Der neue Vorstadt des Regionalbauernverbands Wetterau-Frankfurt. 	FOTOS: PM
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Der neue Vorstadt des Regionalbauernverbands Wetterau-Frankfurt. FOTOS: PM

Regionalbauernverband unterstützt Klage

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Wetteraukreis (pm). Unter den geltenden Corona-Regelungen hielt der Regionalbauernverband Wetterau-Frankfurt kürzlich seine Mitgliederversammlung ab. Rund 40 Landwirte waren der Einladung gefolgt. Auf Gäste und Hauptreferat wurde ebenso verzichtet wie auf den gemeinsamen Imbiss - stattdessen gab es eine Maskenpflicht, bis der Sitzplatz eingenommen war.

Das Fazit der Vorsitzenden Andrea Rahn-Farr für 2019 fiel durchwachsen aus. Die Anstrengungen des Verbands in der Öffentlichkeitsarbeit seien erfolgreich gewesen, es gebe eine »deutlich verbesserte Wahrnehmung der bäuerlichen Anliegen«. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und Gruppierungen laufe immer besser. Rahn-Farr: »Die zuständigen Behörden im Wetteraukreise sollten ihre Spielräume zugunsten der Betriebe nutzen. Wir brauchen keine reine Eingriffsverwaltung, sondern eine aktive Beratung, auf die die Landwirte in speziellen Betriebszweigen wie der Direktvermarktung vertrauen können.«

Eine große Baustelle sei nach wie vor die Düngeverordnung. Der Verband unterstütze die vom Gesellschafter des Karbener Margarethenhofs, Karl Wilhelm Kliem, eingereichte Klage gegen die Ausweisung eines »Roten Gebietes«, wo weitreichende Auf- lagen gelten sollen. Dabei ist die Grundwasserqualität laut Rahn-Farr durchweg gut bis sehr gut, eine Nitratbelastung des Grundwassers in der Wetterau sei »quasi nicht feststellbar«. Die bisherigen Messstellen seien nicht repräsentativ.

Aus dem Unmut über die Verordnung hatte sich im Herbst zunächst ein »stiller Protest« mit grünen Kreuzen auf den Äckern, dann ein lauter Protest mit Trecker-Demos und öffentlichen Aktionen entwickelt, die von der Bewegung »Land schafft Verbindung« (LsV) initiiert wurden - unterstützt vom Bauernverband. »Die neue Bewegung hat mobilisiert wie lange nicht«, sagt Rahn-Farr. Sie hoffe auf ein fruchtbares Zusammenwirken mit LsV, an der sich auch viele Mitglieder beteiligten.

Geschäftsführer Florian Dangel ging auf die Entwicklungen im Verband ein. Aktuell habe dieser wegen des Strukturwandels in der Landwirtschaft noch ca. 1200 Mitglieder - bei sinkender Tendenz. Der Bedarf an Beratung steige jedoch eher an, sei es bei rechtlichen Fragen, der Unterstützung bei Anträgen oder als Beistand für landwirtschaftliche Ortsvereine, die durch Ausweisungen von Baumaßnahmen oder Schutzgebieten betroffen seien. Anke Krüger stellte ihren Bericht zur Öffentlichkeitsarbeit in Form eines Videos vor. Der Vorstand stellte laut der Pressemitteilung den Antrag, einen Zusatzbeitrag für Öffentlichkeitsarbeit zu erheben, dem nach längerer Diskussion zugestimmt worden sei.

Einsparungen ergeben durch eine Umstrukturierung: Der bisherige Geschäftsführer Dangel wird künftig noch mit zwei Sprechtagen als Justiziar für den Verband zur Verfügung stehen und ansonsten in das Rechtsreferat des Hessischen Bauernverbandes wechseln. Als neuer Geschäftsführer stellte sich Marcus Schepp vor, der - ebenfalls in Teilzeit - die Geschäftsstelle leiten sowie in Agrarfachfragen beraten wird. »Ich stehe Ihnen gerne zur Verfügung - bitte rufen Sie uns an«, warb Schepp.

Die Wahlen zum Vorstand brachten altersbedingte Wechsel auf drei Positionen. Als Kandidaten stellten sich die jungen Betriebsleiter Tatjana Roloff (Altenstadt), Henning Starck (Florstadt) und Christopher Wyschka (Niddatal) der Versammlung vor, die einstimmig gewählt wurden - ebenso wie die zur Wiederwahl angetretenen Vorstandsmitglieder Sebastian Kartmann (Nidda), Daniel Knorr (Münzenberg), Mathias Mäser (Büdingen) und Claudia Seiboldt (Frankfurt).

Reiner Wagner aus Florstadt-Stammheim trat aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl an. Ihm überreichte Andrea Rahn-Farr als Dank und Anerkennung für die Mitarbeit im Vorstand über 30 Jahre die silberne Ehrennadel.

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