Frühjahrsputz

Putz-Tricks von der Expertin: Babyöl lässt Edelstahl glänzen

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Die ersten Sonnenstrahlen haben die Wetterau erreicht. Jetzt steht in vielen Haushalten der Frühjahrsputz an. Wie man dem Schmutz am besten den Kampf ansagt, erklärt Wirtschafterin Britta Jeromin.

Die sonnigen Tage der vergangenen Wochen haben bei vielen bereits für Frühlingsgefühle gesorgt. Doch die tiefstehende Sonne hat auch einen Nachteil: Sie macht den Staub der dunklen Jahreszeit in den Wohnungen sichtbar. Höchste Zeit also, den Frühjahrsputz anzugehen. Die gelernte Wirtschafterin Britta Jeromin, die bei der FAB gGmbH in Friedberg zuständig für den Bereich Hauswirtschaft bei FABiS ist, gibt dafür nützliche Tipps.

Welche Ecken werden denn beim Putzen gerne mal vergessen?

Britta Jeromin: Das sind häufig Mülleimer und Spülmaschine. Bakterien und Keime können sich dort ideal vermehren. Also sollte man regelmäßig den Deckel und Rand der Mülleimer sowie die Dichtungen der Spülmaschine reinigen. Idealerweise mit Essig.

Beim Putzen stellt sich mir immer die Frage, welches Reinigungsmittel das beste ist.

Jeromin: Ich rate dazu, auf Chemie so weit wie möglich zu verzichten. Man braucht eigentlich nur drei Dinge: milden Allzweckreiniger, Spülmittel und – bei hartnäckigerem Schmutz – flüssige Scheuermilch. Ansonsten gibt es einige Hausmittel wie Essig und Salz, die sich zur Reinigung eignen.

Von welchen Hausmitteln sprechen Sie noch?

Jeromin: Ich schwöre auf Zitronensaft und Zitronenschalen. Eingebranntes im Backofen lässt sich leicht entfernen, wenn man eine Schale Wasser mit Zitronensaft hineinstellt und den Backofen anschaltet. Durch das verdunstende Wasser weichen die Verkrustungen auf, und der Ofen lässt sich leicht auswischen.

Zitrone, wirklich?

Jeromin: Ja, Zitronensäure ist auch gut für die Reinigung von Abflüssen. Ausgepresste Zitronenschalen sind auch gut, um sie in den Geschirrspüler zu geben und ein Mal mitspülen zu lassen.

Wofür ist das denn gut?

Jeromin: Zum einen für den Duft und zum anderen unterstützt Zitronensäure die Reinigungswirkung.

Haben Sie noch weitere Tipps und Kniffe?

Jeromin: Für den Abfluss eignet sich Natron oder Backpulver. Ein Päckchen in den Abguss geben, heißes Wasser drauf, 20 Minuten einwirken lassen und dann wieder heißes Wasser nachschütten – fertig. Das bindet auch Gerüche. Natron kann man für fast alles benutzen. Bei angebrannten Töpfen etwa kann man etwas Natron mit Wasser aufkochen. Das löst die Verkrustung und der Topf lässt sich mühelos reinigen.

Frühjahrsputz ist wie ein Blumenstrauß für die Seele

Britta Jeromin

Kann man damit auch Kalkspuren an den Armaturen zu Leibe rücken?

Jeromin: Da hilft Zahnpasta, die man mit einer Zahnbürste verreibt. Nachdem es einwirken konnte, abspülen und mit einem Baumwolltuch polieren. Essig eignet sich auch gut zum Reinigen von Fenstern oder Spiegeln.

Unangenehm ist immer das Toiletteputzen. Haben Sie dafür einen Tipp?

Jeromin: Was super in der Toilette funktioniert, ist Gebissreiniger. Das ist Aktivsauerstoff, und der löst Urinstein und Kalk. Am besten über Nacht einwirken lassen, am nächsten Morgen einmal mit der Bürste durch, und es ist sauber.

In der Küche wird viel mit Fett hantiert. Das lässt sich immer schwer beseitigen. Gibt es dafür auch eine Hausmittel-Variante?

Jeromin: Ja, Babyöl. Etwa für die Dunstabzughaube.

Man kann mit Babyöl reinigen?

Jeromin: Nein, natürlich muss man da zuerst mit Allzweckreiniger ran. Aber danach bringt es Edelstahl wieder zum Glänzen. Wenn man die Esse gereinigt hat, kann man sie mit dem Öl einreiben. Das hat auch den Vorteil, dass das Putzmittelstreifen entfernt und sich Fett vom Kochen künftig leichter entfernen lässt.

Ich kenne nur wenige Menschen, die gerne putzen. Wie kann man denn den inneren Schweinehund überwinden?

Jeromin: Das kommt von ganz alleine. Mit der Sonne kommt automatisch der Impuls, dass man etwas bewegen will. Ich finde, der Frühjahrsputz ist wie ein Blumenstrauß für die Seele. Was das Fasten oder die Diät für den Körper ist, ist der Frühjahrsputz für die Seele.

Sollte ich das Putzen nicht planen?

Jeromin: Ich würde das nicht planen, denn dann ist Druck, ein Zwang dahinter. Es macht viel mehr Spaß, wenn ich etwas freiwillig mache, weil ich es aus mir heraus einfach möchte. Dann gehe ich auch ganz anders an die Sache heran.

Man sollte sich beim regelmäßigen Putzen immer einen anderen Schwerpunkt legen

Britta Jeromin

Wenn der Impuls kommt, wie gehe ich dann vor?

Jeromin: Am besten macht man eine Liste mit dem, was man alles saubermachen möchte.

Womit fange ich an?

Jeromin: Wenn etwa die Sonne scheint und ich sehe die schmutzigen Fenster, dann sollte ich vielleicht damit anfangen. Wenn es bedeckt ist, bietet sich erst mal das Ausmisten des Kleiderschranks an. Aber wichtig ist: Ich muss mir vermerken, was ich gemacht habe und was noch offen ist. Sonst verliere ich den Überblick.

Auf der Liste kann ich auch den Fortschritt sehen. Das motiviert.

Jeromin: Ja, genau.

Muss der Frühjahrsputz an einem Tag geschehen?

Jeromin: Um Gottes Willen, bloß nicht! Dann verliert man wieder die Lust. Es soll ja Spaß machen. Mit Spaß geht man ganz anders an die Sache ran und bekommt auch Ideen und Inspirationen, etwas neu zu gestalten.

Wie kann man denn vorbeugen, dass der Frühjahrsputz eine riesige Aktion wird?

Jeromin: Man sollte sich beim regelmäßigen Putzen immer einen anderen Schwerpunkt legen. Idealerweise von Zimmer zu Zimmer, damit es nicht zu Verkrustungen kommt. So machen das auch unsere Mitarbeiter bei den Kunden.

Info

Alltagsbegleitung FABiS

Die FAB gGmbH für Frauen, Arbeit, Bildung in Friedberg ist eine gemeinnützige Organisation, die als Bildungs- und Beschäftigungsträger mit Schwerpunkt Qualifizierung und (Wieder-)Eingliederung von benachteiligten Personen in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt tätig ist. Der Fokus liegt dabei auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf und der Förderung von Mädchen und Frauen. Dazu gehört auch ein Betreuungsangebot: Der Bereich FABiS bietet Alltagsbetreuung von Senioren und Familien an. Das sind etwa haushaltsnahe Dienstleistungen, wie Putzen, Waschen, Kochen, Begleiten und Pflegen aber auch Gesprächskreise für pflegende Angehörige und Objektreinigung.

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