Nur Stoßlüften ist zu wenig, sagt der Kreiselternbeirat. Für die Sicherheit von Schülern und Lehrkräften fordert er neben Wechselunterricht und verbindlichen Sicherheitsstandards zusätzliche Luftfiltergeräte in den Klassenräumen. SYMBOLFOTO: DPA
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Nur Stoßlüften ist zu wenig, sagt der Kreiselternbeirat. Für die Sicherheit von Schülern und Lehrkräften fordert er neben Wechselunterricht und verbindlichen Sicherheitsstandards zusätzliche Luftfiltergeräte in den Klassenräumen. SYMBOLFOTO: DPA

Präsenz, Distanz und Luftfilter

  • vonred Redaktion
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Wetteraukreis(pm), In der Diskussion um den Gesundheitsschutz von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften sowie ums richtige Lüften von Klassenräumen (wir berichteten) legt der Kreiselternbeirat noch einmal nach.

In einer Petition unter dem Titel "Sicheren Unterricht unter bestem Infektionsschutz für unsere Kinder!" an Landrat Jan Weckler, die Leiterin des Staatlichen Schulamtes, Dr. Rosemarie zur Heiden, und den Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Reinhold Merbs, hat die Elternvertretung drei Forderungen formuliert.

Erstens: Präsenzunterricht auch unter Einbeziehung von Wechselunterricht für höhere Jahrgänge sichern. Zweitens sollen Schutzmaßnahmen für diesen Winter mit "Investitionen über die allgemeinen AHA+L Regel hinaus" erfolgen. Dritter Punkt: die Sicherung eines "verlässlichen Distanzunterrichts".

Lüftungsanlagen als Ergänzung

Das Bildungsangebot und die Bildungschancen für alle Schülerinnen und Schüler müssten natürlich auch unter den Pandemiebedingungen gesichert werden. Hierfür müsse aber alles unternommen werden, das Infektionsrisiko innerhalb des Präsenzunterrichtes für alle Beteiligten so gering wie möglich zu halten.

Daher fordert der Kreiselternbeirat auch angepasste Unterrichtsmodelle wie den Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht "in altersgerechter Form". Grundschulen sollten hintangestellt werden, da in diesem Alter kein eigenständiges und unbetreutes Lernen zu Hause möglich sei. Spätestens ab der Mittelstufe könne aber ein zeitweises selbstständiges Arbeiten erwartet werden. Der Wechsel zwischen Distanz- und Präsenzphasen gewährleiste dabei weiterhin den direkten Austausch der Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften und auch untereinander. Lernplattformen wie WTK-EDU ermöglichen dies auch in den Distanzphasen."

Zum Thema Schutzmaßnahmen meint die Elternvertretung: "Der Infektionsschutz an den Schulen besteht bisher wesentlich im Einhalten der allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln, soweit dies das eingeschränkte Raumangebot überhaupt zulässt. Das oben geforderte Wechselmodell würde darüber hinaus die Kontaktzahlen reduzieren."

Das Teilen der Lerngruppen wirke gleich dreifach: Verdoppelung des Abstandes, Halbierung der Personenzahl und damit der Aerosole im Raum und Halbierung der Kontaktzeiten. Dies reduziere auch das Infektionsrisiko vor und nach dem Unterricht, etwa in der Schulmensa oder der Schülerbeförderung.

In Sachen Lüftung fordert die Elternvertretung: "Alle technischen Möglichkeiten des Infektionsschutzes, etwa Lüftungsanlagen oder Luftfilter ergänzend zum einfachen Lüften in den Klassenräumen, müssen für den jetzt beginnenden Winter offensiv ausgebaut werden. Hierzu müssen schnell und pragmatisch Zulassungs- und Haftungsfragen geklärt und die notwendigen Gelder bereitgestellt werden. Bereits beschaffte Geräte, die den allgemeinen Sicherheitsvorschriften genügen, müssen provisorisch in den Schulen zugelassen werden."

Nach festgestellter Corona-Infektion in einer Klasse müsse eine sofortige Information aller Kontaktpersonen in der Schule erfolgen, insbesondere der betroffenen Lerngruppe. Dies müsse verbunden werden mit Quarantäne- und Testmaßnahmen, um eine Weitergabe des Virus sicher auszuschließen. Hierzu fordert der Kreiselternbeirat einen "klar gefassten Ablaufplan des Gesundheitsamtes", auch um das Vertrauen in die behördlichen Schutzmaßnahmen herzustellen.

Parallel zu allen Maßnahmen zur Sicherung des Präsenzunterrichtes müsse auch die Verlässlichkeit im Distanzunterricht nach verbindlichen Standards hergestellt werden - zur Sicherung der Beschulung einzelner Schülerinnen und Schüler oder Lerngruppen in Quarantäne, zur vorbeugenden Umsetzung von Wechselmodellen und zur Vorbereitung eines allgemeinen Distanzunterrichtes nach dem Stufenplan des Kultusministeriums.

Der Kreiselternbeirat schreibt: ."Es ist uns bewusst, dass für all dies große Anstrengungen, personelle und finanzielle Aufwendungen notwendig sind. Das Schulsystem ist aber eine tragende Säule unserer Gesellschaft - in der aktuellen Situation und für die Sicherung der Zukunft unserer Kinder. Die notwendigen Investitionen sollten hier eine Selbstverständlichkeit sein. Auch über Corona hinaus."

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