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Tempo 30? Daran halten sich nicht alle Kraftfahrer, die durch Bauernheim fahren. Am Ortseingang endet der Radweg, Radfahrer müssen hier die Straße queren. Was gefährlich ist. Deshalb fordert der Ortsbeirat eine Querungshilfe.

Ortsbeirat Bauernheim

Friedberg: Gefahrenstelle für Radfahrer in Bauernheim soll entschärft werden

  • Jürgen Wagner
    VonJürgen Wagner
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Mehr Sicherheit für Radfahrer fordert der Ortsbeirat Friedberg-Bauernheim. Die Grünen fordern den Bau einer Querungshilfe am Ortseingang, auch um Raser auszubremsen.

Friedberg – Bauernheim ist nicht sehr groß, die Ortsdurchfahrt nur wenige hundert Mal lang. Fährt man vorne rein, kommt man nach kurzer Zeit wieder hinten raus. Manchmal, berichten Anwohner, geht das sogar sehr schnell. Etwa dann, wenn Autofahrer sich nicht an das Tempo-30-Gebot halten und mit hoher Geschwindigkeit durch den Ort rasen.

Die Grünen haben am Montag im Ortsbeirat nun den Antrag gestellt, am Ortseingang aus Richtung Friedberg auf der Kreisstraße 171 eine Mittelinsel einzurichten. Sie soll als Querungshilfe für Radfahrer und Fußgänger dienen. Dafür gibt es Zuschüsse aus der Förderung der Nahmobilität von bis 70 Prozent«, sagte Ortsbeiratsmitglied Beate Neuwirth.

Friedberg: Gefährliche Straßenüberquerung

Der Radweg von und nach Friedberg endet am Ortseingang auf der linken Fahrbahnseite. Fahrradfahrer müssen hier die Straße überqueren. Nicht alle tun das, sagte Neuwirth. Dann fahren sie auf dem schmalen Bürgersteig weiter und kommen Fußgängern in die Quere. Die Überquerung ohne eine Mittelinsel sei sehr gefährlich, sagte Neuwrith und verwies auf das mitunter hohe Tempo mancher Autofahrer.

Neuwirth hat die Straße selbst vermessen und eine Skizze angefertigt. Die Querungshilfe könne in Höhe der hausnummer 28 eingerichtet werden, schlug sie vor. An dieser Stelle habe die Straße die nötige Breite. Daniel ster (SPD) erinnerte daran, dass Hessen-Mobil schon einmal eine Querungshilfe abgelehnt hat. Es sei gut, nicht locker zu lassen. Bei einem Ortstermin mit Hessen-Mobil und dem Ordnungsamt könne vor Ort überlegt werden, was rechtlich möglich ist. Der Grünen-Antrag wurde samt dieser Ergänzung einstimmig angenommen.

Kritikwürdig ist aus Sicht der Grünen auch die Beschilderung für Radfahrer. Es gebe zu wenige Hinweisschilder, an wichtigen Stellen fehlten sie oder sie seien unleserlich. Angesichts der Tatsache, dass immer mehr Menschen das Rad in der Freizeit oder für den Weg zur Arbeit nutzen, sei es dringend nötig, die Beschilderung zu verbessern. Auch dieser Antrag wurde einstimmig beschlossen.

Friedberg: Knotenpunkt soll entschärft werden

Die gefährlichste Stelle für Radfahrer befindet sich außerhalb der Ortslage von Bauernheim, wo die K 171 auf die L 3351 trifft. Zwischen Fauerbach und Dorheim sind die Autofahrer mit hohem Tempo unterwegs. Aus Bauernheim kommende Radfahrer müssen die Straße überqueren; der Radweg führt dann weiter durch die Felder zur Usa. Eine Radwegeplanung sei in Arbeit, sagte Neuwirth. »Aber wir wissen nicht, wie die Planung aussieht.«

Bevor Nägel mit Köpfen gemacht werden, will der Ortsbeirat mitreden. Darauf zielt der Grünen-Antrag, der Magistrat solle die Planungen offenlegen. Daniel Ster (SPD) schlug eine Änderung vor: Der Magistrat soll nun den Stand der Dinge bei Hessen-Mobil in Erfahrung bringen und dann den Ortsbeirat informieren. Das wurde einstimmig beschlossen. Wie der ehemalige Ortsvorsteher Uli Hausner (SPD) sagte, habe Hessen-Mobil den Bau eines Kreisels am Knotenpunkt abgelehnt; dieser würde zu nah an den Aussiedlerhof heranreichen. Jetzt seien Querungshilfen geplant, die den Verkehr abbremsen und den Radfahrern als Fluchtpunkte dienen.

Auch Stadtrat Johannes Contag (Grüne), im Bauernheimer Ortsbeirat Ansprechperson des Magistrats, versprach, sich dafür einzusetzen, den Ortsbeirat frühzeitig zu informieren. Dass dies nötig ist, unterstrich Neuwirth: »Ich habe schon abgeschlossenne Planungen erlebt, die eine Katastrophe waren und trotzdem umgesetzt wurden.« Und die Leute hätten sich 30 Jahre lang geärgert. Das wolle man verhindern.

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