ein Entwurf wird derzeit von drei ehemaligen Schulleitern erarbeitet und Ende April dem Kreisausschuss vorgelegt. In ihm wird stehen, ob der Kreis einzelne Schulen zusammenlegen oder wegen mangelnder Anmeldungen schließen sollte – was aber nicht zu erwarten ist. Das Kultusministerium muss dem Plan zustimmen, kann ihn noch – wie 2011 – mit Auflagen versehen.

Die Schulkommission mit den "drei Weisen", wie sie Schuldezernent Helmut Betschel-Pflügel bezeichnete, tagt nicht öffentlich. Dennoch sind nun von ihnen erörterte Ideen an die Öffentlichkeit gelangt und haben auch ihren Weg in den Kreistag gefunden. Bei der Sitzung am Mittwoch meinten sowohl Erich Spamer (FWG) als auch Gerd Gries (CDU), sie hätten gehört, dass es die Idee gebe, an einer Schule im Ostkreis eine integrierte Gesamtschule einzurichten.

Man habe in der Vergangenheit falsche Entscheidungen getroffen, etwa in Altenstadt, wo die Schüler – so Spamer – "in die Oberstufe gepeitscht wurden", um die nötigen Anmeldezahlen zu bekommen. Wenn man nun wie beabsichtigt an der Wölfersheimer Singbergschule eine Oberstufe einrichte, könnten die Schulen in Nidda und Butzbach darunter leiden. Man wolle keine Fehler wiederholen und daher bezüglich dieser "Problemfälle" Klarheit haben, begründete er den FWG-Antrag, der Kreis solle den Schulentwicklungsplan bis Ende Juni vorlegen und erklären, ob Schulzweige geschlossen werden. "Es gibt eine gewisse Verunsicherung an den Schulen", meinte auch der neue CDU-Fraktionsvorsitzende Sebastian Wysocki. Die Opposition bekomme keine Infos über den Stand der Gespräche, man habe später eventuell zu wenig Zeit, die Pläne genau zu studieren. Doch wie der FWG-Antrag, so wurde auch die CDU-Änderung, der Kreisausschuss solle zumindest den aktuellen Stand der Planung vorstellen, von der Ampelkoalition abgelehnt. Zur Begründung hieß es, der Entwurf des Schulentwicklungsplans werde – nachdem er dem Kreisausschuss vorgelegt wurde – ohnehin im Juni im Kreistag besprochen.

Auch gab es Kritik, dass die Opposition Interna aus der Kommission öffentlich mache. "Der Antrag ist eine Frechheit", polterte Peter Heidt (FDP). "Wenn jetzt in Altenstadt die Angst umgeht, ist das ihre Schuld." Der Terminplan für den Schulentwicklungsplan stehe schon lange, man solle nun warten, bis man ihn zu sehen bekomme, riet derweil Gerhard Salz (Grüne).

Betschel-Pflügel erinnerte daran, dass die Schulkommission den Plan auf Grundlage des Erlasses des Kultusministeriums erarbeiten muss. Es sei vereinbart worden, offen zu diskutieren. Das habe man gemacht. "Die letztliche Entscheidung liegt beim Kreisausschuss und bei Ihnen." Er sprach nach der Sitzung die Hoffnung aus, dass die neue Landesregierung ihr Versprechen "Kurze Beine – kurze Wege" einhalte und das Kultusministerium im nächsten Erlass keine Schließung von Grundschulen mehr vorsieht.

Aber selbst wenn das Ministerium erneut Konsequenzen einfordern sollte: die Entscheidung liegt bei der Kreispolitik.

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