Sie wollen Stühle, Lampen und vieles mehr reparieren: Die Gruppe um Sarah Reichel (vorne rechts) und Joachim Siebert (4. von rechts).
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Sie wollen Stühle, Lampen und vieles mehr reparieren: Die Gruppe um Sarah Reichel (vorne rechts) und Joachim Siebert (4. von rechts).

»Repair-Café«: Reparieren und Kontakte knüpfen

Friedberg (har). Vor fünf Jahren wurde in Amsterdam das erste »Repair-Café« eröffnet, inzwischen gibt es weltweit über 400 dieser Einrichtungen: Cafés, in denen Menschen kostenlos Dinge reparieren, von Elektrogeräten über Lampen bis zu Kleinmöbeln. Bald auch in Friedberg.

In Wetzlar und Frankfurt wird jeden Monat repariert, in Bad Nauheim wird damit begonnen. Auch in Friedberg wurde nun der erste Schritt hin zu einem »Repair-Cafés« getan. Im Festsaal des Caritaszentrums »St. Bardo« trafen sich am Dienstag 17 Interessierte.

Erfreut über die große Resonanz waren die Initiatoren um Sarah Reichel, Leiterin des Caritas-Projekts »SoNAh« (sozialraumorientierte Netzwerke in der Altenhilfe) und Joachim Siebert, Vorsitzender des Seniorenbeirats und der Ehrenamtsagentur. Zu den Partnern zählt auch die Evangelische Familienbildungsstätte Wetterau. Was die Initiatoren noch mehr überraschte, war die Altersspanne: Die reichte von 16 bis 75. Zwar stellten Rentner und Pensionäre gut die Hälfte der Anwesenden, doch auch ein Ingenieur, ein Lehrer und mehrere im Sozialbereich tätige Männer und Frauen waren gekommen. »Das ist ein richtig großer Rahmen hier«, meinte Mechthild Langhans, die am Aufbau des »Repair-Cafés« in Bad Nauheim beteiligt ist.

Anderswo längst ein Selbstläufer

»Ich bin gekommen, weil mich das Thema einfach interessiert«, meinte Miriam Guba, mit 16 Jahren das Küken der Gruppe. Nach der Vorstellungsrunde erläuterte Sarah Reichel die Ziele. Die Reparaturkultur soll wieder in die Gesellschaft getragen und der soziale Zusammenhalt der Gemeinschaft gefördert werden. Jeder kann ein defektes Gerät, aber auch Kleidung, die gestopft werden muss, hinbringen und mit zusehen, wie geschraubt, geklebt oder geflickt wird. Dazu gibt es Kaffee und Kuchen. »In anderen Orten ist das ein Selbstläufer«, sagte Reichel. In Mainz würden die monatlichen Treffen regelrecht überrannt.

Auch in Friedberg soll das »Repair-Café« monatlich geöffnet werden. Als Veranstaltungsort wurde vorgeschlagen, mit der THM, einer Schule oder der Volkshochschule zu kooperieren. Dann könnten auch Schüler oder Studenten mitwirken. »Es soll eine generationsübergreifende Einrichtung werden. Außerdem wären einige Werkzeuge und genügend Räume vorhanden«, sagte Siebert. Zusammen mit Sarah Reichel, Robert Grogull und Barbara Willkomm bildet er das Organisationsteam, das die Raumfrage klären soll. Als Öffnungstag wurde der Freitagnachmittag oder der Samstag genannt, damit auch Berufstätige mitmachen können.

»Vielleicht können wir schon dieses Jahr loslegen«, sagte Reichel. Jedenfalls war das Interesses groß: Gleich zehn der 17 Anwesenden wollen im »Repair-Café« mitarbeiten. Wer ebenfalls Interesse hat, kann sich mit Sarah Reichel im Caritas-Zentrum St. Bardo (Tel. 0 60 31/7 37 90 oder per E-Mail unter s.reichel@caritas-giessen.de) in Verbindung setzen. Das »Repair Café« ist auf Facebook vertreten, Infos gibt’s auch unter www.ehrenamtsagentur-friedberg-hessen.de.

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