Diese Metallfigur haben Schüler während der Hospitation in der Metallwerkstatt hergestellt. Sie ist nun das Klassenmaskottchen der BF1c. 	FOTO: PV
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Diese Metallfigur haben Schüler während der Hospitation in der Metallwerkstatt hergestellt. Sie ist nun das Klassenmaskottchen der BF1c. FOTO: PV

Orientierung für Jugendliche

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Friedberg (pm). In der Schulform Berufsfachschule (BFS) der Johann-Philipp-Reis-Schule (JPRS) absolvieren Schülerinnen und Schüler in zwei Jahren den Unterricht mit dem Ziel des Realschulabschlusses. Jedes Jahr gelingt einer Reihe von ihnen der Sprung von der 10. in die 11. Jahrgangsstufe nicht. Die Berufsschule hat sich kürzlich im Rahmen der »Woche der Ausbildung« der Aufgabe gestellt, diesen Jugendlichen eine Berufsorientierung zu geben und Alternativen aufzuzeigen: Zum Beispiel mit der dualen Berufsausbildung, die auch an der JPRS angeboten wird.

Das Pilotprojekt an der Schule wurde im Vorfeld von dem Team der Bildungswerkstatt initiiert und zusammen mit den Lehrerinnen und Lehrern der 10. Jahrgangsstufe der BFS umgesetzt. Hierbei konnte die Bildungswerkstatt auf die fachliche Unterstützung des Didaktikexperten Prof. Peter Heiniger von der Pädagogischen Hochschule in Thurgau in der Schweiz zurückgreifen. Federführend für das Projekt war Sandra Betz, Abteilungsleiterin für die Berufsschule. Die Umsetzung in der Berufsfachschule koordinierten Niklas Göpel, Klassenlehrer der 10BF1b, sowie Eileen Jost, Klassenlehrerin der 10BF1c.

Die Vorbereitung startete bereits nach den Herbstferien in den allgemeinbildenden Fächern Deutsch sowie Politik und Wirtschaft mit dem Lernschwerpunkt duale Ausbildung. Die Lernenden befassten sich mit verschiedenen Berufen und ihren eigenen Interessen und Stärken, sie absolvierten ein Bewerbungstraining und erstellten eigene Bewerbungsunterlagen.

Wunschberuf kennenlernen

Die Ergebnisse hielten sie in einem Portfolio fest. Im nächsten Schritt bereiteten sich die Schülerinnen und Schüler auf die Hospitationen in den Berufsfeldern der dualen Ausbildung vor. Sie sammelten Informationen über ihren Wunschberuf und entwickelten Fragen, die sie den Auszubildenden und betreuenden Lehrkräften während der Hospitation stellen wollten.

Im nächsten Schritt besuchten 40 Schülerinnen und Schüler unmittelbar vor der »Woche der Ausbildung« elf verschiedene Berufsfelder: KFZ, Friseurhandwerk, Bäckerhandwerk, Metalltechnik, Maler und Lackierer, Elektrotechnik, Fachverkäufer im Fleischerhandwerk, Holz- und Bautenschutz, Dachdeckerinnen und Dachdecker, Holztechnik, Sanitär-Heizung-Klimatechnik. Unter der Betreuung der Fachlehrerinnen und Fachlehrer fanden die Hospitationen in den Ausbildungswerkstätten der Schule statt. Dort konnten die Jugendlichen ihren Wunschberuf kennenlernen, sich mit den Auszubildenden austauschen und erste handwerkliche Tätigkeiten ausüben. Dabei führten die Schülerinnen und Schüler ein Hospitationsprotokoll.

Während der »Woche der Ausbildung« erfolgte dann die Reflexion der Hospitationen im Unterricht. Hier berichteten die Schülerinnen und Schüler über ihre Einblicke in die duale Ausbildung. Eine Schülerin reflektierte ihre Erfahrungen so: »Ich habe die Erkenntnis gewonnen, dass es ein sehr schöner Beruf ist, welcher jedoch manchmal sehr anstrengend sein kann. Ich denke, dass ich einen weiteren Einblick in diesen Beruf wagen möchte, da er mir sehr gefällt.«

Laut Abteilungsleiterin Sandra Betz wird das Thema Berufsorientierung erneut im Mai nächsten Jahres aufgegriffen werden. Dann möchte das Projektteam Schülerinnen und Schülern der BFS, die möglicherweise nicht versetzt werden, erneut auf berufliche Ausbildungswege als Alternative aufmerksam machen.

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