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Die Säuleneiche auf dem Dorheimer Marktplatz ist nicht mehr standsicher und muss gefällt werden. (Foto: nic)

Ortsbildprägender Baum

Säuleneiche mit Klumpfuß muss gefällt werden

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Stolze 21 Meter hoch und rund 140 Jahre ist die Dorheimer Säuleneiche. In ein paar Wochen wird sie gefällt. Der Baum ist krank. Bei einem Sturm könnte er aufs Gelände der Kita fallen.

Wir fällen die Eiche auch nicht gerne", sagt Baumgutachter Matthias Zorn. Eine Alternative sehe er nicht. Die Umstehenden blicken betroffen auf den Stamm der rund 140 Jahre alten Säuleneiche auf dem Dorheimer Marktplatz. Der Kriegerverein habe den Baum einst gepflanzt, als Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg, sagt Ortsvorsteher Dr. Klaus-Dieter Rack (SPD). Doch auch Friedenseichen kommen in die Jahre, werden alt und gebrechlich.

Wie Zorn den Mitgliedern des Ortsbeirats in Anwesenheit von Bürgermeister Dirk Antkowiak und Michael Leicht vom städtischen Grünamt am Dienstagabend erläuterte, hat sich am Fuß des Stammes die Weißfäule ausgebreitet. Von außen wirkt der Pilz unscheinbar, so etwas sieht man an vielen Bäumen. Was der Schädling im Inneren angerichtet hat, sieht man nicht. Man kann dies aber messen, und genau dies tun Baumgutachter. Die Bohrungen haben ergeben, dass der Pilz den Stamm größtenteils zerstört hat.

Keine genügende Restwandstärke

Damit ein geschädigter Baum standfest ist, muss er eine Restwandstärke von mindestens 30 Prozent des Radius’ aufweisen. Bei der Säulen-Eiche sind es deutlich weniger (siehe Kasten). Stellenweise ist die Zellulose hinter der Borke laut Zorn komplett zerstört. Innerhalb der nächsten drei Monate müsse der Baum gefällt werden. Dass die Eiche krank ist, sieht man aber auch von Außen. Der Stamm hat sich zu einem Klumpfuß entwickelt. Ist ein Baum krank, packt er neues Material auf die kranken Stellen drauf. Hätte man früher eingreifen müssen? Das fragte sich Ortsvorsteher Rack. Er bemängelte, der Ortsbeirat sei nie über den Zustand des Baumes informiert worden. Schließlich gab es schon 2013 und 2016 Messungen. Zu dieser Zeit sei die Standfestigkeit noch gegeben gewesen, sagte Zorn. Auch der in Dorheim ansässige Baumpfleger Martin Götz sah letztlich keine Chance, die Eiche zu retten. Lichte man die Krone, um dem Wind weniger Angriffsfläche zu geben, pflege man den Baum nur kaputt.

Die Stadt will einen neuen Baum pflanzen. Das begrüßte der Ortsbeirat und hofft, dass die Nachpflanzung nicht zu lange auf sich warten lässt. Ohne Baum dürfte der Dorheimer Marktplatz recht kahl aussehen.

Infobox

Umsturzgefahr

Akut ist die Umsturzgefahr nicht, aber die Standsicherheit der Dorheimer Säuleneiche ist nicht mehr gegeben. Laut der Bohrwiderstandsmessungen betragen die Restwandstärken des Stammes statt der erforderlichen 30 Prozent des Radius nur noch zwischen 13,8 und 0 Prozent. Aus Gründen der verkehrssicherheit muss der Baum gefällt werden. Angesichts des aktuell starken Schädlingsbefalls mit dem Eichenprozessionsspinner soll am Marktplatz keine Eiche mehr gepflanzt werden. Gedacht ist an eine Säulenhainbuche. (jw)

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