Die roten Klinkergebäude im Norden der Friedberger Kaserne werden ab Februar 2022 als Flüchtlingsunterkunft des Landes Hessen genutzt.
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Die roten Klinkergebäude im Norden der Friedberger Kaserne werden ab Februar 2022 als Flüchtlingsunterkunft des Landes Hessen genutzt.

Landes- und Kommunalpolitik

Flüchtlingsunterkunft entsteht in Friedberg: Platz für 1000 Menschen

  • Jürgen Wagner
    VonJürgen Wagner
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Ab Februar 2022 will das Land Hessen Geflüchtete auf dem alten Kasernengelände in Friedberg unterbringen. Nun erläuterten die Verantwortlichen erstmals Details zu den Plänen.

Friedberg – Im Februar ziehen 1000 Flüchtlinge in die Friedberger Kaserne ein. Jetzt gab es erste Informationen vom Regierungspräsidium Gießen über den Betrieb der Einrichtung. Für Montagabend (15.11.2021) hatte der Friedberger Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) Vertreter des Regierungspräsidiums Gießen ins Rathaus eingeladen. Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich und Manfred Becker, Abteilungsdirektor für Flüchtlingsangelegenheiten, standen Magistrat, Ältestenrat und Verwaltung Rede und Antwort.

Die hessischen Erstaufnahmeeinrichtungen sind voll, mit aktuell 5790 geflüchteten Menschen. Jede Woche kämen 100 Personen hinzu, berichtet Bürgermeister Antkowiak von dem Treffen. Das Land habe alle anderen Möglichkeiten der Unterbringung ausgeschöpft, Jugendherbergen und Hotels könnten keine weiteren Personen mehr aufnehmen. Die Kapazitäten seien ausgeschöpft.

Land Hessen braucht Kaserne in Friedberg als Flüchtlingsunterkunft

Angesichts dessen habe das Land Hessen die alten Kasernengelände in den Blick genommen. Die roten Klinkergebäude im Norden der Friedberger Kaserne hatte das Land bereits 2015 als Flüchtlingsunterkunft herrichten lassen, letztlich aber doch nicht genutzt und wieder geräumt.

Antkowiak: »Wir wollten wissen, welche Auswirkungen die Unterbringung der Flüchtlinge für die Stadt haben.« Die Antwort des RP: Keine unmittelbaren. Das Land betreibt die Flüchtlingsunterkunft, bringt hierfür insgesamt 90 Arbeitskräfte mit. Antkowiak: »Es wird einen Sicherheitsdienst geben, der rund um die Uhr im Einsatz ist und einen eigenen Sanitätsdienst.«

Neue Flüchtlingsunterkunft in Friedberg: Großkantine wird eingerichtet

Aus Sicherheitsgründen werden in den Unterkünften keine eigenen Kochstellen erlaubt. Das Land richtet eine Kantine ein. Auch eine Sozialbetreuung wird es vor Ort geben. Antkowiak: »Das haben wir gefordert. Ich habe auch darum gebeten, ein eigenes WLan aufzubauen. Die Flüchtlinge wollen den Kontakt zu ihren Familien halten, das kann man verstehen. Es darf aber nicht dazu kommen, dass die Hotspots in der Stadt belagert werden.«

Das Land werde mit der Bundesanstalt für Immobilienverwaltung (BImA) einen Vertrag über ein Jahr abschließen. Antkowiak: »Im Februar soll’s losgehen.« Es handele sich bei der Flüchtlingsunterkunft um eine Durchlaufstation bis zur Anerkennung. »Danach werden die Menschen auf die hessischen Landkreise verteilt.«

Friedberg will Bürger im Frühjahr umfassend informieren

Auch wenn die Kaserne eingezäunt ist: Die Flüchtlinge dürfen das Gelände selbstverständlich verlassen. Die Kinder werden aber keine Friedberger Kitas oder Schulen besuchen. Sie werden in der Flüchtlingsunterkunft auf die Schule vorbereitet, lernen Deutsch. Zur Sozialbetreuung gehören auch Sport-Angebote.

Für das Frühjahr plant die Stadt eine Informationsveranstaltung für die Bürger. Die Vertreter des Regierungspräsidiums hätten ihre Bereitschaft zur Teilnahme erklärt, um die Bürger zu informieren. Und um den einen oder die andere Freiwillige/n zu gewinnen. Antkowiak: »Es werden Ehrenamtliche gesucht, die sich in der Flüchtlingsbetreuung engagieren.« Das RP wolle hierfür Kontakt zum Runden Tisch für Flüchtlingsbetreuung aufnehmen. Im Moment stehen die 4000er-Gebäude, wie die Klinkerbauten in der Kaserne genannt werden, leer. Sie sollen jetzt eingerichtet werden, die Vorbereitungen für die Aufnahme der 1000 Menschen haben bereits begonnen.

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