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Vor allem die vielen Unfälle im Wald bereiten den Wetterauer Rettungsdiensten aktuell Probleme. Man arbeite an der Belastungsgrenze, sagt der Leiter der Leitstelle. SYMBOLFOTO: DPA

Retter am Limit

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Wetteraukreis (hed/prw). Die Rettungsdienste im Wetteraukreis arbeiten derzeit zum Teil an der Belastungsgrenze. Das sagt Matthias Nickel, Leiter der Zentralen Leitstelle des Wetteraukreises, in einem von der Pressestelle veröffentlichtem Interview. Die Leitstelle koordiniert rund 40 000 Einsätze im Jahr. Momentan sind es täglich ca, 200 Rettungsdiensteinsätze

Man arbeite zurzeit im Hochlastbetrieb, sagt Nickel. Die Zehn-Minuten-Hilfsfrist nach einem Anruf werde aber »noch« eingehalten. Mit dem besser werdenden Wetter und dem veränderten Freizeitverhalten während der Pandemie gebe es zunehmend Einsätze, bei denen es schwierig sei, die Hilfesuchenden überhaupt zu finden. »Es gibt vermehrt Einsätze in Waldgebieten, wo Mountainbiker oder Nordic Walker abseits der Wege einen Unfall haben, teilweise mit komplizierten Knochenbrüchen. Dann wird es natürlich schwer, zu einem solchen Unfallopfer zu kommen.« Nickel bittet daher alle Waldbesucher, auf den ausgewiesenen Wegen für Mountainbiker oder Wanderer zu bleiben »und nicht querfeldein über Stock und Stein zu rasen«. Auch gebe es eine ganze Reihe von internistischen Einsätzen. Einige hätten sich einfach zu viel vornehmen. »Besonders in den letzten Tagen, wo es so warm war, überschätzte sich der ein oder andere. Das sind besonders solche Personen, die die ganze Zeit nichts getan haben.« Sein Rat: es langsam angehen lassen.

Wer sich in einer Notlage befindet, sollte den Notruf 112 wählen. »Über diese Notrufnummer können wir bei knapp 80 Prozent der im Umlauf befindlichen Handys eine Ortung aktivieren. Voraussetzung ist natürlich, dass sich der Anrufer in der Nähe mindestens eines Funkmastes befindet«, erläutert Nickel. Anrufer sollten zumindest den Ausgangspunkt ihrer Tour nennen, möglichst auch das Ziel. »Und wenn es charakteristische Punkte in der Nähe gibt, wie Funktürme oder Ähnliches, dann sollte er uns diese ebenfalls angeben. Und am besten sollte man nicht allein auf solche Touren gehen.«

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