Früher waren Kiebitze oft auf Feldern und Wiesen zu sehen. Heute wird die Vogelart auf der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands als stark gefährdet geführt.	FOTO: MORITZ ELSASS
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Früher waren Kiebitze oft auf Feldern und Wiesen zu sehen. Heute wird die Vogelart auf der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands als stark gefährdet geführt. FOTO: MORITZ ELSASS

Ein Paradies für Kiebitze

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Wetteraukreis (prw). Mit einem Schutzprojekt für den gefährdeten Kiebitz hat man in unserem Landkreis einen großen Erfolg erzielt: Rund 70 der insgesamt 100 Brutpaare im Wetteraukreis brüten dieses Jahr auf einer kleinen Fläche bei Reichelsheim. Das ist ein Viertel der gesamten Population in Hessen, wie die Pressestelle des Wetteraukreises mitteilt.

Vor 50 Jahren war der Kiebitz auf den Feldern und Wiesen noch häufig zu sehen. Heute ist die Vogelart weitgehend verschwunden und gilt als stark gefährdet. Grund dafür ist nicht nur die Veränderung der Landschaft, sondern auch die Zunahme von Beutegreifern, die den Bodenbrüter gefährden.

Keine Chance für Waschbär und Fuchs

Im Wetteraukreis ist man mit der Arbeitsgemeinschaft Wiesenvogelschutz, ein Zusammenschluss ehren- und hauptamtlicher Naturschützer, einen neuen Weg gegangen, um den schwarzweißen Vogel mit dem auffälligen Haarbüschel zu schützen. Eingebettet in rund 200 Hektar Auenland wurde bei Reichelsheim eine fünfeinhalb Hektar große Fläche mit einem Knotengitterzaun geschützt. Zudem sind auf verschiedenen Höhen stromführende Drähte gespannt, die ein Eindringen von Waschbär und Fuchs in das geschützte Gebiet verhindern. »Damit haben wir die allerbesten Erfolge erzielt«, berichtet Ralf Eichelmann, Leiter der Arbeitsgemeinschaft Wiesenvogelschutz.

Die Zahl der Kiebitze nimmt wieder zu. »Wir haben in diesem Jahr 70 Brutpaare auf einer kleinen Fläche, die optimal mit Wasserflächen ausgestattet wurde und von einer kleinen Rinderherde einer Dauernheimer Landwirtin beweidet werden«, berichtet Eichelmann. »Im vergangenen Jahr waren es 48 Paare, die rund 100 Junge großgezogen haben. Mit dieser Schutzmaßnahme haben wir durchschlagenden Erfolg gehabt«, zeigt sich der Leiter der Arbeitsgemeinschaft zufrieden. »Nicht nur, dass rund 30 Prozent aller hessischen Kiebitzpaare auf der kleinen Fläche brüten. Aus ganz Deutschland kommen Fachleute, um sich über dieses Projekt zu informieren.«

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