Sandiges Zuhause: (von links) Sven Steinrück (Jagd- und Naturschule Hessen), Stefanie Friederich und Franka Hensen (beide Naturschutzfonds Wetterau) und Marcel Hett (Sandgrube Ober-Rosbach, begutachten den kürzlich aufgeschütteten Bienenhügel. FOTO: PM
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Sandiges Zuhause: (von links) Sven Steinrück (Jagd- und Naturschule Hessen), Stefanie Friederich und Franka Hensen (beide Naturschutzfonds Wetterau) und Marcel Hett (Sandgrube Ober-Rosbach, begutachten den kürzlich aufgeschütteten Bienenhügel. FOTO: PM

Sandhaufen für Erdnister

  • vonred Redaktion
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Wetteraukreis(pm). Der Wetteraukreis will sich stärker für den Schutz von Bienen und anderen Insekten einsetzen. Der Kreistag hat schon vor rund zwei Jahren die Verwaltung beauftragt, "Maßnahmen zu ergreifen zur Förderung einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt zum Schutz von Bienen und anderen Insekten". Eine Möglichkeit ist die Anlage von Bienenhügeln, einer wurde jetzt in der Gemarkung Reichelsheim errichtet. Der in der flachen Landschaft deutlich sichtbare Sandhügel sticht Spaziergängern in der Gemarkung Reichelsheim schon von Weitem ins Auge.

Auf einer Fläche des Landschaftspflegeverbandes Naturschutzfonds Wetterau wurde kürzlich ein Bienenhügel aufgeschüttet. "Bei dem neu errichteten Hügel handelt es sich keineswegs einfach um einen Lagerplatz für überschüssigen Sand, sondern vielmehr um einen neuen Nistplatz für Wildbienen und andere Insekten, die auf einem angelegten artenreichen Rain ausreichend Nahrung finden können", erklärt Franka Hensen, Geschäftsführerin des Naturschutzfonds Wetterau. Für mehr Insektenschutz hat der Naturschutzfonds zusammen mit Dienststellen der Kreisverwaltung und mit weiteren Akteuren vor Ort bereits eine Vielzahl von blühenden Wegen und Rainen angelegt, die zahlreichen Insekten und seltenen Vogelarten Nahrung und Unterschlupf bieten sollen. Viele Gartenbesitzer haben aus Sorge um die stark rückläufige Zahl von Wildbienen bereits ein Insektenhotel in ihrem Garten oder auf dem Balkon aufgestellt. Allerdings bevorzugt nur ein Viertel aller Wildbienenarten diese Nisthilfen. Rund 340 verschiedene Arten wie zum Beispiel die Frühlingsseidenbiene, Weidensandbiene und Braunbrüstige Hosenbiene sind sogenannte Erdnister. Neben Futtermangel und unsachgemäß eingesetzten Pflanzenschutzmitteln sind fehlende Nistplätze ein großes Problem für diese wichtigen Bestäuber der Kulturlandschaft. Die Herstellung eines geeigneten Nistplatzes für die Erdnister ist ganz einfach und bietet sich auch für den eigenen Garten an. Der Sandhügel besteht aus rund sieben Kubikmeter ungewaschenem Sand. Handelsüblicher gewaschener Spielsand ist für die Nistplätze ungeeignet, da die Niströhre einbrechen könnte und der Haufen meist instabil ist.

Hunde fernhalten

"Besonders stärkere Regenereignisse können zu einem flächigen Abspülen des Sandmaterials führen", erläutert Landrat Jan Weckler, Vorsitzender des Naturschutzfonds Wetterau. Bewuchs sollte regelmäßig entfernt werden, um flächiges Zuwachsen der Sandfläche zu vermeiden. Auch Hunde sollten dort nicht ihre Geschäft verrichten.

Die Sandgrube Hett in Ober-Rosbach unterstützte den Naturschutzfonds bei der Anlage des Bienenhügels durch eine kostenfreie Abgabe des Sandes. Die Jagd- und Naturschule Hessen, mit Sitz in Reichelsheim, organisierte den Transport und steht auch für die Pflegemaßnahmen vor Ort künftig zur Verfügung.

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