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Pfarrer Dr. Horst Gebhard: Brückenbauer und Türöffner

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Von: Harald Schuchardt

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Als "Pfarrer zum Anfassen" ist Dr. Horst Gebhard aus Ockstadt in der ganzen Wetterau bekannt. Jetzt hat er sein goldenes Priesterjubiläum gefeiert.

Spontaner Beifall während und langer Applaus nach einer Predigt sind nicht üblich. Anders war dies am Freitagabend beim Dankgottesdienst anlässlich des 50-jährigen Priesterjubiläums von geistlichem Rat Pfarrer Dr. Horst Gebhard in der Jakobuskirche. Diakon Dr. Jürgen Hofmann verknüpfte die Verkündung und Auslegung von Gottes Wort mit einer Laudatio für Gebhard, der 34 Jahre Pfarrer in Ockstadt und zehn Jahre in Rosbach war. »Das ist in einer Predigt eigentlich nicht vorgesehen«, meinte der langjährige Weggefährte des »Kämpfers für Ökumene und Gleichberechtigung der Frau in der Kirche«.

»Zu diesem Jubiläum passt die von mir ausgewählte Evangeliumsstelle, in der es ums Dienen geht«, sagte Hofmann. Gebhard habe stets den Menschen gedient und sich für die Jugend begeistert. In einem Punkt kritisierte er jedoch den »Pfarrer zum Anfassen«: »Du forderst das Diakonat für Frauen, nicht aber das Priesteramt. Entweder ganz oder gar nicht.« Diese Aussage wurde mit spontanem Applaus bedacht.

Hofmann sprach sich gegen die Bildung von Großpfarreien aus und plädierte vehement für den Pfarrer vor Ort, wie ihn Gebhard verkörperte. Nicht vergessen wurde Gebhards Haushälterin Marianne Dönges. »Sie ist ein Teil von dir«, sagte Hofmann, der gegen Ende seiner Predigt noch einmal für Lacher sorgt, auch bei Gebhard: »Manchmal grenzte sein Wirken an ein liebenswertes Chaos.«

Den Gottesdienst gestalteten neben Hofmann und Gebhard Dekan Stefan Wanske und Pater Sony Manjaly, der den in Urlaub weilenden Pfarrer Bernd Weckwerth vertritt. Er verlas eine Grußbotschaft von Gebhards Nachfolger. Aus Mainz war Domkapitular Klaus Forster angereist. Für Musik sorgten die Gemeindeschola unter der Leitung von Werner Bohm und die Jagdhorngruppe des Gesangvereins Frohsinn.

»Uns beide verbindet das historische Interesse und die Neugier«, sagte Bürgermeister Michael Keller. Er bezeichnete den Jubilar als Brückenbauer und Türöffner. Gebhard habe bei seinem Einsatz für die Gemeinde immer umsichtig, vorausschauend und engagiert gehandelt, betonte Ortsvorsteher Günther Weil. ARGE-Ehrenvorsitzender Karl-Günther König lobte die Zusammenarbeit zwischen Gebhard und den Ortsvereinen.

Für die evangelische Kirchengemeinde Friedberg sprach der frühere Ockstädter Pfarrer Mathias Fritsch, der auch die Grüße des ökumenischen Stammtischs »Jakobus-Connection« überbrachte. »Gebhard hat die Ökumene in Ockstadt vorangebracht«, urteilte Fritsch. Ein Grußwort sprach auch Pfarrgemeinderatsmitglied Raimund Hofmann.

In bewegten Worten dankte Gebhard allen Rednern und bekannte schließlich: »Ich hatte vor diesem Abend schon etwas Angst.« Beim anschließenden Sektempfang im Pfarrhof bestand die Möglichkeit, dem Jubilar persönlich zu gratulieren.

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