Rotes Licht, wenns Wasser knapp wird

  • Jürgen Wagner
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Friedberg(jw). Der Blick aus dem Fenster zeigt in diesen Tagen meist einen regenverhangenen Himmel. Dass Wasser im Sommer regelmäßig knapp wird, kommt einem momentan nicht in den Sinn. Aber politisches Denken ist Denken an und in die Zukunft, weshalb die Grünen im Stadtparlament wissen wollten, was sich in Sachen Wasserampel tut.

Anfang 2021 führt die OVAG die Wasserampel ein. Sie zeigt an, ob das Trinkwasser knapp wird. Der Klimawandel und die Niederschlagsrückgänge in den letzten Jahren führen dazu, dass die Lieferung von Trinkwasser aufgrund wasserrechtlicher Auflagen gedrosselt werden kann. Ist die Stadt darauf vorbereitet? Was ist geplant? Das wollten die Grünen wissen. Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) sagte, die Wasserampel werde zeitnah realisiert. Die Stadtwerke stünden im regelmäßigen Austausch mit weiteren Wasserversorgern, um eine Gefahrenabwehrverordnung für die Trinkwassernutzung zu erlassen, sagte Antkowiak.

Burgfeld: Wasser aus Tiefbrunnen

Die Grünen fragten auch nach städtischen Konzepten bei Trockenheit. Wie werden dann Bäume bewässert? Der Bürgermeister sagte, in Trockenperioden würden seitens der Stadt keine öffentlichen Grünflächen bewässert, bis auf Sportflächen und Baumstandorte. Das Burgfeld werde über einen Tiefbrunnen bewässert. 2021 soll an der Kläranlage ein Feuerwehr-Tankanschluss für Löschwasser installiert werden. Die Warnung von Carl Cellarius (Grüne), eine Wasserentnahme aus der Kläranlage führe zur Wasserknappheit in der Usa, dies sei ein "riesiges Problem für die Fische", wiesen Antkowiak und Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender ins Reich der Legenden. "Nicht einmal ein Promille" der Wassermenge werde an den Saugrohrstellen entnommen, sagte der Bürgermeister. "Der Wasserstrom versiegt nicht." Fließgewässer müssten eine Mindestmenge an Wasser aufweisen, darüber wache die Untere Wasserschutzbehörde, erläuterte Hollender und fügte hinzu: "Keine Sorge, die Fische sind geschützt."

Und die Bürger? Wie gießen die im Sommer ihren Garten, wenn Trinkwasser knapp wird? Die Stadt empfehle, das durch versiegelte Flächen anfallende Regenwasser in Zisternen zu sammeln und als Brauchwasser zu nutzen, sagte der Bürgermeister. Meldet man die Zisterne bei der Stadt an, reduziert sich die Niederschlagswassergebühr. Verbindlich festgeschrieben sind Zisternen aber nur in neuen Baugebieten.

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