Eine alleinige Erneuerung der Bahnsteige im Friedberger Bahnhof schaffe keine Barrierefreiheit, argumentiert "Pro Bahn".
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Eine alleinige Erneuerung der Bahnsteige im Friedberger Bahnhof schaffe keine Barrierefreiheit, argumentiert »Pro Bahn«.

Bahnhof-Umbau

»Pro Bahn« gegen Verkürzung der Bahnsteige in Friedberg

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Der Fahrgastverband »Pro Bahn« hat die Pläne für den Friedberger Bahnhof unter die Lupe genommen - und dazu einige Forderungen aufgestellt.

Bei einem Ortstermin haben sich die Regionalverbände Mittelhessen und Großraum Frankfurt im Fahrgastverband »Pro Bahn« dem Bahnhof Friedberg gewidmet. Dieser soll in den nächsten Jahren barrierefrei ausgebaut werden (die WZ berichtete). Die alte Personenunterführung kann nicht saniert werden, es kommt zu Bauverzögerungen.

Wie »Pro Bahn« in einer Pressemitteilung schreibt, sieht der Verband »nun die ideale Chance, nochmals grundsätzlich über das Gesamtprojekt nachzudenken«. Das bedeute auch, die erste Ausbaustufe mit der Erneuerung der Bahnsteige auszusetzen. Die alleinige Erneuerung bringe dem Fahrgast nichts, weil dadurch die barrierefreie Erreichbarkeit der Züge nicht ermöglicht werde, argumentiert »Pro Bahn«. »Zudem müsste bei dem späteren Unterführungsneubau ein Teil der neuen Bahnsteige wieder abgebrochen werden.«

Fahrgastzuwächse von 30 bis 50 Prozent werden erwartet

»Pro Bahn« spreche sich gegen die bisher geplante Verkürzung der Bahnsteige aus, weil dann die Regionalzüge nicht auf die Kapazitäten verlängert werden könnten, die für die anstehende Verkehrswende benötigt würden. »Für die Main-Weser-Bahn werden Fahrgastzuwächse von 30 bis 50 Prozent vorausgesagt, auch ist sie eine wichtige Ausweichstrecke bei einer Störung der Schnellstrecke zwischen Kassel und Frankfurt. Daher müssen alle Möglichkeiten der Kapazitätserweiterung offengehalten und die Bahnsteige in gleicher Länge wiederaufgebaut werden«, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Zudem unterstütze der Fahrgastverband das Anliegen der Stadt Friedberg, eine durchgängige Personenunterführung bis zur Fauerbacher Straße beziehungsweise der Straße »Zur Zuckerfabrik« zu schaffen. Mit dieser Maßnahme sei der Bahnhof endlich auch von der östlichen Seite aus erreichbar. Das sorge für eine Attraktivitätssteigerung des Friedberger Bahnhofs und lasse damit mehr Fahrgäste erwarten. »Daher müssen sich das Land Hessen und die Deutsche Bahn an der durchgängigen Personenunterführung beteiligen, sodass die Stadt nicht alle Kosten tragen muss«, fordert »Pro Bahn«.

Die notwendig gewordene Planung einer komplett neuen Personenunterführung habe den Vorteil, dass diese südlich der alten gebaut werden könne. »So kann ein breiterer direkter Zugang auf der Westseite in die Stadt und zum neuen Busbahnhof entstehen. Sie erschließt außerdem die Bahnsteige in der Bahnsteigmitte, das verkürzt die Laufwege für die Fahrgäste.«

Zwei Treppen pro Bahnsteig gefordert

Ein Kritikpunkt der Fahrgastvertreter sind die bisher geplanten Aufgänge und Aufzüge zu den Bahnsteigen. Mit Ausnahme des Bahnsteigs Gleis 2 und 4 sei nur je ein Treppenaufgang geplant. Aufgrund der starken Fahrgastbewegungen durch Umsteigen fordert »Pro Bahn« den Bau von zwei Treppenanlagen für alle Bahnsteige. Nur so würden Engpässe im Berufsverkehr verhindert.

»All das erfordert eine umfassende Neuplanung. Der Fahrgastverband ›Pro Bahn‹ bringt sich in diese Debatte gerne ein. Die Planungen sollten zügig beginnen, denn die Friedbergerinnen und Friedberger warten schon Jahrzehnte auf den barrierefreien Um- und Ausbau ihres Bahnhofs.« ARCHIVFOTO: VPF

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