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Drei Tage lang schoben sich Pkw und Laster durch die Bügelstraße, um die Sperrung der Fauerbachwer Ortsdurchfahrt zu umfahren. Nach Protesten der Anwohner wurde der Schleichweg nun geschlossen.

Verkehrsprobleme in Friedberg-Fauerbach

Ortsdurchfahrt gesperrt: Stadt riegelt Schleichwege ab

  • Jürgen Wagner
    VonJürgen Wagner
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Seit Dienstag ist die Ortsdurchfahrt von Friedberg-Fauerbach wegen Bauarbeiten gesperrt. Wer glaubt, deshalb gäbe es keine Verkehrsprobleme, täuscht sich.

Seit Dienstag ist die Fauerbacher Hauptstraße für den Verkehr gesperrt. Für die Grundschule in der Ortsmitte (Fauerbacher Hauptstraße 21) müssen neue Versorgungsleitungen verlegt werden. Die Ortsdurchfahrt ist Teil der B 275, zuständig für die Sperrung ist daher der Wetteraukreis. Die B 275 wurde für den Kraftfahrzeugverkehr voll gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Görbelheimer Hohl, Freseniusstraße, Pfingstweide und Frankfurter Straße. Sprich: Wer vom südlichen Teil Fauerbachs in den nördlichen will, muss einen großen Umweg in Kauf nehmen.

Das sehen viele Autofahrer offenbar nicht ein und suchen sich Schleichwege. Einer dieser Schleichwege war bis Donnerstagmittag die Bügelstraße, die parallel zur Ortsdurchfahrt verläuft. Wie Anwohnerin Nicole Alsen schildert, herrschte hier drei Tage lang »das totale Chaos«: »Alle fuhren über die Bügelstraße. Sogar Kranwagen mit mehr als 20 Tonnen Gewicht schoben sich durch die enge Straße.« Sie hat, wie viele andere Anwohner, mehrfach im Rathaus angerufen und E-Mails geschickt, damit sich die Situation ändert. »Hier gilt Tempo 30. Es hat sich aber keiner an die Geschwindigkeitsregelung gehalten. Die sind in hohem Tempo über die Bürgersteige gebrettert. Gestern Abend (Donnerstag, d. Red.) wurde mehr oder weniger halbherzig durch die Polizei kontrolliert.«

Am Freitagmorgen war die Lage schon etwas entspannter. Obwohl der Kreis für die Baustelle verantwortlich ist, liefen auch in der Verkehrsabteilung im Rathaus die Telefone heiß. Nach Rücksprache mit der Straßenverkehrsbehörde des Wetteraukreises wurde die Bügelstraße vorübergehend zur Einbahnstraße erklärt. »Diese Maßnahme gilt bis 16. April«, teilt Stadtbauamtsleiter Dr. Andreas Stefansky mit. Warnbaken wurden aufgestellt, um den Schleichweg abzusperren.

Mühlfeld-Bewohner kürzen den Weg ab

Wie Anwohnerin Nicole Alsen schildert, klappt das »einigermaßen«. Waren es in den ersten Tagen vorwiegend auswärtige Auto- und Lasterfahrer, die durch die Bügelstraße »bretterten«, so seien es nun Bewohner des Mühlfeldes, die auf diese Abkürzung ausweichen. »Die müssen eigentlich einen großen Bogen um Fauerbach herum fahren. Das akzeptieren die nicht.«

Ein Mitarbeiter der städtischen Verkehrsvehörde bestätigt, dass die Umleitung von vielen Verkehrsteilnehmern nicht angenommen werde. »Die fahren bis vor die Baustelle, wo sie nicht weiterkommen. Dann suchen sie einen Weg durch die Gassen.« Unzählige Beschwerdeanrufe habe es in den vergangenen Tagen gegeben. Das Rathaus leitete die Beschwerden an den Kreis weiter. Die Sackgassenregelung soll nun für Besserung sorgen.

So ganz gelingt das aber offenbar nicht. Wie Anwohner schildern, wurden Sperren zur Seite geschoben. »Die Straßen werden jetzt regelmäßig von der Polizei kontrolliert«, sagt der Rathausmitarbeiter. Die Fauerbacher Hauptstraße sei auch ohne Sperrung schon sehr stark befahren. Jetzt verschärfe sich das Problem.

Die Umleitung ist weiträumig ausgeschildert. Auch im Internet finden sich Pläne, wie man die Baustelle umfahren kann. Zu dem Problem, dass sich viele Verkehrsteilnehmer einfach nicht an die Anordnungen halten, kommt ein weiteres: die offenbar nicht ausdreichende oder zumindest nicht überall zu erkennende Ausschildung. Ein Leser schilderte der WZ, er sei mit dem Auto von den Märkten in der Fauerbacher Straße gekommen. An der Kreuzung vor der Metzgerei Herold sei er geradeaus gefahren. Ein paar hundert Meter weiter stand er vor der Baustelle und musste umkehren. »Entweder fehlt hier an dieser zentralen Stelle ein Hinweisschild oder es wurde so aufgebaut, dass man es übersieht.« Letzteres ist offenbar der Fall; das Schikld steht in Höhe der Kita (Zuckerfabrik-Villa), ein weiteres (kleines) Schild steht kurz hinter der Hessol-Tankstelle. Der Leser wollte in Richtung Ossenheim weiterfahren, er nahm dann einen Umweg über die Dorheimer Straße und über Bauernheim. Das ist zwar ein längerer Weg als über die Bügelstraße, schont aber die Nerven der dortigen Anwohner.

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