Wird Trinkwasser zum knappen Gut? FOTO: DPA
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Wird Trinkwasser zum knappen Gut? FOTO: DPA

Ovag führt Wasserampel ein

  • vonred Redaktion
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Wetteraukreis(pm). Zum Jahresbeginn führt die Ovag eine eigene Wasserampel ein. Sie soll den Kommunen die Verfügbarkeit von Trinkwasser aus den Wassergewinnungsgebieten des Konzerns anzeigen und somit verdeutlichen, wie viel Wasser in nächster Zeit bereitgestellt werden kann. Die "Ovag-Wasserampel" werde ab 2021 für alle transparent auf der Webseite der Ovag grün, gelb oder rot leuchten, teilt Vorstandsvorsitzender Joachim Arnold mit.

Das Informationssystem ermögliche es den Kommunen, frühzeitig auf den Verbrauch im Verantwortungsbereich Einfluss zu nehmen und ihre Bürger zur verantwortungsvollen Trinkwassernutzung zu bewegen. So könne "eine nachhaltige Verfügbarkeit bei sorgsamem Gebrauch gewährleistet werden", sagt Arnold.

In der Pressemitteilung wird auf Prof. Michael Reinhardt vom Institut für Deutsches und Europäisches Wasserwirtschaftsrecht an der Uni Trier verwiesen. Er befasste sich in einem im Florstädter Bürgerhaus gehaltenen Vortrag vor kommunalen Vertretern mit der Frage, wer rechtlich zuständig ist für die Sicherstellung der öffentlichen Wasserversorgung in klimatisch bedingten Ausnahmesituationen. Als aktuelle Beispiele führte er den Jahrhundertsommer 2018 auf sowie die jetzt schon im dritten Trockenjahr in Folge anhaltende Trockenperiode mit geringen Niederschlägen im Winter - also in den Monaten, in denen sich das Grundwasser neu bildet. Fazit: Verantwortlich sind die Kommunen vor Ort und das Land Hessen gemeinsam. Die Kommune müsse die Trinkwasserversorgung sicherzustellen, das Land wiederum durch die Erteilung von Bewirtschaftungserlaubnissen die dafür nötigen Voraussetzungen schaffen.

Die Ovag stehe den Kommunen als Dienstleister zur Seite, betont Arnold. Doch auch sie könne die Lieferung von Trinkwasser nur soweit ermöglichen, wie es die wasserrechtlichen Erlaubnisse und Auflagen des Landes zuließen. "Das alles bewirkt, dass wir unter Umständen die Liefermengen anpassen oder gar reduzieren müssen", erläutert Arnold die Zusammenhänge.

Reduzierung der Liefermengen?

Die Wasserampel könne hier als Vorwarnsystem dienen. So könne eine rechtzeitige Beratung und Sensibilisierung der Bevölkerung vor Ort durch die Kommune ermöglicht werden. Arnold: "Wir regen an, dass auch sie wiederum eine örtliche Wasserampel für ihre Bürger zur Information und Lenkung des Verbrauchs installiert: eine kommunale Wasserampel, die den Verbrauch und die Verfügbarkeit der Wasserressourcen berücksichtigt." Zudem sollten diese rechtzeitig und präventiv eine am besten miteinander abgestimmte einheitliche Gefahrenabwehrverordnung erarbeiten, die genau regelt, welche Beschränkungen sie im Falle eines "Wassernotstandes" den Einwohnern auferlegen müssen.

Vor allem aber müsse in der Bevölkerung ein Umdenken hin zu einem sensibleren Umgang mit Trinkwasser stattfinden, "denn der Klimawandel entfaltet jetzt schon seine Auswirkung auch auf die Wasserressourcen", so Arnold.

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