Zu Besuch bei Olaf Berger (2. v. r.) an der THM in Friedberg sind (v. l.) Markus A. Schmidt, Ilie Ploscaru, Beate Hammerla und Helge Müller. FOTO: PM
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Zu Besuch bei Olaf Berger (2. v. r.) an der THM in Friedberg sind (v. l.) Markus A. Schmidt, Ilie Ploscaru, Beate Hammerla und Helge Müller. FOTO: PM

Potenzial in der Ex-Kaserne

  • vonred Redaktion
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Friedberg(pm). Mit 81 Studiengängen bietet die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) ein umfassendes und praxisorientiertes Ausbildungsprogramm auf einem hohen Niveau. Allein in Friedberg können die Studierenden in 25 Fachrichtungen einen Abschluss erwerben. Im Gespräch mit dem Vizepräsidenten der Hochschule, Prof. Olaf Berger, informierten sich die Friedberger Freien Demokraten über aktuelle Themen und die Zukunftspläne der THM für den Standort Friedberg.

"Die THM bringt junge Leute und frische Ideen in unsere Stadt, deshalb ist sie für uns Liberale ein wichtiger Partner auf dem Weg in ein zukunftsorientiertes und modernes Friedberg", äußerte sich Dr. Markus A. Schmidt, stellvertretender Vorsitzender der Kreisstadt-FDP, nach dem Gespräch. "Deshalb unterstützen wir insbesondere die Pläne der THM für eine Präsenz auf dem Gelände der ehemaligen Ray Barracks."

Möglicher Standort für 3-D-Drucker

"Die ehemalige US-Kaserne ist für uns ein hochinteressanter Standort", erklärte Berger, der im Präsidium der THM für den Standort Friedberg verantwortlich zeichnet. "Sie bietet uns die Chance, das Friedberger Anwender- und Technologiezentrum zu verwirklichen und dort zum Beispiel an einem Standort die zahlreichen 3-D-Drucker, die die THM am Standort Friedberg in verschiedenen Fachbereichen betreibt, zu konzentrieren." Aus Sicht von Beate Hammerla wäre ein solches Zentrum "eine große Bereicherung für den Wirtschaftsstandort Friedberg und ganz Mittelhessen". Hammerla war bis vor Kurzem als Geschäftsführerin bei der Industrie- und Handelskammer in Friedberg tätig. Gerade für Probefertigungen und kleine Stückzahlen biete der 3-D-Druck beispielsweise in der Werkzeugfertigung neue Möglichkeiten, Kosten zu senken und Innovationen zu realisieren. "Ein solches Anwender- und Technologiezentrum ließe sich auch großartig mit einem Gründerzentrum verknüpfen, in dem Studierende und Absolventen mit Unterstützung der Hochschule mit etablierten Unternehmen und finanzstarken Investoren zusammengebracht werden," erläuterte Schmidt.

"Über die sogenannten TransMIT-Zentren, in denen Studierende und Absolventen unter Leitung erfahrener Professoren und technischer Unterstützung der Hochschule ihre Ideen zur Marktreife bringen können, hat die THM in diesem Bereich immens viele gute Erfahrungen gemacht und entscheidende Expertise aufgebaut," erklärte Berger. Die THM kooperiert stets mit regionalen Unternehmen und der Wirtschaftsförderung Wetterau, um Ausgründungen zu ermöglichen und Ideen an den Markt zu bringen.

"Leider fehlt es in Friedberg bislang aber an freien Gewerbeflächen, sodass viele dieser Start-ups in andere Städte abwandern," beklagt Ilie Ploscaru, Mitglied der FDP Friedberg. "Durch die Verzögerungen bei der Entwicklung der ehemaligen Ray Barracks verliert die Stadt Friedberg Zeit, Geld und gute Leute", kommentiert Helge Müller, Schatzmeister der Friedberger FDP. "Man darf aber auch nicht übersehen, dass die Erschließung des Geländes hohe Investitionen der Stadt Friedberg erfordern wird.

"Die Entwicklung der ehemaligen US-Kaserne ist vielleicht das wichtigste Stadtentwicklungsprojekt Friedbergs dieses Jahrhunderts", kommentierte Schmidt am Ende des rund zweistündigen Gesprächs. "Es bietet sich eine einmalige Chance, nachhaltiges Wohnen mit zukunftsorientierten Arbeitsplätzen gemeinsam zu entwickeln. Gerade die Forschungsarbeit im Bereich Energieeffizienz, die Professor Berger selbst an der THM betreibt, ist ›Zukunft made in Friedberg‹."

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