Mohnblumen wie hier zwischen Friedberg und Rosbach sehen nicht nur schön aus, sie locken auch Insekten an.		FOTO: NICI MERZ
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Mohnblumen wie hier zwischen Friedberg und Rosbach sehen nicht nur schön aus, sie locken auch Insekten an. FOTO: NICI MERZ

Sauber und blumig

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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Friedberg (jw). In der Kreisstadt soll eine Feldwegesatzung erlassen werden. Einen entsprechenden Antrag der SPD hat der Ausschuss für Energie, Wirtschaft und Verkehr am Mittwochabend im Bürgerhaus Ockstadt bei Nein-Stimmen aus CDU und UWG sowie einer Enthaltung der FDP mehrheitlich beschlossen.

Wie SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Klaus-Dieter Rack, der auch Ortsvorsteher in Dorheim ist, sagte, seien Schäden, Verunreinigungen und Beeinträchtigungen durch unstatthafte Nutzung der Wege der Grund, weshalb eine solche Satzung erlassen werden sollte. Gerade bei feuchter Witterung komme es immer wieder zu Verschmutzungen und Beschädigungen der Feldwege, öfter würden auch die Wegeränder umgegraben, statt dort Wildblumen zum Erhalt der Lebensräume von Insekten und anderen Kleintieren anzupflanzen. Mit einer Satzung habe die Stadt eine bessere Handhabe, um solche Schäden und illegale Wegenutzungen zu ahnden, sagte Rack.

Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) erinnerte daran, dass Feldwege vorrangig Wege für die Landwirtschaft seien und von anderen Nutzer wie Radfahrern oder Spaziergängern genutzt werden dürften. Bernd Stiller (Grüne) schlug vor, das Grünamt solle bei der Erarbeitung der Satzung diejenige aus Gießen als Vorlage nutzen. »Es soll eine naturschutzorientierte Vorlage entstehen.« Antkowiak lehnte ein »enges Korsett« für die Verwaltung ab. »Meine Mitarbeiter haben eigene Ideen.« Denen die Grünen traditionsgemäß nicht trauen. Ihr Ergänzungsantrag, die Gießener Satzung als Vorlage zu nutzen (was kluge Verwaltungsmitarbeiter ohnehin tun, da das Rad nicht ständig neu erfunden werden muss), wurde abgelehnt.

Zweifel an der Umsetzung

Bernd Fleck (CDU) und Matthias Ertl (UWG) äußerten Zweifel über die Sinnhaftigkeit einer solchen Satzung. »In Städten, die das haben, fehlt es oft an der Umsetzung.« Der Feldschütz ist längst ein Relikt der Vergangenheit, die Überprüfung dürfte am Personalmangel scheitern.

Carl Cellarius (Grüne) warnte davor, Geldbußen auszusprechen und sich »mit den Landwirten anzulegen«. Andererseits seien viele Brutplätze verloren gegangen, weil die Feldraine in der Vergangenheit oft bis zum Weg umgegraben worden seien. Rack sagte, im Zuge der Aktion »Sauberhaftes Friedberg« müssten in den Stadtteilen Personen gefunden werden, die Missstände an die Stadt melden. Also quasi Freizeit-Feldschütze.

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