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Hinter der Theke wird auch mal gescherzt: Max und Patricia Hackauff wollen ihren Gästen nicht nur leckeres Essen servieren, sondern auch gute Laune machen.

Liebe, Sex und Partnerschaft

Wetterauer Duo: Max und Patricia Hackauff sind privat und im Beruf ein Team

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Max und Patricia Hackauff. teilen sich nicht nur ein Bett, sondern auch den Arbeitsplatz: Das Restaurant Hackauffs in Friedberg. Wie schafft es das Paar, Berufliches und Privates zu trennen?

Während er am Herd das Schnitzel brät, gießt sie die Cola ins Glas. "Er ist der Küchenchef, ich das Tellertaxi", sagt Patricia Hackauff und lacht. Er ist Max Hackauff. Den beiden gehört das Restaurant Hackauffs im Friedberger Gewerbegebiet West - und sie sind ein Paar.

Bereits in der Schulzeit haben sich die beiden kennengelernt, damals waren sie nur Freunde. 2001 trafen sie sich im Hotel Rosenau in Bad Nauheim wieder. Patricia machte eine Ausbildung zur Hotelfachfrau, Max wollte Koch werden. Dort hat es gefunkt. Ab diesem Zeitpunkt gab es die beiden nur noch im Doppelpack. Ob Hamburg oder Frankfurt: Wo der eine war, war auch der andere. 2013 heirateten sie.

Über ein eigenes Lokal hatten sie bisher nicht nachgedacht. Doch als das Restaurant in der Straßheimer Straße leer stand, gingen sie das Risiko ein. "Wir haben alles, was wir hatten, hier reingesteckt", sagt Max und zeigt auf den gemütlichen Innenbereich mit dem hellen Wintergarten. "Eigentlich wollten wir von dem Geld in den Urlaub fahren", ergänzt Patricia.

Zu zweit auf engstem Raum

"Die ersten Jahre haben wir rund um die Uhr im Restaurant verbracht", sagt sie. Die Küche sei damals durchgehend geöffnet gewesen. "Da blieb kaum Zeit für Zweisamkeit und Romantik." Inzwischen haben sich die Hackauffs auf den Mittagstisch spezialisiert und bieten Eventcatering an. So bleibt mehr Zeit füreinander - und für die gemeinsame Tochter.

Im Restaurant sind die Aufgaben aufgeteilt: Max ist für die Küche zuständig, Patricia für den Service. Da es keine separate Küche gibt, müssen die beiden hinter der Theke auf engstem Raum zurechtkommen. Da sei es wichtig, in der Freizeit auch mal etwas alleine zu machen. "Wir lassen uns gegenseitig unseren Freiraum", sagt Patricia. Max ergänzt: "Ich gehe gerne mal zum Fußball oder mit den Jungs feiern. Patricia liegt hingegen gerne mal auf der Couch und liest." Das sei für beide vollkommen in Ordnung. "Sonst hat man sich irgendwann einfach nichts mehr zu erzählen", sagt Patricia. Die beiden glauben auch, dass ihnen die lange Berufserfahrung hilft. Sowohl im Restaurant als auch privat. "Wir wissen, dass der Job sehr zeitaufwendig ist und auch außerhalb der Öffnungszeiten einiges zu tun ist."

Küssen erlaubt!

Doch auch wenn es mal stressig ist, lachen die beiden viel miteinander, küssen und necken sich - auch vor den Gästen. "Max zieht mich gerne auf", sagt Patricia. "Wir wollen den Gästen, die ihre Mittagspause hier verbringen, gute Laune machen", ergänzt Max und grinst.

Ulli Reiser unterstützt die beiden manchmal als Aushilfe. Ihn stört es nicht, dass seine Chefs ein Paar sind. "Sie vertragen sich ganz wunderbar und streiten nur sehr selten", sagt er. Und wenn es dann doch mal passiert? "Vor den Gästen würden wir das nie zeigen", sagt Patricia. Mit der Zeit habe man sich angewöhnt, so etwas zu verstecken. "Wir haben schon erlebt, wie sich in einem anderen Restaurant ein Pärchen vor den Gästen gezofft hat", sagt Max. "Das war sehr peinlich", ergänzt Patricia.

Natürlich seien mehr Emotionen im Spiel. Man könne einen Streit nicht unbedingt mit der Arbeitskleidung ablegen. "Ich muss mir dann klarmachen, dass Max wegen etwas Beruflichem sauer auf mich ist und die Kritik nicht gegen mich persönlich geht", sagt Patricia. Das gelinge ihr inzwischen ganz gut. Beiden sei aber daran gelegen, Streitigkeiten, ob privat oder beruflich, so schnell wie möglich zu klären.

Den Beruf und das Privatleben zu teilen, ist nicht immer einfach, doch die positiven Seiten überwiegen. Da sind sich beide einig. "Wir verbringen mehr Zeit miteinander als andere Paare und verstehen uns ohne Worte", sagt Patricia. Man sei jeden Tag stolz darauf, was man gemeinsam geschafft habe. Das verbinde. "Wir arbeiten Hand in Hand und vertrauen uns blind", ergänzt Max. "Und wir sind gleichzeitig beste Freunde."

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