In ungewohnter Umgebung, dem Bürgerhaus in Nidda, stimmen die Kreistagsabgeordneten einstimmig für Verstärkerbusse im Schülerverkehr. FOTO: PV
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In ungewohnter Umgebung, dem Bürgerhaus in Nidda, stimmen die Kreistagsabgeordneten einstimmig für Verstärkerbusse im Schülerverkehr. FOTO: PV

Schulbusse: Hilfe aus Wiesbaden

  • vonred Redaktion
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Wetteraukreis(prw). Das Land Hessen will die Kommunen beim Einsatz von zusätzlichen Bussen für die Schülerbeförderung während der Corona-Pandemie unterstützen (siehe Bericht S. 7). Das geht aus einer Antwort des Hessischen Wirtschaftsministers Tarek Al-Wazir an Landrat Jan Weckler hervor. Weckler hatte das Land vor zwei Wochen um Prüfung gebeten, ob der Einsatz von Reisebussen im Linienverkehr ermöglicht werden könne. "Die positive Rückmeldung aus Wiesbaden begrüße ich sehr", sagt der Wetterauer Landrat. "Wir freuen uns, dass die Initiative des Wetteraukreises aufgegriffen wurde."

Die lokalen Nahverkehrsversorger, im Wetteraukreis die Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO), hatten von Beginn der Pandemie an Maßnahmen ergriffen, um das Infektionsrisiko in den Bussen zu minimieren. Da seit Beginn des neuen Schuljahres wieder alle Schüler den Regelunterricht besuchen, sind die Busse nahezu voll. Vor dem Hintergrund der kalten Jahreszeit in Corona-Zeiten eine schwierige Situation. Schulträger und Verkehrsgesellschaften sind beim Einsatz weiterer Fahrzeuge, wie derzeit ungenutzter Reisebusse, auf die Unterstützung des Landes angewiesen.

Diese Unterstützung hat die Landesregierung nun in der Antwort an Landrat Weckler zugesagt. Sofern durch eine Entzerrung der Anfangszeiten in der Schule keine ausreichende Entlastung für die vollen Bussen erreicht werden kann, ist das Land grundsätzlich zu Hilfen zwischen den Herbst- und Osterferien bereit. Dies gelte für den Einsatz von Reisebussen im freigestellten Schülerverkehr als auch für den Linienverkehr. Die genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen wurden laut Al-Wazir bereits mit den Regierungspräsidien abgestimmt. Eine Entzerrung der Schulanfangszeiten wurde im Wetteraukreis bereits gemeinsam mit der VGO und dem Staatlichen Schulamt geprüft. Die geltenden Fahrpläne im Liniennetz sind bis ins Detail austariert. Da der Schülerverkehr in den Linienverkehr integriert ist und die Fahrpläne an Anschlüsse im Bus- und Bahnverkehr ausgerichtet sind, ist eine Schulzeitenstaffelung nur in Einzelfällen möglich. Eine Ausrichtung der Fahrpläne auf neue Schulzeitkorridore würde die Verlässlichkeit des ÖPNV gefährden, da auch die Pendler auf zuverlässige Verbindungen angewiesen sind. "Der Einsatz von Bussen, die als Verstärkerfahrten auf besonders belasteten Linien eingesetzt werden, ist daher für den Wetteraukreis eine sinnvolle Lösung, die im Übrigen auch den Busunternehmen hilft", betont Weckler.

Kreistag einstimmig für mehr Busse

Erfreut zeigt sich der Landrat darüber, dass Staatsminister Al-Wazir eine finanzielle Förderung des Landes für den Einsatz zusätzlicher Busse in Aussicht stellt: "Auch der Wetteraukreis ist bereit, seinen Beitrag zu leisten. Die zusätzlichen Kosten können wir aber nicht alleine tragen." Weckler hofft, dass es zeitnah eine Regelung hierüber gibt.

Der Wetterauer Kreistag hat in seiner gestrigen Sitzung mit großer Mehrheit einen Beschluss gefasst, der es möglich macht, Verstärkerbusse im Linienverkehr einzusetzen. Demnach soll die VGO beauftragt werden, auf besonders ausgelasteten Strecken in den 103 Schultagen zwischen Herbst- und Osterferien zusätzliche Busse einzusetzen.

Voraussetzung hierfür soll neben der Verfügbarkeit von Bussen auch eine Mitfinanzierung des Landes sein. Auch unabhängig einer verbindlichen Zusage des Landes will der Kreistag finanzielle Mittel für die Verstärkerbusse einsetzen. "Wir werden mit diesen Maßnahmen nicht alle Probleme lösen und keine Wunder bewirken können. Aber wir können im Rahmen unserer Möglichkeiten, organisatorisch und finanziell, unseren Beitrag dazu leisten, dass wir die unbefriedigende Situation zumindest auf den besonders belasteten Linien verbessern können", sagte Weckler.

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