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Fast wären am Donnerstag die Fahrten der Linie 35 (hier am Bahnhof Bad Nauheim) eingestellt worden. Grund: Das Subunternehmen erhält kein Geld mehr vom insolventen Auftraggeber "DeinBus".

Droht neues Chaos?

Schulbusverkehr in der Wetterau: Unternehmen ist pleite

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Der Hickhack um den Busbetrieb in der westlichen Wetterau geht in eine neue Runde. Nachdem sich 2016 eine Firma vorzeitig zurückgezogen hatte, übernahm "Dein Bus". Der Betrieb ist nun pleite.

Friedberg - Kurzfristig drohte am Donnerstag der Schulbusverkehr in Friedberg und Bad Nauheim eingestellt zu werden. Ein von "DeinBus" beauftragtes Subunternehmen kündigte an, zur Mittagszeit seine Busse der Linien FB-10 und FB-35 zurückzuziehen. Hintergrund sind die seit längerem andauernden Zahlungsschwierigkeiten der DeinBus GmbH. Am vergangenen Montag spitzte sich die wirtschaftliche Lage des Offenbacher Fernbusunternehmens weiter zu, das im Dezember 2017 die Buslinien rund um Friedberg, Bad Nauheim, Rosbach, Ober-Mörlen und Usingen im Auftrag der Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO) übernommen hatte.

Mit den Buslinien FB-10 sowie FB-30 bis FB-36 war das Unternehmen erstmals als Bieter für Busleistungen im ÖPNV erfolgreich. Wie das Offenbacher Amtsgericht jetzt vermeldete, wurde auf Antrag der DeinBus Verkehrs-GmbH am 12. August die vorläufige Verwaltung des Vermögens der Antragstellerin angeordnet. Kurzum: Die Firma ist zahlungsunfähig und hat Insolvenz angemeldet. Wie in Branchenkreisen bekannt ist, hat "DeinBus" seit längerem die in der Wetterau und im Main-Kinzig-Kreis als Subunternehmen tätigen regionalen Busbetriebe nicht mehr bezahlt.

Busunternehmen ist pleite: Subunternehmen droht

Am Donnerstag drohte ein für "DeinBus" fahrendes Subunternehmen, zur Mittagszeit seine Fahrten einzustellen und informierte die Wetterauer Zeitung. Betroffen gewesen wäre vor allem der Schülerverkehr. Kinder und Jugendliche aus den Friedberger und Bad Nauheimer Schulen wären nicht oder verspätet nach Hause gekommen.

Der Wetteraukreis zeigte sich als Schulträger wenig beeindruckt und gab die Verantwortung an die Verkehrsgesellschaft Oberhessen weiter. "Uns ist die Lage nicht egal. Wir haben den Busverkehr an die VGO übertragen und sind uns sicher, dass das von uns beauftragte Nahverkehrsunternehmen den Betrieb sicherstellen wird", sagte Kreispressesprecher Michael Elsass auf Anfrage.

Busunternehmen ist pleite: Telefon laufen heiß

Bei der Verkehrsgesellschaft in Friedberg liefen dagegen am Donnerstagvormittag die Telefone heiß. Zu präsent waren noch die Erinnerungen an das Chaos im Busverkehr Ende 2016. Seinerzeit hat die von der VGO beauftragte Verkehrsgesellschaft Mittelhessen aus wirtschaftlichen Gründen ihren Vertrag nach eineinhalb Jahren gekündigt.

"Wir haben mit dem im Auftrag von ›DeinBus‹ fahrenden Subunternehmen, das mit drei Bussen unterwegs ist, eine Lösung gefunden", teilte VGO-Geschäftsführer Armin Klein auf Anfrage dieser Zeitung mit. "Das Unternehmen aus dem Hochtaunuskreis wird das Geld für den August erhalten. Für die Zeit davor muss die Forderung an den Insolvenzverwalter gestellt werden."

Busunternehmen ist pleite: Nicht mal Geld für Sprit

Ein weiteres Bus-Chaos ist damit freilich nicht endgültig gebannt. Wie aus Branchenkreisen verlautet, kann "DeinBus" derzeit in anderen Landkreisen nicht einmal den Treibstoff für seine Busse bezahlen. So übernimmt die Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig als Auftraggeber die Kosten für das Betanken der Busse.

"Die Aufrechterhaltung des Busverkehrs hat für uns hohe Priorität", lässt John Mewes, Pressesprecher des Main-Kinzig-Kreises, wissen. "In diesem Sinne ist das kurzfristige Eingreifen der KVG zu verstehen, die den Kraftstoff bezahlt." 

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