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SPD-Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl zu Besuch beim Altenstädter Schausteller Peter Roie.

Perspektiven für Schausteller

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Wetteraukreis (pm). Die Wetterauer Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl (SPD) fordert passgenauere Hilfen und eine Perspektive für die Schausteller und Marktbeschicker in Hessen. Bei einem Besuch in der Altenstädter Waldsiedlung sprach Gnadl mit Peter Roie auf dessen Betriebsgelände über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Branche. Das berichtet die SPD nun in einer Pressemitteilung.

Die Familie Roie blickt auf eine lange Familientradition im Schaustellergewerbe zurück und engagiert sich auch im Schaustellerverband Frankfurt/Rhein-Main.

Roie berichtete, wie die coronabedingten Einschränkungen dem Gewerbe zusetzten. Auch im kommenden Herbst würden viele Volksfeste noch einmal ausfallen, etwa der Kalte Markt in Ortenberg, oder höchstens in angepasster Form stattfinden. Doch jeder Monat ohne planbare Feste und die damit verbundenen Einnahmen zehre die Rücklagen der Schaustellerbetriebe weiter auf - sofern sie in den Jahren vor der Pandemie überhaupt Rücklagen bilden konnten. Nicht alle bisherigen staatlichen Hilfen, die viele Unternehmen und Selbstständige über die Pandemiezeit gerettet hätten, griffen beim Schaustellergewerbe richtig. Zwar stelle der Bund mit den Überbrückungshilfen wichtige Unterstützung zur Deckung der Betriebskosten bereit. Aber für den persönlichen Lebensunterhalt wolle kaum eine innovative Schaustellerfamilie die Grundsicherung für Selbstständige beantragen, da sie fürchteten, damit auf Jahre hinweg ihre Kreditwürdigkeit zu beschädigen, sagte Roie.

Gnadl sagte: »Wenn wir auch noch in Zukunft auf den Kalten Markt, den Düdelsheimer Markt oder den Friedberger Herbstmarkt gehen wollen, müssen die Schaustellerbetriebe endlich ein Licht am Ende des Tunnels sehen und bis dahin passgenauer unter die Arme gegriffen bekommen.« Die SPD-Fraktion im Landtag habe sich daher für die Anliegen der Schausteller starkgemacht und einen Antrag in eingebracht, der den Schaustellern eine Perspektive geben und den Erhalt der Volksfestkultur sicherstellen soll. »Wir fordern, dass die Landesregierung ein landesweites Rahmenkonzept erstellt, das für die Städte und Gemeinden klare Regeln definiert, unter denen Märkte und andere Veranstaltungen abgehalten werden dürfen. Die Marktbeschicker brauchen mehr Planungssicherheit und die Kommunen mehr Rechtssicherheit bei solchen Entscheidungen. Außerdem wollen wir erreichen, dass die Landesregierung die Betroffenen bei der Deckung ihres Lebensunterhalts unterstützt, solange Volksfeste noch nicht oder nur in kleinem Rahmen stattfinden können.«

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