Ortsbeiräte mit Frauenpower

  • Jürgen Wagner
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Friedberg (jw). Die Kommunalwahlergebnisse für die Ortsbeiräte liegen vor und bestätigen in den meisten Fällen die Gewinne und Verluste bei der Wahl zum Stadtparlament. Ausnahmen gibt es dort, wo nicht alle Parteien angetreten sind. Folgen die Parteien dem ungeschriebenen Gesetz, dass die stärkste Fraktion den Ortsvorsteher oder die Ortsvorsteherin stellt, kommt es in einem der sechs Ortsteilparlamente zu einem Wechsel an der Spitze.

Weitere Wechsel sind nicht auszuschließen.

In der Kernstadt haben die Grünen (28,86 Prozent, plus 1 Sitz) die meisten Stimmen geholt und kommen ebenso wie die CDU (26,8) auf vier Sitze. SPD (17,34) und FDP (9,66) verlieren je einen Sitz, die UWG (9,53) verteidigt ihren Sitz, die Linke (7,81) holt einen. Der umtriebige Ortsvorsteher Norbert Simmer (CDU) muss um seinen Posten bangen.

Gewählt sind Norbert Simmer, Martina Pfannmüller, Bernd Fleck, Joachim Kunze (CDU), Jolanthe Lintl, Rudolf Mewes, Dr. Doris Jensch, Annette Bommersheim (Grüne), Andreas Scheunert, Berivan Colak-Loens (SPD), Achim Güssgen-Ackva (FDP), Fatma Demirkol (Linke) und Matthias Kölsch (UWG).

In Ockstadt büßt die CDU (50,46) zwei Sitze ein, holt aber noch fünf. Die FDP (18,18) bleibt bei zwei Sitzen. Neu in dem Gremium sind die Grünen (27,82) mit zwei Sitzen. Ortsvorsteher ist hier Günther Weil (CDU), der wiedergewählt werden dürfte. Gewählt sind außerdem: Benjamin Grimmel, Gisela Rasper (CDU), Matthias Schäfer, Katja van Zoest (Grüne), Dr. Reinhold Merbs, Dr. Michaela Heller (FDP).

In Dorheim bleibt die SPD (45,99) stärkste Fraktion, büßt aber einen Sitz ein. Den gewinnt die CDU (40,18), die auf vier Sitze kommt. Die Grünen (9,55) behaupten einen Sitz. CDU und Grüne könnten den amtierenden Ortsvorsteher Dr. Klaus-Dieter Rack überstimmen, Axel Pabst (CDU) hat Ansprüche angemeldet. Außerdem gewählt sind Ernst Ruppel, Heike Strack, Klaus Beck (SPD), Merle Ljungh, Moritz Frühschütz, Lukas Veith (CDU) und Charly Kruse (Grüne).

Ossenheim: Die SPD bleibt vorn

Auch in Ossenheim bleibt die SPD (39,08 Prozent) stärkste Fraktion (vier Sitze). Die CDU (20,57) verliert einen von bislang drei Sitzen, die Grünen (23,66) gewinnen einen hinzu, haben zwei Sitze. Die FDP (16,69) holt einen Sitz. Gewählt sind Peter Haas, Anke Bunke, Dr. Sandra Berger, Bahareh Hübschmann (SPD), Dr. Stefan Nawrath, Ursula Bröker (Grüne), Christoph Haub, Frank Litzinger (CDU), Dr. Regina Bechstein-Walther (FDP).

In Bruchenbrücken konnte die CDU (55,14) einen Sitz hinzugewinnen, hat künftig fünf Vertreter im Ortsbeirat. Ebenfalls vertreten sind die Grünen (24,75 - 2 Sitze, plus 1) und die FDP (20,12 - weiter 2 Sitze). Gewählt sind Gunther Best, Gudrun Dietrich, Ellen Engelhardt, Uta-Bettina von Altenbockum, Sandra Schmidt (CDU), Dominique Hohmann-Huet, Ingrid Apel (Grüne), Roger Götzl und Sabine Fuchs (FDP).

Bleibt Bauernheim , das letzte Dorf der Wetterau, in dem die SPD das alleinige Sagen hatte. Weil sonst niemand angetreten war. Diesmal traten die Grünen (35,46 Prozent) an und holten drei Sitze. Die SPD (64,64) kommt auf sechs Sitze im Ortsbeirat. Gewählt sind Uli Hausner, Alexander Hausner, Tanja Haas, Beate Heid, Jonas Langer, Stefanie Frohneberg (SPD), Ursula Knihs, Beate Neuwirth und Veronika Bleymehl (Grüne).

Was auffällt: In drei von sechs Ortsbeiräten herrscht künftig »Frauenpower«. In Bruchenbrücken sitzen sieben Frauen zwei Männern gegenüber, in Bauernheim ist das Verhältnis 6:3, in Ossenheim 5:4. Ein gegenteiliges Bild ergibt sich nur in Dorheim (zwei Frauen, sieben Männer). Insgesamt ist das Geschlechterverhältnis in den Friedberger Ortsbeiräten mit 30 Frauen und 28 Männern ausgeglichen.

Im Stadtparlament sieht das anders aus. Hier haben mehr als doppelt so viele Männer als Frauen ein Mandat, das Verhältnis beträgt 31 Männer zu 14 Frauen. Die meisten Frauen finden sich in den Reihen der Grünen (sechs sowie fünf Männer). Die UWG-Fraktion ist ein reiner Männerverein, was fast auch für die CDU-Fraktion gilt. Sie besteht aus elf Männern und drei Frauen.

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