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Präsentieren die Filmplakate (v. l.): Erster Stadtrat Peter Ziebarth, Sebastian Dein und Jürgen Umsonst, Hans-Albert Wunderer, Dirk Antkowiak und Prof. Peter Schubert.

Open-Air-Kino im Rathauspark diesmal ohne Knattern

Friedberg (jw). Komisch. Eigentlich stört das Knattern altertümlicher 35-Millimeter-Projektoren beim Kinobesuch. Doch egal wen man fragt, vom Ersten Stadtrat über den Kinobetreiber bis zu den Zuschauern – alle bedauern, dass es mit dem romantischen Knattern vorbei ist.

Die Digitaltechnik hat die großen Filmspulen überflüssig gemacht, es gibt keine Kopien mehr. Deshalb sollte im letzten Jahr Schluss sein mit dem Open-Air-Kino im Friedberger Rathauspark. "Die Fans haben gesagt: Das könnt Ihr nicht machen", sagte Peter Ziebarth, als er am Dienstag zusammen mit Hans-Albert Wunderer das Programm für das kommende und das darauffolgende Wochenende vorstellte. Der Hessische Kinosommer verleiht Friedberg ein digitales Vorführgerät, so wird die Neuauflage möglich. Vier Filme können die Besucher im schönsten Open-Air-Kinogelände weit und breit genießen, neu im Boot der Veranstalter sind der Europaclub und das Bildungsforum.

Was läuft? Zunächst zwei Filme aus Frankreich. "Monsieur Claude und seine Töchter" (Freitag, 26. Juni) ist der erfolgreichste Film des Jahres im Nachbarland, läuft auch hierzulande noch und sorgt laut Wunderer "für Wohlfühlatmosphäre im Rathauspark". Ein Ehepaar in der Provinz und vier Töchter, die es heiratstechnisch auf die Spitze treiben – hier darf gelacht werden. Wunderschöne Bilder aus dem Süden Frankreichs, einen glänzend aufspielenden Jean Reno und eine turbulente Familienkomödie ist am Samstag, 27.

Juni, zu sehen. Doch auch andere Sinne werden an diesen beiden Abenden angesprochen. Wie Stadtrat Dirk Antkowiak sagte, wird der Europaclub (ECF) französische Snacks und Wein anbieten. Der ECF will damit für den Verschwisterungsgedanken werben, die Einnahmen werden der Jugendfeuerwehr gespendet, die an allen Abenden für Getränke und Snacks sorgen. Zeitgleich laufen in Frankreich deutsche Filme, und zufälligerweise treffen am Freitag um 22 Uhr, wenn in Friedberg und Villiers-sur-Marne die Filme starten, die deutschen und französischen Frauen bei der Fußball-WM aufeinander. "Wir sollten einen Liveticker einblenden", witzelte Kulturamtsleiter Jürgen Umsonst.

Antkowiak rechnet damit, dass der ECF dem Open-Air-Kino neue Fans beschert. "Wenn’s gut läuft, zeigen wir im nächsten Jahr englische Filme", verriet er. "Den neuen James Bond", schlug Wunderer vor. Doch davor steht das zweite Open-Air-Kino-Wochenende am 3. und 4. Juli. Hier wurde das Programm mit dem Bildungsforum Friedberg ausgesucht, doch selbst Bildungsbürger dürften vom zweiten Film überrascht sein.

Der erste lief schon einmal in Friedberg in der Reihe der Kunstfilme: "Das Salz der Erde" von Wim Wenders, ein monumentaler Dokumentarfilm über den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado, ein Film, den man, so Prof. Peter Schubert vom Bildungsforum, "gar nicht oft genug sehen kann".

Zwei Bands und ein Kinoknüller

Der Stadtjugendring hat am zweiten Wochenende wieder für ein Vorprogramm gesorgt. Am Freitag spielt die vierköpfige Band Arlito’s Way einen Mix aus Blues, Indie, Hiphop und Jazz. Am Samstag ist Nadine Dennehl mit ihrer Band Stage Flakes einmal mehr beim Open-Air-Kino mit von der Partie. Danach folgt kein schwerverdauliches Künstlerporträt, sondern eine witzige Komödie mit Tiefgang, "in der das Tragische humorvoll-rührend dargestellt wird" (Schubert): "Frau Müller muss weg" von Sönke Wortmann erzählt mit überragenden Schauspielern (Gabriela Maria Schmeide, Justus von Dohnányi, Anke Engelke) von einem Elternabend in einer Schule, der völlig aus dem Ruder läuft. Auch das trägt zur Bildung bei.

Einlass an den vier Abenden 26. und 27. Juni sowie 3. und 4. Juli ist jeweils um 21 Uhr, Filmbeginn mit Einbruch der Dunkelheit gegen 22 Uhr. Eintritt: 6 Euro für Jugendliche, 7 Euro für Erwachsene. Reservierungen unter Telefon 0 60 31/88-263 oder Mail: juergen.umsonst@friedberg-hessen.de.

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