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Ortsbegehung in Fauerbach: Schuh drückt an vielen Stellen

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Auf einen Einkaufswagen mit Müll stößt Bernd Fleck am Erich-Stümpfig-Platz, wo auch recht abenteuerlich geparkt wird.
Auf einen Einkaufswagen mit Müll stößt Bernd Fleck am Erich-Stümpfig-Platz, wo auch recht abenteuerlich geparkt wird. © Harald Schuchardt

Friedberg (har). So mancher alteingesessene Fauerbacher fühlt sich schon lange als fünftes Rad am Wagen der Kernstadt. Das wurde bei einer Ortsbegehung der CDU am Samstag deutlich.

»Es ist mir egal, wer einlädt, Hauptsache es kümmert sich jemand um uns Fauerbacher«, meinte Anwohner Rudolf Apel noch vor der Begrüßung durch den CDU-Ortsverbandsvorsitzenden Bernd Fleck an der TSV-Sporthalle. »Über die Resonanz der Fauerbacher bin ich schon etwas enttäuscht«, meinte Fleck. Immer wieder werde gemeckert und dann komme kaum einer.

Fleck begrüßte ein halbes Dutzend Gäste, darunter Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender, Erster Stadtrat Peter Ziebarth und der frühere Wehrführer Bernd Wagner, der neu in der CDU und bereits Mitglied im Ortsverbandsvorstand ist. Bei leichtem Nieselregen ging’s los, später kam die Sonne heraus. Kurz wurde das Sportplatz-Problem angesprochen, Fleck erinnerte an die gescheiterten Verlegungspläne für den Platz. Die Frage nach dem Stand der Planung für die Umgehungsstraße beantwortete Ziebarth mit den Worten: »Das Planfeststellungsverfahren ist irgendwo, wo weiß ich nicht. Abgeschlossen ist es jedoch nicht.« Was die schwarz-grüne Landesregierung in den nächsten zwei Jahren vorhabe, sei noch nicht bekannt. Er werde in Wiesbaden nachhaken.

Was kostet die Umgehungsstraße?

»Das wird noch Jahrzehnte dauern«, meinte Rudolf Apel, der seit 73 Jahren direkt an der Fauerbacher Straße lebt. Seine Frage, ob es möglich sei, die Fußgängerampel in der Fauerbacher Straße wieder eine Stunde früher ab fünf Uhr morgens einzuschalten, notierte Fleck. Apel: »Nach der Neumontage wurde die Zeit einfach auf sechs Uhr verlegt, warum konnte mir niemand erklären.« Apel regte ferner an, in den Hauptverkehrsstraßen für die Nachtzeit Tempo 30 einzuführen. »Das dürfte schwierig werden, denn die Fauerbacher Straße und die Hauptstraße sind Bundesstraßen«, sagte Ziebarth, der sich anschließend ein Rededuell mit Rudolf Billasch lieferte. Auf dessen Frage nach den bereits entstandenen Kosten für die Umgehung ging Ziebarth nicht ein und verwies auf die Zuständigkeit von Bürgermeister Michael Keller. »Es ist immer leicht auf andere zu verweisen«, konterte Billasch, worauf Ziebarth betonte, er gebe gerne Auskunft über alles, »worüber ich Auskunft geben kann«.

Dazu hatte er im Verlauf des Rundgangs noch genügend Gelegenheit. So erläuterte er an der Usa zusammen mit Fleck den Ankauf des Gartengeländes von der evangelischen Kirchengemeinde auf der Ostseite der Usa in der Nähe der Dorheimer Straße. Hier soll ein Radweg gebaut werden, da der Promenadenweg für Radlern und Spaziergängern zu eng ist. Vor dem einstigen »Haus der Hoffnung« war die Flüchtlingsproblematik ein Thema. »Wir müssen damit sehr sensibel umgehen«, meinte Fleck. »In den letzten Jahren geht es hier geordnet und sittsam zu«, erklärte Billasch, der Mitglied im Kirchenvorstand ist. Auch Erika Lipowicz kennt viele Bewohner. »Man kann immer meckern, aber man muss auch den Weg zu den Menschen suchen«, meinte die Vorsitzende des Kirchenvorstandes. Ziebarth sagte, in der Dietz’schen Mühle seien weitere fünf Flüchtlinge untergebracht, darunter eine dreiköpfige Familie aus Serbien. »Fünf weitere werden folgen.«

Beim Gang durch die Bügelstraße war der ruhende Verkehr ein Thema, standen doch zahlreiche Pkw nicht in den markierten Bereichen. Auf dem Erich-Stümpfig-Platz stand ein Wagen gar auf dem Rasen. »Kontrollen durch die Stadt gibt es hier so gut wie nie«, sagte Billasch. »Das nehme ich sofort auf«, versprach Ziebarth. Auch die Ansammlung von Müll rund um die Container gefiel niemanden. Sogar ein Einkaufswagen voller Dreck stand hier.

»Das ist hier die Regel«, sagte Walter Ullmann. Einig waren sich alle, dass an der Einmündung der Wassergasse in die Hauptstraße etwas geschehen müsse, zumal viele Kinder hier in Richtung Schule gehen. »Die Autos rasen um die Ecke, das ist eine echte Gefahr«, sagte Fleck – und wurde durch zwei schnell abbiegende Fahrzeuge bestätigt.

Eine nicht eingeplante Pause legte die Gruppe bei Fritz Neisel in der Hauptstraße 20 ein. »Kommt in den Keller, ich lade Euch zu einem Glas Apfelwein ein«, meinte der Fauerbacher. In dem 1862 vom Ur-Urgroßvater Neisels gebauten Gewölbekeller genossen alle das selbst gekelterte Stöffche und staunten über den tollen Zustand des Gewölbes.

Welcher Verkehr in der Hauptstraße herrscht, wurde beim Spaziergang in Richtung Kirche deutlich. Beklagt wurde auch der Zustand des Fauerbacher Friedhofs. Fleck versprach, der CDU-Ortsverband werde in seiner nächsten Sitzung über die Anregungen der Bürger sprechen. Nach den Sommerferien will die CDU zu einer Ortsbegehung ins Barbaraviertel einladen.

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