Alle Seiten gleich: Die Aussage der Werke sind es aber nicht. FOTO: PV
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Alle Seiten gleich: Die Aussage der Werke sind es aber nicht. FOTO: PV

Quadrat als Kunstobjekt

  • vonred Redaktion
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Friedberg(pm). Das Quadrat wird zum vielseitigen Kunstobjekt: Das Quadrat als demokratische Form, in der alle Seiten gleich sind, es kein oben und unten gibt, kein rechts oder links. Damit hat sich der Friedberger Künstler Kunibert Fritz befasst und eine Ausstellung für die Galerie Hoffmann in der Görbelheimer Mühle konzipiert: "Das unfolgsame Quadrat" heißt die Schau und wird ab Samstag, 5. Dezember, zu sehen sein.

Kunibert Fritz, der ruhige Maler mit dem Schlagzeug, wie er gerne genannt wird, hat zusammen mit seinem Sohn Jan Daniel Fritz einen Katalog gemacht. Sein Sohn sagt: "Die Quadratur des Quadrates hat meinen Vater seit 60 Jahren in ihren Bann gezogen. Bis heute regt sie ihn dazu an, das Quadrat zu ästhetisieren. seine vielschichtigen ›Untersuchungen‹, wie man die Bilder vielleicht auch betiteln könnte, sind der Beweis."

Er hat die Corona-Krise und die damit zur Verfügung stehende Zeit genutzt, um sich intensiv mit dem Œuvre von Kunibert zu befassen, es zu fotografieren, zu archivieren und mit ihm darüber zu sprechen. Dabei sei Jan Daniel bewusst geworden, wie konsequent sein Vater sich über die Jahre mit einem Thema, einer Form befasst hat. Mal steht das Quadrat im Zentrum der Arbeit, mal ist es das Mikro-Element, aus dem sich ein Großzeichen oder eine Gesetzmäßigkeit entwickelt.

Die Geschichte, dass Kunibert Fritz schon als Schüler seine Stadt-Zeichnungen von Frankfurt auf Millimeterpapier zeichnete, erscheint in diesem Zusammenhang wie eine Vorahnung dessen, was man seit den 60er Jahren von ihm "orchestriert" bekommt. Eugen Gomringer beschreibt dies in einem Katalogtext, wobei er auf das musikalische Element von Kuniberts Arbeiten hinweist.

Das "unfolgsame Quadrat" als Themengruppe wurde bewusst als Widerspruch gewählt. Die Werke zeigen sehr deutlich, wie sie aus dem Rahmen des Quadrates nun mit eigenen Regeln fallen können, es wird nichts zerstört, keine Farbe läuft über den Rand, aber das Quadrat bekommt neue Möglichkeiten - andere Gefühle werden geweckt

Zu sehen sein werden auch Werke von Camille Graeser, Bob Bonie, Timm Ulrich, Achim Czemper. Jan van Munster. Eric Snell, Attila Kovacs oder Hans Jörg Glattfelder.

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