Sind seit 60 Jahren ein Ehepaar: Angelika und Helmut Loos.
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Sind seit 60 Jahren ein Ehepaar: Angelika und Helmut Loos.

Optimistisch trotz vieler Schicksalsschläge

  • vonHarald Schuchardt
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Friedberg-Dorheim(har). Eine Reihe von Schicksalsschlägen prägte die Liebe von Helmut Loos und seiner Ehefrau Angelika (geb. Kreuels), die heute ihre diamantene Hochzeit feiern. "Das hat uns zusammengeschweißt, wir haben unseren Lebensmut nie verloren", sagen beide.

Am 7. Dezember 1958 hatten sich der damals 18 Jahre alte Helmut aus Bönstadt und die vier Jahre jüngere Angelika aus Dorheim im Bahnhof Friedberg kennengelernt. Mit dabei war ein Freund des späteren Ehemanns, der sich mit der Jugendlichen verabredet hatte. Angelika Loos erinnert sich genau, was sie an diesem Sonntag gemacht haben: "Wir sind spazieren gegangen und waren im Café Zimmer." Danach trafen sich die beiden jeden Sonntag - dann hat es gefunkt. "An Silvester stand Helmut bei uns vor der Tür. Mein Vater, der sehr streng war, bat Helmut hinein. Damit hatte ich nicht gerechnet."

Knapp fünf Monate später hatte Angelika, die damals die Handelsschule in Friedberg besuchte, einen schweren Unfall. Bei der Einfahrt des voll besetzten Zugs von Dorheim in den Bahnhof Friedberg öffnete sich die Tür. Angelika und ihre Freundin fielen aus dem Waggon. Die Freundin starb im Krankenhaus. Die beiden jungen Frauen wurden zunächst verwechselt: Es hieß, Angelika sei gestorben. Anhand der Kleidung erkannte die Großmutter als Erste den Irrtum.

Es dauerte lange, bis sich die damals 15-Jährige von den schweren Verletzungen erholt hatte. Ihr Freund Helmut stand ihr zur Seite. Mit Genehmigung der Eltern wurde am 12. März 1960 Verlobung gefeiert. Helmut Loos war gerade 20, die Verlobte 16.

Die "Verlobungsreise" führte in den Schwarzwald. "Wir waren in einem Forsthaus untergebracht, und da ist es passiert", meint Angelika Loos lachend. Bei der Hochzeit am 10. Dezember 1960 war sie im siebten Monat schwanger.

Sohn verstirbt nach der Geburt

Dann der nächste Schicksalsschlag: Der Junge kam am 10. Januar 1961 als Frühchen zur Welt und starb eine halbe Stunde nach der Geburt. Umso größer war das Glück, als 1962 Tochter Simone und zwei Jahre später Tochter Gabriele geboren wurde. Schließlich kam 1972 "Nachzüglerin" Tanja zur Welt.

Tochter Gabriele verstarb bereits 2009. Eine weitere Tragödie für das Ehepaar, das bereits zahlreiche schwere Operationen und Erkrankungen überstanden hat. "Die Arbeit hält uns bis heute fit", sagt Helmut Loos, der zusammen mit seiner Ehefrau in der Geschäftsstelle der Mecklenburgischen Versicherung in der Hanauer Straße tätig ist.

Am 1. Januar 1972 kam der gelernte Einzelhandelskaufmann Helmut Loos als Orga-Leiter zur Mecklenburgischen in Gießen. 1983 machte er sich selbstständig, unterstützt von seiner Ehefrau, die - im eigenen Haus - als Büroleiterin fungierte. 1990 wurde er Leiter der Geschäftsstelle in der Hanauer Straße, die er 2007 an Tochter Tanja übergab.

Bis heute arbeitet das Ehepaar in der Geschäftsstelle mit. Ein zweites Standbein hatte Ehefrau Marianne in den 1980er Jahren. Mit ihrer Künstleragentur Studio K. organisierte sie unzählige Konzerte mit damaligen Größen wie den Original Oberkrainern. Gemeinsame Hobbys des Ehepaars sind das Tanzen und das Reisen.

Helmut Loos war mehrere Jahre 2. Vorsitzender des FSV Dorheim und 15 Jahre Leiter der Inline-Hockey-Abteilung der TG Friedberg mit der deutschen Meisterschaft im Jahre 1996 als Höhepunkt. Zur Familie gehören zwei Enkel und drei Urenkel. Die geplante Feier soll nächstes Jahr nachgeholt werden. FOTO: LONI SCHUCHARDT

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