Über die gelungene Premiere des mobilen Kleiderschranks freuen sich (v. l.) Projektleiterin Magdalena Zeller von der Kulturregion Rhein-Main, Elvis-Fan Claus-Kurt Ilge, Patrick Weise vom Stadtarchiv, Günter Kiefer vom Elvis-Presley-Verein Bad Nauheim-Friedberg sowie Museumsleiter Johannes Kögler. 	FOTOS: HAR
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Über die gelungene Premiere des mobilen Kleiderschranks freuen sich (v. l.) Projektleiterin Magdalena Zeller von der Kulturregion Rhein-Main, Elvis-Fan Claus-Kurt Ilge, Patrick Weise vom Stadtarchiv, Günter Kiefer vom Elvis-Presley-Verein Bad Nauheim-Friedberg sowie Museumsleiter Johannes Kögler. FOTOS: HAR

Mit Pettycoat und Lederjacke

  • vonHarald Schuchardt
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Friedberg (har). Das Wetterau-Museum steht beim Elvis-Weekend eigentlich im Mittelpunkt des Geschehens. Doch in Corona-Zeiten ist alles anders. Alle geplanten Veranstaltungen rund um den 43. Todestag des Kings am 16. August wurden abgesagt.

Als kleiner Ersatz wurde am Samstagnachmittag die neu konzipierte Dauerausstellung »Elvis in Friedberg« im ersten Stock des Museums eröffnet. Auf eine Vernissage wurde verzichtet, stattdessen standen von 14 bis 19 Uhr Mitarbeiter des Wetterau-Museums und des Stadtarchivs für Fragen und Erläuterungen zur Verfügung.

Die »Elvis-Abteilung« ist Teil der neu konzipierten Dauerausstellung »Glanzstücke des Wetterau-Museums« im vorderen Teil des ersten Stockwerks. Mit neuen umfangreichen Bildern und Texten wird über die Zeit des King in der Wetterau informiert.

Fester Bestandteil der Elvis-Präsentation sind zwei Vitrinen, unter anderem mit der Lederjacke von Elvis-Fan Claus-Kurt Ilge sowie der Uniform des Postboten Franz Kössler, der Elvis bei seiner ersten Pressekonferenz in den Ray Baracks ein Telegramm übergab. Das dazu passende Bild vom damaligen WZ-Fotograf Horst Schüssler gehört zu den zahlreichen Aufnahmen des Fotografen, der den Wetterau-Aufenthalt des King ausführlich dokumentiert hat. In der neuen Chronologie »Elvis in Deutschland« kann man die Stationen und Tätigkeiten des King während seiner Dienstzeit vom 1. Oktober 1958 bis 1. März 1960 in den Ray Baracks verfolgen.

Bis einschließlich 30. August befindet sich in diesem Bereich noch ein ganz besonderes Exponat. Dabei handelt es sich um den von Künstler Max Brück konzipierten und gebauten »mobile Kleiderschrank« des Projekts »Geist der Freiheit: Kleidung - Freiheit - Identität « der Kulturregion Rhein-Main.

Bis Ende nächsten Jahres sollen an 15 Stationen im Rhein-Main-Gebiet mit der Ausstattung des Schranks ganz unterschiedliche Themen angesprochen und somit Spurensuche betrieben werden. Bei der Schrank-Premiere im Wetterau-Museum steht die »Jugendkultur um 1960« im Mittelpunkt.

Filmplakate und WZ-Artikel

Patrick Weise vom Stadtarchiv Friedberg hat die Präsentation konzipiert, unterstützt vom Wetterau-Museum und dem Elvis-Presley-Verein Bad Nauheim-Friedberg. In dem vom Künstler eingearbeiteten alten Schrank aus den 1950er Jahren hängt derzeit auch die Jacke von Claus-Kurt Ilge, der zu den ersten von maximal 15 gleichzeitig zugelassenen Besuchern im Museum gehörte. Gekommen waren auch Stadtarchivleiter Lutz Schneider, Museumsleiter Johannes Kögler, Kulturamtsleiterin Christine Böhmerl sowie Günter Kiefer, Vorsitzender des Evis-Presley-Vereins und Projektleiterin Magdalena Zeller von der Kulturregion Rhein-Main.

Mehrere Petticoats und Röcke wurden von Friedbergern zur Verfügung gestellt. Diese hängen an der Garderobe an alten Holzkleiderbügeln der Friedberger Modehäuser Nobel und Ruths. Filmplakate an den Seitenwänden und in den Schubladen Bücher und Originalausschnitte aus der Wetterauer Zeitung aus jener Zeit ergänzen die Präsentation ebenso wie zwei Röhrenradios und ein mobiler Philipps-Plattenspieler aus der Sammlung von Claus-Kurt Ilge.

»Wer noch Originalkleidung aus jener Zeit hat oder passende kleine Alltagsgegenstände, der kann sie vorbeibringen. Sie werden dann bis 30. August im Schrank platziert«, ruft Weise zum Mitgestalten auf.

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