Die CDU-Politiker schauen sich, begleitet von Chefarzt Tibo Gerriets (3. v. l.) und GZW-Geschäftsführer Dirk M. Fellermann (2. v. r.) die Untersuchungsräume an.	FOTO: PM
+
Die CDU-Politiker schauen sich, begleitet von Chefarzt Tibo Gerriets (3. v. l.) und GZW-Geschäftsführer Dirk M. Fellermann (2. v. r.) die Untersuchungsräume an. FOTO: PM

Schnelles Handeln ist entscheidend

  • vonRedaktion
    schließen

Friedberg (pm). Bis zu 270 000 Menschen pro Jahr erleiden allein in Deutschland einen Schlaganfall, 75 000 sterben in der Akutphase. Damit ist der Schlaganfall zur zweithäufigsten Todesursache geworden. Aus der Erkenntnis heraus, dass eine möglichst sofortige spezielle Behandlung die Folgen des Schlaganfalls minimieren kann, wurden seit 1990 bundesweit flächendeckend Stroke Units eingerichtet.

Einen eigenen Eindruck von der Stroke Unit im Bürgerhospital Friedberg machten sich die Mitglieder des Arbeitskreises Soziales der CDU-Kreistagsfraktion unter der Leitung von Dirk Thilo Vogel. Nach ihrem Gespräch mit Dr. Dirk M. Fellermann, Geschäftsführer des Gesundheitszentrums Wetterau (GZW), und Chefarzt Prof. Tibo Gerriets zeigten sie sich beeindruckt.

Bei wem der Schlaganfall nicht direkt zum Tod führt, der leidet häufig an bleibenden Folgen; bundesweit ist eine Million Menschen nach einem Schlaganfall behindert. Bereits jetzt belaste der Schlaganfall einschließlich seiner Folgeerkrankungen das deutsche Sozialsystem mit jährlichen Ausgaben von zehn Milliarden Euro - mit drastisch steigender Tendenz, wie es in einer GZW-Pressemitteilung heißt.

Ursache von Schlaganfällen sind laut Gerriets Durchblutungsstörungen und Hirnblutungen im Verhältnis vier zu eins. Durchblutungsstörungen werden ausgelöst, wenn ein Thrombus (Blutgerinnsel) eine Hirnarterie verstopft. Ihren Ausgangspunkt haben die Thromben in der Regel entweder in einer Arteriosklerose (»Verkalkung«) der Halsschlagader oder im Herzen.

Überlebenschance steigt um ein Viertel

Gerriets stellte die inzwischen von acht auf elf Betten aufgestockten Stroke Unit am Bürgerhospital Friedberg als eine hoch spezialisierte Abteilung vor, in der ein multiprofessionelles Team alles tue, um die Folgen eines Schlaganfalls für den Patienten zu reduzieren und - im besten Fall - zu beseitigen.

So steigere die Behandlung eines Patienten in einer Stroke Unit seine Überlebenswahrscheinlichkeit um 25 Prozent und senke das Risiko von Tod oder gravierenden Folgeschäden sogar um 31 Prozent. »Das sind sensationelle Werte, die belegen: Schlaganfallstationen sind höchst effizient«, sagte Gerriets. Dieser Erfolg basiere auf einer standardisierten Abfolge von Untersuchungen und Behandlungen einschließlich des sofortigen Beginns von Reha-Maßnahmen, die so nur in einer speziell darauf zugeschnittenen Abteilung mit hervorragend geschultem Personal möglich sei.

Fellermann schilderte die unterschiedlichen Bemühungen, im Herbst 2018 die Finanzierung der Stroke Units zu erhalten. »Wir haben überzeugende Zahlen und konnten uns damit letztlich durchsetzen, auch weil die Politik in diesem Fall mitgezogen hat«, betonte er unter Verweis auf entsprechende Gesetzesvorlagen aus dem Bundesgesundheitsministerium.

Mitglieder des Arbeitskreises bekundeten angesichts der präsentierten Daten und Fakten ihre Zufriedenheit mit dem Ausgang der Auseinandersetzung und zollten Gerriets und seinem Team großes Lob und großen Dank für die erfolgreiche Arbeit.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare