Pfarrer Hans-Joachim Dietze wird von (v. l.) Regina Abend, Propst Matthias Schmidt, Julia Gabriel und Jörg Kieckbusch entpflichtet.
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Pfarrer Hans-Joachim Dietze wird von (v. l.) Regina Abend, Propst Matthias Schmidt, Julia Gabriel und Jörg Kieckbusch entpflichtet.

Die Propheten im Blick

  • vonUdo Dickenberger
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Friedberg/Niddatal(udo). Hans-Joachim Dietze ist 23 Jahre lang Pfarrer in Bruchenbrücken und 16 Jahre Pfarrer in Ilbenstadt gewesen. Am Sonntag wurde er in der Bruchenbrückener Kirche von Propst Matthias Schmidt entpflichtet und von den evangelischen Kirchengemeinden St. Alberus Bruchenbrücken und Ilbenstadt in den Ruhestand verabschiedet.

Auf den Festgottesdienst folgte ein Empfang am Fischteich. Katja Bickert musizierte im Gottesdienst an der Orgel, und Silke Krostewitz, Constanze Bickert, Johanna Friedwald und Ruben Dietze sangen von der Empore.

Pfarrer Dietze begrüßte die Gäste zu seinem vermutlich letzten Gottesdienst in Bruchenbrücken und erinnerte an seine erste Trauung vor 23 Jahren. Am Tag vor seiner Verabschiedung als Pfarrer hatte ihn das damalige Brautpaar besucht und "war immer noch zusammen". Mit einem Erntelied eröffnete der Chor den Gottesdienst. Psalm 23 - "Der Herr ist mein Hirte" - wurde gemeinsam gebetet. Die Schriftlesung aus dem ersten Buch Mose galt der Berufung Abrahams, der ein Segen sein sollte.

Musik und Kinder besonders wichtig

Dietze predigte darüber, wie ihm beide Gemeinden ans Herz gewachsen seien. Er habe in der Wetterau Wurzeln geschlagen. Schon von der Amtseinführung sei er positiv überrascht worden. Dietze erinnerte an seinen weiten Weg ins Pfarramt und die Propheten Elia und Jona, auf die er an wichtigen Stationen seines Lebens geblickt habe. Für das Leben nach dem Pfarramt verlasse er sich auf den Engel des Herrn.

Propst Schmidt sprach über die Aufgabe von Geistlichen, Menschen an Wendepunkten zu begleiten. Es gelte, Hoffnung zu vermitteln. Dietze sei der Ökumene verpflichtet gewesen und habe sich mit Migrationsfragen befasst. Von ihm würden Erinnerungen in Bruchenbrücken bleiben. Dekan Volkhard Guth erinnerte an gemeinsame Erlebnisse in der Fortbildung.

Sandra Adam sagte die Programmpunkte beim Empfang an und erzählte Anekdoten aus dem Arbeitsalltag. Der "Regenbogenchor", in dem die Eheleute Dietze aktiv waren, sang über die "Wonderful World". Uwe Kröhl grüßte für den Kirchenvorstand in Bruchenbrücken und sprach über das Kommen und Gehen. Die Zusammenarbeit mit Kindern und die Musik seien für Dietze besondere Anliegen gewesen. Anita Weiße hob für den Kirchenvorstand Ilbenstadt hervor, dass Musical und Theater Dietze am Herz gelegen hätten. Der Flötenkreis erinnerte an Dietzes Mitwirken in diversen Projekten und spielte "An hellen Tagen". Die Pfarrer Evelyn Giese, Bernd Richardt und Manfred Weschke sprachen über die gute Zusammenarbeit: "Du bist jetzt entpflichtet, du musst nicht mehr, du darfst nur noch." Wescke kritisierte den Traditionsabbruch durch die Aufgabe des Pfarramts in Bruchenbrücken. Doch der Pfarrer gehe, die Gemeinde bleibe.

Die Krippenspiel-Kinder der vergangenen Jahre sangen über das "Fest für den Hajo am See". Gunther Best grüßte als Ortsvorsteher und Peter Loch sowie Carolin Denkler für die Ortskartelle. Dietzes Person lasse nicht vor Ehrfurcht erstarren. Er habe am Leben der Menschen teilgenommen. Der Niddataler Bürgermeister Michael Hahn dankte, und der Posaunenchor Bruchenbrücken bot mit "Gott loben, das ist unser Amt" einen Abschiedsgruß dar.

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