Philipp El Alaoui, Karsten Esser, Andreas Finkernagel und Peter Eggert mit den nominierten und empfohlenen Spielen im Pegasus-Lager.
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Philipp El Alaoui, Karsten Esser, Andreas Finkernagel und Peter Eggert mit den nominierten und empfohlenen Spielen im Pegasus-Lager.

Pegasus gleich dreimal für "Spiel des Jahres" nominiert

Friedberg (har). Auf einer Erfolgswelle schwimmt derzeit der Friedberger Spieleverlag "Pegasus". Am 10. Mai siegte der Verlag gleich in drei von sieben Kategorien des begehrten "RPC Fantasy Awards", die im Verlauf der "Role-Play-Convention Germany" auf dem Kölner Messegelände vergeben wurden.

Und am vergangenen Montag folgte die Bekanntgabe der nominierten Spiele für die bekanntesten deutschen Preise in der Branche, dem "Spiel des Jahres" und dem "Kennerspiel des Jahres". Die beiden Geschäftsführer Karsten Esser und Andreas Finkernagel, die den Verlag 1992 gegründet haben, waren "freudig überrascht": Gleich drei der sechs nominierten Spiele werden im Pegasus-Verlag vertrieben. "Wir haben jetzt eine Fifty-Fifty-Chance", stellt Finkernagel fest.

Das Spiel "Camel up" von Steffen Bogen wurde für das Spiel des Jahres nominiert. "Rokoko" vom Autorentrio Matthias Cramer sowie Louis und Stefan Malz und "Istanbul" von Rüdiger Dorn wurden für die Kategorie "Kennerspiel des Jahres" vorgeschlagen. Dazu kamen noch die Spiele "Love Letter" von Seiji Kanai und "Guildhall" von Hope S. Wang als Empfehlung der Jury.

"Das gab es noch nie: Ein Verlag mit drei nominierten Spielen und zwei Empfehlungen", freuen sich Finkernagel und Karsten Esser. Die Freude teilen sich die beiden Pegasus-Inhaber mit Peter Eggert und dessen Partner Philipp El Alaoui vom Hamburger Spieleverlag "eggertspiele". "Camel up" und Rokkoko" sind Coproduktionen der beiden Verlage, die seit drei Jahren zusammenarbeiten. "Wir sind eher Spezialisten für die Entwicklung der Spiele, mit dem Vertrieb haben wir es nicht so", meint Peter Eggert, der am Donnerstag mit seinem Partner zu Gast bei Pegasus-Spiele in der Pfingstweide im Gewerbegebiet West war. "Eigentlich wollten wir nur vier Spiele im Jahr gemeinsam verlegen, in diesem Jahr sind wir schon bei sechs", erzählt El Alaoui.

Gleich die erste große Zusammenarbeit der beiden Verlage war ein Erfolg. Vor zwei Jahren erhielt das Spiel "Village" von Inka und Markus Brand die Auszeichnung "Kennerspiel des Jahres". "Dieses Jahr wollen wir mit zwei Holzklötzen von Berlin zurückkommen", sagt Finkernagel. Am 14. Juli werden die Sieger in der Bundeshauptstadt bekannt gegeben, der Gewinner erhält eine Holztrophäe in Form der Mensch-ärger-Dich-nicht-Figur.

Welche Auswirkungen alleine die Nominierungen haben, beschreibt Esser. "Am Montag klingelte das Telefon ohne Ende." Finkernagel: "Schon jetzt springt der Handel auf die nominierten Spiele." Da kann es dann sogar schon mal zu Lieferengpässen kommen. Am Morgen waren mehrere Paletten mit dem Spiel "Camel" geliefert worden. "Die sind bald alle ausgeliefert", freut sich Finkernagel. "Wenn wir gewonnen haben, können wir die Spiele schon von unserem neuen Lager im Industriegebiet Süd aus liefern." Der Neubau von Firmenzentrale und Lager war dringend nötig. "Wir haben zurzeit drei Lager und werden immer größer", sagt Esser. "Wir sind inzwischen hochgeklettert", beschreibt Andreas Finkernagel den anhaltenden Erfolg und beantwortet die Frage, ob der Verlag inzwischen zu den Großen der Branche gehört, so: "Im Spielebereich gehören wir zu den Top Ten in Europa."

Der neue Firmensitz entsteht in der Straße "Am Straßbach" direkt neben Miele. Nahezu abgeschlossen sind die Rohbauarbeiten für die 1000 Quadratmeter große Firmenzentrale und das Hochregallager mit einer Fläche von 1700 Quadratmetern. "Wir werden schon im Juni das Lager nutzen können", sind sich Finkernagel und Escher sicher.

Die nominierten und empfohlenen Spiele

In "Camel up" bestreiten fünf stapelbare Kamele ein Rennen durch die Wüste, getrieben von einem pyramidenförmigen Würfelspender. Aufgabe der Spieler ist es einzuschätzen, welche Kamele das Rennen als Sieger oder Verlierer beenden werden.

In "Istanbul" bewegen sich die Spieler als Händler mit einer Schar Gehilfen über den Basar mit dem Ziel, am schnellsten fünf Rubine zu ergattern. Dafür müssen die Spieler Waren sammeln und wieder verkaufen, sollen jedoch zugleich die Begegnung mit anderen Händlern vermeiden.

Das Schneidern edler Kleider für die Damen am französischen Hof ist die Aufgabe der Spieler in "Rokoko". Dazu müssen die Spieler fähige Gesellen anheuern und die feinsten Stoffe besorgen, um die Konkurrenz zu übertrumpfen.

Zwei Empfehlungen der Jury des "Spiel des Jahres" kommen ebenfalls von Pegasus. Das Überbringen eines Liebesbriefs an die Prinzessin ist die Aufgabe der Spieler in "Love Letter", das aus nur 16 Karten und einer Handvoll Holzherzen besteht. Das Kartenspiel "Guildhall" ist ein kleines Spiel, bei dem die Spieler Sets mit Handwerkern der sechs Gilden sammeln müssen. Je mehr Handwerker ausliegen, desto stärker werden die ausgespielten Karten.

Pegasus fliegt in die Zukunft

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