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Stammschwimmer Eric Hutter - hier im Gespräch mit Rettungsschwimmer Jannik Weiser - ist in dieser Saison nur einen Tag nicht im Wasser gewesen.

Schlusspfiff nach Verlängerung

  • VonHarald Schuchardt
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Friedberg-Ockstadt (har). Eine Woche später als ursprünglich geplant ist am Sonntag im Quellwasserschwimmbad die zweite Badesaison unter Corona-Bedingungen zu Ende gegangen. Angesichts der günstigen Wetterprognose hatte der Vorstand des Fördervereins Quellwasserschwimmbad, der das Bad seit 2012 mit Unterstützung der Stadt Friedberg betreibt, beschlossen, die Saison um eine Woche zu verlängern.

Doch das Wetter spielte nicht an allen Tagen mit. Trotzdem wurden in der Verlängerungswoche noch einmal 635 Besucher gezählt, darunter viele Saisonkarten-Inhaber, wie Sigrid Feix, die sich über die Verlängerung sichtlich freute. »Für mich ist das Wasser ein Heilmittel, da tut mir nichts weh«, sagte die Ockstädterin, die auch an der immer montags angebotenen Wassergymnastik mit Julia Schoof teilnahm. Am Sonntag gehörte sie ebenso zu den letzten Badegästen wie der katholische Dekan und Friedberger Pfarrer Stefan Wanske, der ab Dezember in Gießen tätig sein wird. »Ich will sehen, dass ich nächstes Jahr hin und wieder komme, das Wasser ist hier angenehm temperiert und nicht überhitzt«, sagte Wanske nach seiner letzten Runde am Sonntag im fast 21 Grad warmen Wasser. Noch eines war dem Gottesmann wichtig: »Es ist nahezu genial, wie hier mit den Pandemieregeln umgegangen wird. Man fühlt sich nicht eingeengt.«

Nicht einen Tag hatte das Bad geschlossen, was Vereinsmitglied Eric Hutter ausgiebig nutzte. »Ich war nur einen Tag nicht im Wasser,«, berichtete der Ockstädter. Ein Gewitter verhinderte die täglichen Schwimmrunden Hutters, der ehrenamtlich im IT-Bereich für den Verein tätig ist.

So viel Lob freute Stefan Ewald, der sich - trotz des nicht immer idealen Schwimmbadwetters - mit dem Saisonverlauf zufrieden zeigte. Immerhin wurden 13 352 Besucher gezählt, davon alleine im Juni bei »Superschwimmbadwetter« (Ewald) 7112 Personen. In einem Sommer mit durchschnittlichen Temperaturen kommen im Schnitt bis zu 17 000 Besucher, im extrem heißen Sommer 2018 waren es 26 700. »Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr ohne Corona wieder 25 000 Besucher begrüßen können«, sagte Ewald, der auch zahlreiche »Erstgäste« begrüßen konnte, darunter Besucher aus dem Rhein-Main-Gebiet und Mittelhessen, was auf die überregionale Berichterstattung zurückzuführen war.

Ein neuer Stammgast aus Frankfurt sagte zu Ewald: »Wo gibt es denn überhaupt noch ein Quellwasserschwimmbad mit so einer familiären Atmosphäre?« Der Verzicht auf ein Zeitfenster wurde von den Besuchern gelobt. Ewald: »Wir hatten da keine Probleme. Unsere Obergrenze lag bei 350 Besuchern gleichzeitig im Bad.«

Da nicht alle den ganzen Tag im Bad verbrachten, konnten beispielsweise am 19. Juni, einem der heißen Tage, 684 Besucher das Bad nutzen. »Unsere Gäste waren immer sehr diszipliniert, der Badebetrieb verlief die ganze Saison über reibungslos«, sagte Ewald. Das bestätigte auch Rettungsschwimmer Jannik Weiser, der am Sonntag die letzte Badeaufsicht in dieser Saison übernommen hatte. »Wir sind ein tolles Team«, sagte der Ockstädter, der seit vier Jahren zum inzwischen 18-köpfigen Aufsichtsteam gehört.

Rettungsschwimmer ausgebildet

Alleine in diesem Jahr bildete der Verein sieben Rettungsschwimmer aus, und unter der Leitung von Jana Mörler und deren Team konnten 80 Kinder und Jugendliche ihr Schwimmabzeichen - vom Seepferdchen bis Gold - erlangen. In Intensivkursen erlernten 15 Kinder das Schwimmen, und einige Erwachsene buchten Kurse, um ihre Schwimmtechnik zu verbessern.

20 Mädchen erlernten in einem Kurs das »Meerjungfrauschwimmen« mit einer Flosse. »Das war ein echtes Highlight in dieser Saison«, blickte Ewald zurück, der nun auf eine coronafreie Saison im nächsten Jahr hofft - so wie Jannik Weiser, dem doch noch etwas »Negatives« einfiel: »Ich bin traurig, heute geht die Saison zu Ende.«

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